iPhone Freemium Games im Appstore - DIE Unart des Jahrzehnts?

SonicCochino

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Ich wollte das Thema schon lange mal anschneiden... Vielleicht versteh ichs ja nur nicht...

Seit Apple die In-App Käufe eingebaut hat gibt es mehr und mehr Spiele im Appstore, die dieses "Feature" nutzen, bzw. ausnutzen.
Die schlimmsten Versionen sind dabei für mich, wenn man sich durch reinpumpen horrender Echtgeld Summen einen Vorteil erkaufen kann - speziell gegenüber anderen Spielern im Multiplayer, und wenn das Spiel zunächst vorgibt kostenlos, oder sehr günstig zu sein, und einen dann nach und nach durch Sperren, Stolperfallen, oder abartig überzogenen Schwierigkeitsgrad so dermaßen nerven, dass man gezwungen ist weiter Geld auszugeben, um das Spiel abschliesen zu können.

Ich gebe serh gerne gutes Geld für gute Spiele aus. Und ich bin sogar der Meinung, dass einige iOS Perlen viel zu günstig im Appstore stehen, und der entwickler ruhig hier und da mal nen Zehner mehr hätte verlangen können. Aber ich bin auch definitiv gegen pay-to-play, und diese Top-In-App-Käufe sind unterm Strich nichts anderes.

Um ehrlich zu sein, ist das mittlerweile für mich schon ein Rauswurfkriterium. Wenn ich mir ein Spiel kaufe, kuck ich gleich zu Anfang ob es In-App-Käufe hat, und wenn es die gibt, dann hab ich schon automatisch ein schlechtes Gefühl bei der Sache und muss schon gut recherchieren und mich davon überzeugen lassen um doch noch zuzugreifen.

Abgesehen davon, dass sehr schnell unüberschaubare Echtgeldsummen zusammenkommen, zerstört diese Art ein Spiel aufzubauen meiner Meinung nach noch völlig den Sinn des Spiels. Man verbessert sich nicht, man erspielt sich nichts (oder nur begrenzt), man hat nicht durch skill erfolg, sondern man erkauft sich das bestehen im Spiel durch bares Geld. Der beste unter den Kumpels ist nicht derjenige, der am besten Spielt, und sich am meisten Mühe gibt, sondern derjenige der als erstes 50€ zusätzlich ausgegeben hat, um sich alle Upgrades zu kaufen.
Grade darin sehe ich auch noch so ein leichtes Problem: Die schnellen Käufe im Appstore sind sicherlich so schon gefährlich - grade für die Kids, welche vielleicht noch so gut mit Geld umgehen können, und für die der iPod Touch, oder das iPhone mittlerweile die Mobile Playstation darstellen, aber diese In-App-Käufe sind doch ne gezielte Schuldenfalle, und kommt schon fast nem Geldspielautomaten gleich! Großartig dann noch GRATIS hinzuschreiben ist für mich auch nichts weiter als Betrug, und ne gemein gefährliche Falle.

Die Kritik an den Freemium Games wird ja häufig auch in den Reviews laut. Ich bin also nicht der Einzige, der das so sieht, und auch mal lautstark öffentlich macht. Aber meint ihr, dass dieses Geschäftsmodell zukunft hat, oder gehen die Versuche mit dieser Unart Geld zu scheffeln unter? Was haltet ihr von diesen Freemium Games?
 

macmarx

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Diese Art Games sind genauso übel wie die Bigpoint-Masche virtuelles Geld mit Echtgeld einzutauschen...
 

NeoMac666

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ich dachte schon, ich wäre ziemlich allein mit dieser meinung!
also das erste, was ich bei einem ios gerät mach ist in-app-käufe deaktivieren und dies wird auch in zukunft so bleiben.
 

Kutzi

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ich dachte schon, ich wäre ziemlich allein mit dieser meinung!
also das erste, was ich bei einem ios gerät mach ist in-app-käufe deaktivieren und dies wird auch in zukunft so bleiben.
Ich find In-App-Käufe jetzt nicht grundsätzlich schlecht. Kaufst du eine App und kannst beispielweise Push-Notifications o.ä. freischalten find ich es in Ordnung das man die App noch "aufstocken" kann. Vor allem bei Spielen hat das aber leider ein Unart entwickelt, das ich Games die In-App-Käufe ermöglichen gar nicht erst lade. Ich finde auch das hier Handlungsbedarf von seiten Apples ensteht, da die Charts so einseitig verzerrt werden. Gute Spiele die etwas teurer sind schaffen es fast gar nicht in die Top10 zu kommen.
 

macmarx

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In-App-Käufe können ganz sinnvoll sein, z.B. um ein werbefinanziertes Spiel (evtl . auch mit weniger Levels) in eine "Pro-Version" umzuwandeln, oder wie bei einer meiner Baseball-Apps für den Erwerb von Statistiken des letzten Jahrs.

Wenn's allerdings darum geht, dass ein Spiel erst dadurch richtig spielbar wird, ist das perfide Abzocke und gehört raus aus dem App-Store oder zumindest mit dem Vermerk ab 17 Jahre (wie z.B. unsinnigerweise beim Opera-Browser) versehen.
 

gurusmi

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InApp Einkäufe sind, solange man in einem einzigen Land bleibt, ganz ok. Doch leider ist das ganze herzlich wenig durchdacht.

Ich bin z.B. von D nach CH gezogen. Dabei habe ich auch die Bank gewechselt. Mit der Bank habe ich auch eine neue (Schweizer) Kreditkarte genommen, da die Deutsche nicht mehr zu verwenden ist. Nun habe ich das Problem, daß die "älteren" Apps in Deutschland registriert sind. Meine Zahlung auf Schweizer Kreditkarte umstellen, geht nicht. Apple meint, man müsse einen neuen Account aufmachen. Das tat ich auch. Nun habe ich das Problem, daß ich von den älteren Apps welche habe, die ich durch InApp-Käufe erweitern wollte. Z.B. eine Archiv/Tag Funktion für ein Zeitreporting, das ich als Freiberufler für die Rechnungsstellung benötige. Will ich dieses Modul, so muß ich die Software erneut kaufen (wenn es sie zufälligerweise auch in dem neuen AppStore gibt). Denn bin ich unter der alten ID angemeldet, kann ich nichts kaufen, da ich ja kein "gültiges" Zahlungsmittel besitze. Will ich mit der neuen ID kaufen, so geht es nicht, weil die Registrierung nicht über diese getätigt wurde.

Alsao alles in allem ein zwiespältiger Eindruck, der in mir den Versuch der Abzocke nahelegt. Nicht von den Entwicklern, sondern von Apples Seite.
 

NeoMac666

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also bei spielen find es irgendwie daneben.
für andere programme hab ich auch schon kurzfristig in-app-käufe aktiviert.
mach ich aber ungern, hab da irgendwie immer "angst" ich komm auf eine "falschen knopf" und kauf... werd wohl alt.

fände es gut, wenn apple die freeminium apps seperat (zumindest nicht mehr in kostenlos) listen würde.
 

geWAPpnet

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Mission-Disks und dergleichen, also hinzukaufbare Erweiterungen für Spiele, gab es auch schon bei Computerspielen in den Achtzigern. Also sind In-App-Käufe grundsätzlich nichts Verwerfliches, sondern nur ein Mechanismus, um solche kommerziellen Erweiterungen zu ermöglichen. Die Spiele mit Consumable-In-App-Käufen, also Spielwährung gegen echtes Geld zum normalen Spielen, halte ich hingegen für Geldspielgeräte. Im echten Leben sind die in Deutschland ab 18. Und was die Prognose angeht: Klar, die wird es noch lange geben, denn das Businessmodell ist ja offensichtlich sehr erfolgreich. Die Frage ist halt, ob dem entweder Einhalt geboten wird wie bei Geldspielgeräten oder die Leute wie bei 9Live irgendwann selbst merken, dass sie ausgenommen werden.
 

SonicCochino

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Missiondisks und dergleichen war hier auch nicht angesprochen. Das hab ich schon früher am PC, und heute noch als In-App. Kauf gerne in Anspruch genommen. Galaxy One Fire 2 bietet ja beispielsweise ne Missiondisk.

Aber ich seh's halt wirklich so: Ingame Währung oder ähnliches gegen echtgeld = Geldspielgerät. ...oder zumindest sehr sehr grauzonig...
 

geWAPpnet

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Missiondisks und dergleichen war hier auch nicht angesprochen. Das hab ich schon früher am PC, und heute noch als In-App. Kauf gerne in Anspruch genommen. Galaxy One Fire 2 bietet ja beispielsweise ne Missiondisk.

Aber ich seh's halt wirklich so: Ingame Währung oder ähnliches gegen echtgeld = Geldspielgerät. ...oder zumindest sehr sehr grauzonig...
Genau. Die Diskussion hatte sich ja grundsätzlich gegen In-App-Käufe entwickelt, aber man muss da schon differenzieren. In-App-Käufen sind eigentlich ein sinnvoller Mechanismus.
 

noesch

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Ich grab das hier nochmal aus, weil mir das mit den In-App-Käufen in Spielen auch gehörig auf den Senkel geht. Ich habe nichts dagegen, wenn ich zusätzliche Funktionen eines Programms zukaufen kann. Ebenso wenig stört es mich, wenn ein Spiel als Demo Version angeboten wird und ich per In-App-Kauf bei gefallen die Vollversion freischalten kann. Aber dieses nachkaufen von In-Game Währung oder besonderen Items nervt mich so extrem, dass ich bisweilen darüber nachdenke das zocken komplett sein zu lassen. Zu groß ist die Enttäuschung wenn ein interessantes Spiel, durch ein Freemium oder Paymium oder wie auch immer Modell, kaputt gemacht wird.

Und wer behauptet, dass Gameplay würde sich bei den meisten Freemium Titeln nicht verändern, der ist entweder naiv oder lügt dem geneigten Käufer dreist ins Gesicht. Selbstverständlich wird das Gameplay und Spieldesign an die vorhandenen IAP angepasst. In manchen Spielen schlimmer, in anderen weniger. Angepasst wird aber immer. Und genau das möchte ich nicht. Ich möchte keine Spiele die als zentrales Gameplay-Element Mechanismen enthalten die mich zum Item-Kauf verführen sollen.

Am schlimmste finde ich, dass die Medien nur sehr zaghaft Kritik äußern und bis Heute eine Seite im Netz fehlt (zumindest meines Wissens) auf der ich Spiele nach dem Vorhandensein von IAP filtern kann. TouchArcade war eine meiner beliebtesten Anlaufstellen für iOS Neuerscheinungen und Spielereviews, allerdings sind inzwischen (gefühlt) 9 von 10 Spielen die dort vorgestellt werden Freeemium-Titel. Wenn es wenigstens eine Art Icon in der Titelzeile jedes Artikels gäbe, anhand dessen man Spiele mit IAP schnell aussortieren könnte. Aber nein, häufig wird man nicht mal im Fließtext ausreichen informiert.

Meine Frage an die Community: Gibt es eine Seite mit iOS Ankündigungen und Tests, die sich ausschließlich auf "echte" Spiele konzentriert? Und wenn nein (was ich befürchte), besteht dann Interesse vielleicht erstmal im kleinen Rahmen selbst so etwas aufzuziehen?

Und sei es nur um der Industrie zu zeigen, dass nicht alle Spieler die Entwicklung von Spielerzentriertem-Gamedesign zu Publisherzentriertem-Gamedesign hinnehmen wollen (man wird ja noch träumen dürfen ;) )
 

Chaostheorie

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Meine erste Amtshandlung bei neuen iOS-Geräten ist das Deaktivieren der In-App-Käufe, und das schon seit Jahren. Hersteller bekommen von mir gerne 0,79€, 2,39€ oder 3,99€ für eine gute App, aber mit dem Kaufpreis sollte dann alles abgegolten sein. Außerdem finde ich diese In-App-Käufe äußerst unseriös. Bei allen iTunes-Betrugsfällen spielten In-App-Käufe eine Rolle (wir hatten hier ja schon mal einen langen Thread dazu).
 
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