Dot=REL? Und wie dpi berechnen? Und und und...

Dieses Thema im Forum "Drucktechnik" wurde erstellt von macboehni, 10.04.2008.

  1. macboehni

    macboehni Thread Starter MacUser Mitglied

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    Tag zusammen

    Musste heute Bilder bearbeiten, welche in einem 60er-Raster gedruckt werden. Dafür musste ich eine Auflösung von 305 dpi nehmen. Das wurde dann wohl so ausgerechnet: ein 60er-Raster hat doch 60 Linien pro cm, das ergibt 152.4 Linien pro Inch. Dann kommt noch der Qualitätsfaktor von 2 hinzu was dann die 305 dpi ergibt.

    1. Was ist der Unterschied zwischen Linien per Inch und Dots per Inch? (Hat das mit den verschiedenen Geräten zu tun, also wird z. Bsp. beim Scanner, Belichter oder Drucker lpi verwendet und im Bildbearbeitungsprogramm oder allgemein am Computer dpi? Wenn ja, wieso die unterschiedliche Bezeichnung?)

    2. Was genau ist der Qualitätsfaktor und wann ist er wie stark? Soweit ich weiss muss der bei der Berechnung der Ausgabeauflösung aufgrund der Rasterwinkelung gemacht werden, denn wenn die Pixeldatei gerastert wird und der Winkel der Belichtermatrix beispielsweise bei 45 Grad liegt und der der Pixeldatei bei 0 Grad, dann deckt ein Pixel einen Rasterpunkt nicht vollständig -> also wird er vergrössert, damit der Rasterpunkt vollständig gedeckt wird!?!

    3. Und ist überhaupt ein Pixel = ein Dot = ein Rasterpunkt oder ist ein Pixel = ein Dot = ein REL oder noch anders?

    4. Habe hier eine Aufgabe:
    Wird also so berechnet: 70er-Raster = 70 Linien pro cm * 2.54 (Umrechnung in Inch) * 16 (da auf einer Linie eines Rasterpunktes 16 RELs sind ->^2 ergibt die 256 Graustufen) = Ausgabeauflösung von 2845 Dots per Inch.
    Und wieso fehlt jetzt hier der Qualitätsfaktor? (Wie gross der auch immer sein mag)

    5. Und zum Schluss -> Und wieso musste ich bei meinen Bildern nicht mit 16 (Wurzel aus 256 Graustufen) multiplizieren?

    Wenn mir das jemand erklären könnte wäre ich ech sehr sehr sehr dankbar!

    PS: Zusatzfrage:

    Was ist genau mit Litho gemeint?
     
  2. ::arglbarf::

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    Google ist dein Freund.

    Aber ich bin ja ein Netter:D und probiers trotzdem mal...

    Angaben ohne Gewähr:)

    lpi ist die Anzahl der Rasterpunkte, dpi die Anzahl der Belichterpunkte
    Und dann gibt es da noch ppi (Pixel per inch = Bildauflösung)

    Der Qualitätsfaktor soll sicherstellen, dass ein Pixel, der bei der Rasterung auf 45° gewinkelt wird, vollständig durch einen Rasterpunkt dargestellt werden kann. Wenn der (das?) Pixel auf 0° steht hat er eine horizontale Breite von 1. Wird er um 45° gedreht, vergrössert sich die horizontale Breite und zwar um Wurzel 2 (Phytagoras). Der Qualitätsfaktor ist immer gleich, nämlich 1,4xxx (also Wurzel aus 2). Für ein 60er Raster brauchst du daher 60 lpcm x 2,54 inch pro cm x 1,4xxx = 215,5xx - Aufgerundet 216 ppi Bildauflösung.
    Es hat sich aber eingebürgert, den Qualitätsfaktor von 2 zu nehmen, wahrscheinlich um das auch im Kopf rechnen zu können und weil mehr nicht schaden kann ist (Viel hilft viel).

    Pixel = Bildpunkt
    Dot = Rasterpunkt des Ausgabegeräts (streng genommen)
    Rel = Belichterpunkt (wird aber auch Belichterdot genannt...)

    Wie du bemerkt hast, wird das auch oft durcheinander gewürfelt. Vielleicht tue ich das auch gerade...

    Der Qualitätsfaktor hat bei der Belichterauflösung nix verloren, bei der Ausgabe auf dem Belichter ist ja bereits gewinkelt worden.
    Der Faktor 16 oder Wurzel aus 256 ist die Anzahl der Belichterpunkte auf einer Linie. Das bedeutet, der Belichter stellt einen Rasterpunkt aus 256 kleinen Punkten (=REL) zusammen.

    Weil das im RIP passiert und Belichterspezifisch ist. Du bestimmst mit deiner Bildaulösung die Anzahl der Rasterpunkte, die Belichterauflösung bestimmt die Anzahl der Belichterpunkte (pro Linie). Ich weiß gerade nicht, wie ich das besser erklären kann...

    Litho ist der Film oder die Reproduktionsvorlage

    Ich hoffe, ich konnte Licht ins Dunkel bringen. Wer Fehler findet, darf mich gerne darauf hinweisen.
     
  3. macboehni

    macboehni Thread Starter MacUser Mitglied

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    Habe sehr lange danach gegoogelt, aber um die Zusammenhänge zu verstehen, dachte ich, frage ich besser hier nach. Also danke schon mal für deine Antworten.

    lpi ist jetzt klar, aber dpi noch nicht so ganz. Also, du sagst, ein dot (von dpi) entspricht einem Belichterpunkt und wie du weiter unten schreibst entspricht ein Belcihterpunkt einem REL. Also ist ein Dot doch ein REL? Nicht oder? Aus einem Dot werden ja (z. Bsp. aus 50% Magenta) die dazu nötigen RELs belichtet (also hier bei 256 Stufen 128 RELs), damit der Eindruck eines 50% Magenta entsteht.
    ????

    Also: Die Rasterung und Winkelung findet im RIP statt, oder? Und damit der Rasterpunkt vollständig abgedeckt wird, muss ich vor dem rippen mit einem QF von 2 arbeiten. Und wie funktioniert das dann genau im RIP, wird dann da aus 2 Pixel ein Rasterpunkt berechnet? Oder aus vier? :confused:

    Und muss ich den QF immer mitberechnen? Also immer wenn anschliessend belichtet oder gedruckt wird? Auch bei der FM-Rasterung?

    Eben, wie oben schon geschrieben: Du sagst, dpi ist die Anzahl der Belichterpunkte und ein Belichterpunkt ist gleich ein REL. Also wäre ein dot = ein REL, ist aber nicht so, oder? Hast du das evtl. so gemeint: dpi = Anzahl der Rasterpunkte und die RELs sind dann die Belichterpunkte?

    Also, langsam kommt Licht ins Dunkle: Habe die Aufgabe auch ein wenig falsch verstanden resp. interpretiert. Die Multiplikation mit 16 resp. mit der Wurzel aus der Anzahl Graustufen die dargestellt werden sollen findet also im RIP statt. D. h., dass ich beim Scannen nicht mit 16 multiplizieren muss da dieser Faktor erst im RIP zur Anwendung kommt. Richtig?

    Aber wieso wird die Ausgabeauflösung des Belichters ebenfalls mit dpi angegeben? Müsste es dann nicht eher rpi (RELs per Inch) heissen?

    :confused:

    Ja, hat mir scho sehr geholfen, danke 1000x!
     
  4. macboehni

    macboehni Thread Starter MacUser Mitglied

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    Kann mir hier jemand noch weiterhelfen?
     
  5. ::arglbarf::

    ::arglbarf:: MacUser Mitglied

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    Im Falle des Belichters ist das m.W. tatsächlich so, dass ein Dot ein Belichterpunkt ist. Der Belichter in deinem Beispiel hat 2845 dpi (Dots per inch ) und das ist gleichzeitig die Anzahl der Rels.

    Eigentlich wird aus einem Rasterpunkt die nötigen Rels belichtet, aber auch der Rasterpunkt wird oft als Dot bezeichnet. Problem ist also das Dot nicht gleich Dot ist.:)
    Was gemeint ist, sollte sich eigentlich aus dem Kontext erklären.

    Yep, genau.

    Eieiei. Nein, bei der richtigen Bildauflösung (also Rasterweite in inch x 2,54 Inch pro cm x Qualitätsfaktor (Wurzel aus 2 oder einfacher 2)) wird ein Pixel aus einem Rasterpunkt dargestellt. Ist die Bildauflösung geringer, Beispielsweise 72ppi, wird bei einem 60er Raster ein Rasterpunkt aus mehreren (hier: etwa 4) Pixeln gebildet. Also geht Bildinformation verloren.

    Yep. Wenn du größtmöglichst genau reproduzieren willst, dann ist das so. Von FM-Rasterung habe ich jetzt mal keine Ahnung, aber nach meinem Verständnis müsste das dort genau so sein.

    Korrekt. Der Faktor (Wurzel aus Graustufen) kommt nur bei der Belichterauflösung ins Spiel.

    Tja, ist durchaus irritierend, ist aber nun mal so.

    So, ich hoffe, ich konnte helfen.
     
  6. macboehni

    macboehni Thread Starter MacUser Mitglied

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    Super, vielen Dank!!!
     
  7. ThoRic

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    Der Qualitätsfaktor von 2 kommt daher:
    Nyquist-Shannon-Abtasttheorem.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nyquist-Shannon-Abtasttheorem
     
  8. ::arglbarf::

    ::arglbarf:: MacUser Mitglied

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    Ähm, das Abtasttheorem hat doch eher was mit der Abtastung von Audiosignalen zu tun ?:confused:
     
  9. aro74

    aro74 MacUser Mitglied

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    Auch. Nyquist-Shannon kannste eigentlich bei jeder Digitalisierung einsetzen.
     
  10. mac$imon

    mac$imon MacUser Mitglied

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    Litho kommt von Lithografie und genaugenommen ist damit der »Steindruck« gemeint, welcher der Vorgänger vom Flachdruck (bzw. später Offsetdruck) ist.

    Mittlerweile wird damit aber meistens das Belichten bzw. der Druck von gerasterten Bildern gemeint, welches wiederum das ganze rumgewürfel mit Lines, Dots, Rels und später auch Pixeln per Inch oder Zenitmeter zufolge hatte.....

    Gruß

    Simon
     
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