Fragen zur neuen Datenschutzgrundverordnung

Diskutiere das Thema Fragen zur neuen Datenschutzgrundverordnung im Forum Digitalfotografie und Bildbearbeitung

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  1. wegus

    wegus Mitglied

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    Du hast das falsch verstanden! Mails mit Personendaten dürfen geschäftlich NICHT unverschlüsselt versendet werden. Wenn doch, dann gehören die Daten zumindest in einen verschlüsselten Anhang. Das habe ich mir auch so nicht ausgedacht, dass ist Datenschutz und gilt/galt auch schon vor der DSGVO 2018! Mails im Klartext und Faxe sind damit nicht mehr vereinbar.
     
  2. sDesign

    sDesign Mitglied

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    Das technische Verständnis fehlt mir evtl. beim betreiben der Webseite, aber eine IP Adresse in reinform ist nunmal auch ohne richterlichen Beschluss sehr aussagekräftig. Wenn wir sie als eine einzelne Datenquelle ansehen, dann ist diese wie Du sagst evtl. nicht wirklich aussagekräftig. Allerdings kann man über eine ganze Menge Hilfsmittel und mit etwas Zeit schon deutlich weiter qualifizieren. Das weisst Du sicherlich wenn Du eine Webseite betreibst und dies wird Marketing technisch auch schon zu genüge genutzt und wenn du dann noch mittels eines Log-In Bereiches auf deiner Seite einen Account dieser IP zuordnen kannst, dann wird dieser Datensatz mit dem du davor evtl lange nichts anfangen konntest sehr interessant.
    Das hier die Realität und das Gesetz weit auseinander driften ist mir klar und das wird auch leider nicht anders zu lösen sein, es sei den man bedenkt jeden Einzelfall und führt ein Fallrecht ein. Zur Speicherung der IPs hat der Gesetzgeber am bereits vor einem Jahr ein Urteil gefällt IPs (egal welcher Art) sind personenbezogene Daten und dürfen nur in Ausnahmefällen gespeichert werden. Sofern du also einen konkreten "Angriffsdruck" auf deine Webseite nachweisen kannst ist dein Recht die IPs zu speicher höher gestellt als das Recht der User an Ihren personenbezogenen Daten. Ich bezweifle nur das ein normaler Webseitenbetreiber einen "Angriffsdruck" nachweisen und gerichtlich durchsetzen kann, wenn dies nichtmal für die Webseiten der Bundesregierung eindeutig entschieden wurde.
    Falls du dazu was nachlesen willst https://www.kpw-law.de/2017/05/16/zulaessigkeit-der-speicherung-von-ip-adressen/
    Die Frage wird immer sein ist die speicherung technisch zum betreiben der Website dauerhaft notwendig? Eine temporäre Speicherung mit sicherer Löschung ist kein Thema und steht nicht zu Diskussion.

    Zum Thema Verarbeitung von Daten ist einfach folgendes zu sagen: Du kannst dich nicht damit rausreden, dass wenn Du die Daten deiner Kunden an Google übermittelt hast und Google damit Unfug treibt das außerhalb deiner Macht liege. Die Daten hast Du weitergegeben und deswegen bist Du dafür verantwortlich. Is doch ganz einfach. Ein Extrembeispiel: Wenn dein Arzt deine Daten an eine Zeitung rausgibt und diese dann die Informationen veröffentlicht. Wer is dann alles Schuld?
    Du musst also in der gesamten Kette der Datenverarbeitung sicherstellen, dass sich alle konform verhalten. Wenn Dir Google oder ein anderes Unternehmen versichern, dass Sie die Daten mit Sorgfalt behandeln is doch alles gut.
     
  3. Bitcruncher

    Bitcruncher unregistriert

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    Habe jetzt gerade nen Bericht im TV gesehen. Stehst Du vorm Brandenburger Tor in Berlin und willst das fotografieren, dann brauchst jetzt von jeder Person auf dem Foto eine Einwilligung !
    Sprich: Denkmäler kannst gar nicht mehr fotografieren, da stehen ja ständig Leute davor.
    Ich sag ja, voll Luschtig das neue Gesetz
     
  4. wegus

    wegus Mitglied

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    Auch das stimmt so nicht wirklich - dazu gibt es aber im Netz zu dem Begriff "Recht am Bild" ausufernde Auswirkungen. Auch hat das BMI selbst in einer Stellungnahme dargelegt, dass sich für Fotografen kaum etwas ändert.
     
  5. MacEnroe

    MacEnroe Mitglied

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    Du hattest geschrieben, dass ein Jeder ganz einfach die Inhalte von Mails abgreifen kann, wie
    von Postkarten.

    Und ich habe geschrieben, dass da nicht so ist. Weder bei Mails, noch bei Postkarten.
     
  6. wegus

    wegus Mitglied

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    Es ist faktisch so, dass man Postkarten lesen kann ohne daran gehindert zu werden. I’m Gegensatz zum Brief den man öffnen muss und sich dabei ggf. strafbar macht!

    Der Gesetzgeber geht dabei von möglichen Falschuustellungen ebenso aus, wie von halböffentlichen Räumen etc.

    Gleiches ist faktisch bei Mails der Fall! Das hab ich mir auch nicht ausgedacht, dass sieht der Gesetzgeber so.

    Du kannst die aber gern über ihren Irrtum aufklären.
     
  7. MacEnroe

    MacEnroe Mitglied

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    OK, dann hast du etwas anderes gemeint, als du geschrieben hast. Dann bin ich ganz deiner
    Meinung.

    (Denn natürlich kann nicht jeder einfach so auf Postkarten zugreifen, schließlich liegen die
    nicht frei herum, genauso wie meine Mails, du kannst auf die nicht zugreifen.)
     
  8. thorstenhirsch

    thorstenhirsch Mitglied

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    ...und zum Glück hat das überhaupt nichts mit der DSGVO zu tun. Wäre ja noch schöner, wenn ein Gesetz die Daten wieder einfangen will, die auf Facebook freiwillig in die Welt hinaus posaunt werden.

    P.S.: An meine E-Mails und meine Cookies kommst Du nicht ran, egal wie lange Du recherchierst.
     
  9. fa66

    fa66 Mitglied

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    Nein. Vereinfacht:
    1. Es geht bei der Frage (§22 KUG »Recht am eigene Abbild«) nicht ums Fotografieren, sondern ums Veröffentlichen.
    2. Solange du nicht vorm Brandenburger Tor fotografierst, weil eine bestimmte Person dort steht, die du ablichten willst, dürfte jene Person oder Personen, die mitabgelichtet werden, einfach nur Beiwerk zum Bild sein (i.S.v. §23 KUG »Ausnahmen zu §22«)
    3. Das Brandenburger Tor gehört zu den Orten, an denen gewöhnlich fotografiert wird. Das ist zu erdulden. Gleiches gilt für Demos und andere öffentlich Aufzüge. Auch dort ist mit dem Verfertigen und der Veröffentlichung von Fotos zu rechnen.
     
  10. Crimson

    Crimson Mitglied

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    Du legst hier sehr spezifische Beispiele dar, ignorierst aber weitaus wahrscheinlichere und alltägliche Szenarien, bei denen die neuen Verordnungen zu Problemen führen oder sogar Missbraucht werden können.

    Zum "Angriffsdruck"
    Rein theoretisch und auch praktisch stehen viele Server und auch Internetseiten unter permanenten Dauerfeuer was Angriffe angeht. Besonders zu beachten ist die Tatsache, dass es sich bei "alltäglichen" Angriffen nicht etwa gezielte Attacken handelt, sondern maschinell Server und Seiten angegriffen werden. Da spielt es keine Rolle ob es sich um kommerzielle Seiten mit sensitiven Daten handelt oder um die Internetseite des örtlichen Dackel-Vereins. Mit so einem Zeug verdiene ich meinen Lohn und ohne die Server-Logs wäre ich massiv aufgeschmissen.

    Zur Verarbeitung von Daten:
    Ich möchte mich nicht rausreden. Ich habe dich aber etwas gefragt:
     
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