Eigene Musik bei Apple Music - wie das Streamen gezählt?

SpiderJoni

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Meine Frau hat eine Single bei diversen Online Plattformen, wie auch bei Apple Music, veröffentlicht. Hierzu habe ich ein paar Fragen, zu denen ich weder bei Dr. Google noch bei Apple entsprechende Informationen zu finde. Vielleicht kennt sich hier jemand damit aus:

Pro Streaming wird ja prozentual Umsatzanteile ausgeschüttet (liegen ca. im 0,001 Cent Bereich), aber

- Ab wann zählt ein Streaming?

Ich habe mal gehört, dass man das Lied komplett gehört haben muss und mindestens 15 Sekunden zwischen einem erneuten Streaming desselben Liedes liegen muss, damit es als Streaming zählt. Kennt hier jemand validere Angaben?

- Wenn ich Musik von Apple Music in der eigenen Mediathek speicher und lokal runterlade und die lokalen Versionen abspiele, zählt das auch als "Streaming"? Effektiv wird ja nichts über das Netz gestreamt, sondern die lokale Kopie abgespielt.

--> wenn ja, wie kriegt Apple Music das mit, wenn man lokal die Musik abspielt und keine Verbindung zu Apple Music hat (wegen Flugmodus, Netzausfall, Tunnel, etc.)?

Ich weiß, ziemlich deepe Fragen, die mich aber brennend interessieren!
 

Maulwurfn

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Ich vermute, dass den Unternehmen ziemlich viel daran liegt, dass genau das nicht öffentlich wird, und du deshalb wenig darüber findest.
 

chris25

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In den Verträgen mit den Künstlern sollte das drinstehen. Die müssen ja wissen, worauf sie sich einlassen.
 

AgentMax

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Was aus Apple Music kommt wird den Künstlern vergütet. Bei Spotify meine ich war da mal was von 60% abgespielt oder so die Rede. Findet sich aber bestimmt genauer im Netz.
Musik die aus deiner iCloud Library kommt wird den Künstlern nicht verfüget. Da hast du die Rechte ja bereits gekauft.
 

SpiderJoni

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Was aus Apple Music kommt wird den Künstlern vergütet. Bei Spotify meine ich war da mal was von 60% abgespielt oder so die Rede. Findet sich aber bestimmt genauer im Netz.
Musik die aus deiner iCloud Library kommt wird den Künstlern nicht verfüget. Da hast du die Rechte ja bereits gekauft.
Ich meine nicht eigene Musik aus der iCloud, sondern Musik von Apple Music, die ich lokal in meiner Mediathek speichere. Diese werden ja de facto nicht wirklich gestreamt, wenn ich eine lokale Kopie davon abspiele. Sicherlich wird das auch gezählt, da der lokale Download ja ein Feature von Apple Music ist.
 

SpiderJoni

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In den Verträgen mit den Künstlern sollte das drinstehen. Die müssen ja wissen, worauf sie sich einlassen.
Wir haben die Musik über TuneCore verteilt, somit hat eigentlich TuneCore direkt die Verträge mit den Streaming Plattformen. Und in der Hilfe von TuneCore finde ich hierzu keine Angaben.
 

AgentMax

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Ich meine nicht eigene Musik aus der iCloud, sondern Musik von Apple Music, die ich lokal in meiner Mediathek speichere. Diese werden ja de facto nicht wirklich gestreamt, wenn ich eine lokale Kopie davon abspiele. Sicherlich wird das auch gezählt, da der lokale Download ja ein Feature von Apple Music ist.
Das wird auch gezählt. Wie Streaming.
Wenn offline werden die Wiedergaben zwischengespeichert und bei der nächsten Onlineverbindung an Apple gesendet.
 

Maulwurfn

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Etwas OT: Ich halte diese Zahl für eine Unverschämtheit und als Künstler, der von seiner Arbeit leben muss, würde ich mich weigern, an dieser Entwertung teilzunehmen.
Und was ist die Alternative? Das haben schon die großen versucht. Ergebnis: Die Musik wird auf anderen wegen besorgt. Geld verdienen kann man als Musiker heute mit Auftritten. Aber sich gegen die modernen Formen der Vermarktung zu verweigern bringt nichts.
 

warnochfrei

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Sich verramschen zu lassen bringt noch weniger. Dann doch einfach gar keine Singles rausbringen, wenn der Konsens ist, dass dafür zu bezahlen eh keiner macht.
 

chris25

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Was heisst verramschen? Durch Streaming sind die Einnahmen der Musikindustrie so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr, es ist also deutlich mehr Kohle zum Verteilen an die Künstler da.
 

vidman2019

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Etwas OT: Ich halte diese Zahl für eine Unverschämtheit und als Künstler, der von seiner Arbeit leben muss, würde ich mich weigern, an dieser Entwertung teilzunehmen.
Manchmal hilft etwas rechnen und nachdenken. ;)

Im bereits von mir verlinkten Bericht steht, dass z.B. Apple 2017 $0.0064 gezahlt hat (aktuell $0.00735), also etwas mehr als einen halben Cent. Wenn ich mir z.B. eine CD von De-Phazz (für 6€ bei Amazon gekauft) die ich in den letzten Jahren 6 1/2 Jahren (laut iTunes) ca. 50x angehört habe hernehme und komme ich bei 16 Liedern auf folgende Rechnung: 6€/(16x50) auf 0.0075€. Von diesen 0.0075€ pro Abspielen eines Liedes bleiben aber nicht der ganze Betrag beim Künstler sondern bewegt sich irgendwo um 1/8, sprich irgendwo um die 0.001€ pro Stream (von meiner CD). Beim Preis von 15€/CD dürfte der Betrag deutlich höher liegen, aber ziemlich sicher immer noch unter den Streaming-Einnahmen. Ich habe aber die CD und kann sie digital einlesen, an meine Familie weitergeben etc.

https://festivalisten.de/36418-wie-...m-album-ein-ueberblick-am-beispiel-bodi-bill/
 

warnochfrei

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Wenn mehr Geld reinkommt geht auch mehr an die Künstler
Und immer noch überdurchschnittlich viel an die Streaminganbieter/Plattenbosse selbst. Und somit nicht an diejenigen, deren Produkte ich haben will - denn ich kaufe eine Schallplatte niemals wegen der tollen Leistung derjenigen, die da den Preis draufkleben, sondern wegen der tollen Leistung derjenigen, die die Aufnahme vollbracht haben.

Das ist, als würdest du beim Autokauf den Großteil des Geldes für das Kennzeichen ausgeben.

Ich habe aber die CD und kann sie digital einlesen, an meine Familie weitergeben etc.
Und sie ist vermutlich langlebiger als jedes Streamingabonnement.
 

vidman2019

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Und immer noch überdurchschnittlich viel an die Streaminganbieter/Plattenbosse selbst.
Schon mal ausgerechnet wie wenig Leute eigentlich hören dürfen damit Betreiber bei einem Preis von 10€/Monat überhaupt die Chance haben Gewinn zu machen? Wenn ich bei Apple Music die Preise von 5€/10€/15€ sehe und wenn die $0.00735 stimmen, dann dürfen pro Monat 680/1360/2040 Streams, also 23/46/69 Streams pro Tag gehört werden. Da sind aber keine Steuern oder irgendwelche Kosten für den Betrieb berücksichtigt.
Und sie ist vermutlich langlebiger als jedes Streamingabonnement.
Und ein guter Künstler verdient mit einem guten Album via Streaming vermutlich mehr als wenn es als CD oder Platte gekauft und rauf- und runtergespielt wird.

Wenn die Zahlen wirklich stimmen, hätte der gute Dave Matthews für sein Album Big Whiskey & The Groo Grux King alleine durch mich knapp 12€ via Apple Music erhalten - wenn ich das Album nicht für 8,50€ als CD gekauft hätte...