Dachbodenfund: über 100 Schallplatten - welcher Spieler zum Digitalisieren?

cschirmbeck

Mitglied
Thread Starter
Mitglied seit
07.02.2004
Beiträge
978
Seit kurzem habe ich eine Begeisterung für Schallplatten entwickelt - die Ästhetik ist mit der von CDs meiner Meinung nach nicht zu vergleichen (CDs besitze ich gar nicht mehr, momentan ist alles digital).
Nun trifft es sich gut, dass ein Dachbodenfund - über 100 Schallplatten in relativ gutem Zustand - nun einen guten Start für eine Schallplattensammlung bietet. In diesem Fund ist fast alles vertreten - von den Rolling Stones über Dave Brubeck bis hin zu Opern...

Nun kenne ich mich im Schallplattenbereich nicht besonders gut aus, ich bin ein völliger Neuling.
Ich suche nun einen Schallplattenspieler, der

a) eine gute Audioqualität liefert (als Anhaltspunkt: ich bin B&O-Fan ;))
b) schön/edel aussieht (auch hier: siehe B&O)
c) evtl. als bonbon die Digitalisierung der Schallplatten ermöglicht

Zu c): ich habe einen PowerMac G5 Dual 2.0 GHz, also auch einen optischen Audioeingang. Ließe sich dieser in diesem Zusammenhang nutzen? Ist dazu noch spezielle Software nötig, und wenn ja, wieviel kostet diese?

Die Preisgrenze für den Plattenspieler liegt auf jeden Fall unter 1000 Euro, am besten unter 700 Euro. Kann man mit dieser Preisvorstellung etwas anfangen, oder ist das völlig unrealistisch? Ich habe auch gehört, dass die Nadeln unglaublich teuer sein sollen (z.B. 300 Euro/Nadel bei einem guten Spieler)... welche Kosten kommen auf mich zu?

Ich würde mich über einige Tipps freuen...
Alleine die Coverdesigns der Schallplatten sind es schon wert... :D
 

Pretzel

Aktives Mitglied
Mitglied seit
08.09.2003
Beiträge
1.203
Die guten alten Technics 1210er natürlich! ;)



gibts auch in Silber...

sieht dann so aus:

 

cschirmbeck

Mitglied
Thread Starter
Mitglied seit
07.02.2004
Beiträge
978
Danke für den Hinweis... schaue ich mir gleich mal genauer an :)
Wie sieht es da mit der Digitalisierung aus? Worauf sollte ich achten?
 
A

abgemeldeter Benutzer

Thorens-Plattenspieler sind auch immer eine gute Wahl :)
Was das digitalisieren angeht: Mit Spin Doctor (ist im Toast Ordner versteckt) über Audioeingang (wenn der G5 so was hat, ansonsten z.B. via iMic von Griffin) aufnehmen und die Stücke schneiden – das ist die einfache und manchmal "brummige" Variante ;)
Die professionelleren Wege dürftest du über die Suche im Forum finden (Stichwort digitalisieren).
 

krm

Mitglied
Mitglied seit
07.06.2003
Beiträge
111
ganz ehrlich kann ich zu deiner frage keine anwendungserfahrung berichten, jedoch zu dem Techniks MK 1210 und auch dem nachfolger kann ich aus eigener erfahrung (habe jahrelang aufgelegt) sagen: TOP!!! und meiner (ca. 12 jahre alt) läuft noch immer!!!
 

Ochi

Mitglied
Mitglied seit
03.11.2003
Beiträge
473
Zum Technics würde ich auch raten... Nicht nur der meistgenutzte Club-TT, sondern auch nach Jahren noch einer der gleichlaufschwankungsfreiesten...

Nur was noch keiner erwähnt hat: Der Technics alleine macht noch lange nicht die Musik! Auf das "System" (also Nadel, etc.) kommt es auch an...
Mein Tipp auf dem MK-II: Ortofon Nightclub E
Das ist ein System mit einem sehr ausgewogenen Klangbild und einem sauberen elliptischen Schliff. (Daher das "E". Systeme mit einem "S" besitzen einen sphärischen Schliff und sind eher zum scratchen geeignet, dafür haben sie einen minimal schlechteren Klang.)

Viel Spaß beim andächtigen Lauschen/Digitalisieren!
 

cschirmbeck

Mitglied
Thread Starter
Mitglied seit
07.02.2004
Beiträge
978
Vom Design her gefällt mir eigentlich der Thorens TD 170 Plattenspieler ganz gut - und der ist auch noch zu finanzieren (ca. 350 Euro)...
Ist der Plattenspieler in Ordnung bzw. kann er mit den Technics mithalten?

@Ochi
verstehe ich es richtig, dass bei den Plattenspielern (z.B. dem TD 170) noch keine Nadel dabei ist? Braucht man neben dem Plattenspieler und der Nadel noch etwas (neben einer Stereoanlage als Verstärker, versteht sich von selbst)? Und: wie oft muss man die Nadel wechseln?


Und dann noch eine Frage: viele Platten sind etwas verdreckt. Wie reinigt man die am besten?
 

willimu

Neues Mitglied
Mitglied seit
22.08.2004
Beiträge
18
Hi,
der optische Audioeingang ist ein digitaler!

Ich kann mir nicht vorstellen, daß es Plattenspieler gibt, die einen Analog-Digital-Konverter eingebaut haben. Also muß man das Signal extern wandeln, z.B. mit einem DAT-Recorder oder auch mit dem im Mac eingebauten, also dem analogen Audioeingang (drinnen ist dann der Wandler).

Der Analogeingang von Mac-Rechnern ist in der Regel schon recht gut, aber kein HiEnd.

Um mp3s davon zu machen müßte es aber absolut reichen. Hauptsache es brummt nix. Das kann man meißt schon verhindern indem man das Audiokabel nicht nah an Netzgeräten und Stromkabeln vorbeileitet.

Es gibt PCI-Soundkarten mit sehr hochwertigen Analogeingängen, z.B. von Digidesign oder auch USB-Audiointerfaces. Da würde ich mal bei so Musiker-Fachmärkten nachhören wie musikstore, Thomann und wie die alle heißen.

Aber mal nebenbei: man kann doch mittlerweile alles in Top-Qualität digital remastert, entclickt und decrackled auf CD bekommen, auch geliehen, da geht das digitalisieren doch viel einfacher :)

Ich würde mir die Scheiben einfach anhören und das Ritual genießen.

Gruß

willimu
 

Wildwater

Aktives Mitglied
Mitglied seit
31.03.2003
Beiträge
11.157
dann geb ich hier auch mal meine meinung ab ;)

zum thema digitalisieren verweise ich auf ein vorhandenes thema: ->das hier

zum thema plattenspieler: ich selbst habe erst kürzlich einen thorens erworben. der genaue test steht noch bevor, aber so vom ersten eindruck klingt er gut. weiters kann ich Pro-Ject empfehlen -> hier lang bitte

falls du eine phonovorstufe brauchst gibt es diese von Thorens, Pro-Ject oder NAD.
von TerraTec kenn ich eine Phonopreamp mit USB ausgang

für den etwas exclusiveren geschmack wüsste ich noch transrotor
und als vorstufe vielleicht eine Reußenzehn -> vorsicht röhren
… ähm ja ;)

hier noch quellen für allerlei zubehör zum thema plattenspieler:
-> Mr Stylus
-> Die Nadel

ww
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
A

abgemeldeter Benutzer

Thorens Plattenspieler zeichnen sich durch ihre solide Verarbeitung und Langlebigkeit aus – der Technics ist der Plattenspieler der DJs (was ihn ganz bestimmt nicht schlechter macht, siehe auch die Erfahrungen der anderen Macuser).
Die Nadel musst du wechseln, wenn sie abgespielt ist :) (Betriebsstundenangaben können versierte Fachhändler sicherlich machen).
Du kannst die Platten "nass" abspielen (dann aber immer!), und es gibt auch irgend so ein Chemiezeugs zum Reinigen – taugt aber m. E. nix (aber schon länger her, dass ich das gemacht habe). Ich verzichte immer auf alles … :)

PS: Ich nutze einen ca. 30 Jahre alten Dual-Plattenspieler, der Thorens (weiß nicht welcher) steht seit 10 Jahren bei meiner Exfrau.

PPS: Wenn du auch alte Schellackplatten abhören willst, brauchst du einen der auch 78-er Geschwindigkeit abspielen kann …
 

cschirmbeck

Mitglied
Thread Starter
Mitglied seit
07.02.2004
Beiträge
978
@ww
auch Dir noch einmal danke für die vielen Hinweise :) Echt klasse wie schnell das hier geht…
Du hast noch eine Phonovorstufe erwähnt; leider habe ich keine Ahnung, was das ist und wozu ich es brauche. Kann man nicht einfach den Plattenspieler kaufen und an einen Verstärker (einfach normale Stereoanlage) anschließen?

@bömpfmactobi
Gut, dann tendiere ich richtung Thorens, ganz einfach weil ich ja kein DJ bin und einfach nur anhören will. Der erwähnte Thorens kann auch in 78er Geschwindigkeit abspielen!
Und zur Reinigung: du meinst also, ein weiches, feuchtes Tuch reicht, richtig?

Und zu den Nadeln: sind die jetzt bei den Plattenspielern schon dabei, oder nicht? :confused: Und zur Spieldauer: kannst Du eine ungefähre Angabe machen? Ich habe nämlich gar keine Vorstellung... 10h-100h, alles könnte ich mir vorstellen… :rolleyes:


Ich hoffe, ich beanspruche euch nicht zu sehr… :rolleyes: bin eben einfach ein völliger Neuling ;)
 

Wildwater

Aktives Mitglied
Mitglied seit
31.03.2003
Beiträge
11.157
cschirmbeck schrieb:
@ww
auch Dir noch einmal danke für die vielen Hinweise :) Echt klasse wie schnell das hier geht…
Du hast noch eine Phonovorstufe erwähnt; leider habe ich keine Ahnung, was das ist und wozu ich es brauche. Kann man nicht einfach den Plattenspieler kaufen und an einen Verstärker (einfach normale Stereoanlage) anschließen?
die phonovorstufe brauchst du um den plattenspieler an einen line-in anzuschliessen. viele neueren stereoanlagen haben keine plattenspieleranschluss mehr. da diese jedoch einen niedrigern pegel haben als ander komponenten (CD player, kassetendeck) brauchst du eine zusätzliche vorstufe. kostet von NAD (die werd ich mir holen) ca. 100 Euro.

bei den Thorens ist nach meinem wissen eine nadel dabei.

ww
 
A

abgemeldeter Benutzer

Ein paar Tausend Betriebsstunden sollte eine Nadel halten, aber verdreckte Platten bzw. Sprünge der Nadel verkürzen das Ganze. Früher (vor der CD-Zeit) habe ich mir jedes Jahr eine neue Nadel bzw. System (taugliches gibts ab ca. 40 €) gekauft.
Ob es normal ist, dass System (mit Nadel) dabei ist, weiß ich auch nicht.
Reinigung nur mit trockenem Tuch. "Nass abspielen" heißt tatsächlich Platte unter lauwarmen Wasserhahn halten (nicht unbedingt gut für die Nadel ;-) …
 

cla

Aktives Mitglied
Mitglied seit
24.10.2003
Beiträge
2.965
cschirmbeck schrieb:
Du hast noch eine Phonovorstufe erwähnt; leider habe ich keine Ahnung, was das ist und wozu ich es brauche. Kann man nicht einfach den Plattenspieler kaufen und an einen Verstärker (einfach normale Stereoanlage) anschließen?
Wenn die Stereoanlage einen Phono-Eingang hat, dann brauchst du keine Phonovorstufe. Sollte die Stereoanlage aber keinen extra Phono-Eingang haben, dann schon.

Das Ausgangstonsignal vom Plattenspieler ist geringer (niedrigere Spannung) als der erwartete Pegel bei den meisten Audio-Eingängen, und muss deshalb angehoben werden. Das macht entweder die Elektronik in der Stereoanlage, oder eine extra Phonostufe.

cla
 

cla

Aktives Mitglied
Mitglied seit
24.10.2003
Beiträge
2.965
Zur Reinigung von Platten: Habe gehört, das manche Leute ihre Platten in Ultra-Schall-Reinigungsgeräten vom Schmutz säubern. Die Geräte vom Optiker werden aber im allgemeinen etwas zu klein dafür sein :)

cla
 

Ochi

Mitglied
Mitglied seit
03.11.2003
Beiträge
473
Ich habe selber noch nie mit einem Thorens-Gerät Kontakt gehabt, kann daher keine Aussage zu treffen. Aber die Daten des Technics sprechen immer noch für sich, auch wenn der Thorens (wenn man den Bildern trauen kann) mit einem Ortofon-System (aber etwas einfacherer Bauart) daherkommt.
Schelllackplatten wirst Du keine dabeihaben, daher brauchst Du die hohe Umdrehungszahl auch nicht.
Einzig der Preis spricht im Vergleich für das Schweizer Produkt.
Wobei: Den Technics ohne gutes System bekommst Du z.B. für 459€ bei Elevator (DJ Versand). Das wären "nur" ca. 100€ Unterschied, aber das System fehlt halt noch...
Für oben beschriebenes System zahlst Du dann noch einmal ca. 105€ dazu, hast dann aber auch schon eine Ersatznadel dabei. (Einzeln für 90€ erhältlich. Für 93€ könnte auch das Ortofon Broadcast E etwas für Dich sein...)
Aber diese Investition lohnt sich für jeden audiophilen MacUser... :D

Zum Schallplattenreinigen: Klick mich!
Das sollte auch Deiner Vorstellung entsprechen, oder?

Ich gehe jetzt jedenfalls ins Bettchen!
Nacht zusammen! ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

jokkel

Aktives Mitglied
Mitglied seit
24.09.2003
Beiträge
3.790
Ich würde dir eher zum Thorens raten. Der Technics 1210er ist ein DJ Plattenspieler und für den Hausgebrauch etwas unpraktisch zu bedienen. Thorens stellt sehr gute her.
Nett finde ich z.B. wenn der Plattenspieler sich abschaltet, sobald das Ende er Platte erreicht ist. Das macht der Technics nicht, und soll er ja auch nicht. Allerdings ist es doch nervig, wenn die Platte sich im Leerlauf befindet. Wenn man Abends zum Einschlafen eine Platte hört, dann ist das wirklich doof.

Ich kenne Plattenspieler von Thorens, da mein Mitbewohner und meine Schwester einen besitzen. Beide sind sehr gut und funktionieren wunderbar.
 

macracer

Aktives Mitglied
Mitglied seit
09.05.2004
Beiträge
1.308
Ich hab noch einen alten Technics im Keller.....

Zum säubern gibts auch Plattenbürsten und Anti-static Tücher. Naß abspielen ist aufwendig und sollte auch mit spezieller Flüssigkeit sein. Ausserdem, wie oben erwähnt, muss mans dann immer machen, raschelt sonst im trockenen Zustand.
Einmaliges säubern geht mit destilliertem Wasser (Kalkfrei!) und vielleicht ein Tropfen Spülmittel, wenn die Platten verklebt sind. Sonst nur trocken reinigen.

DUAL, Thorens, auch BRAUN und Bang&Olufson waren die guten High End Plattenspieler - Erbauer. Die Plattenspieler sind teils sehr schwer, um die Gleichlaufschwankungen niedrig zu halten. Direktantrieb oder Riemenantrieb ist auch noch eine Entscheidungsfrage....
Der Technics startet und steht "sofort", wenn die Taste gedrückt wird. Ausserdem ist er scratch-fähig und lässt sich rückwärts drehen, wozu natürlich die Nadel auch geeignet sein muss. Das sind seine Vorteile

Auch wäre zu überlegen, welche Art von Nadel man benützen möchte, Diamant oder Saphir, magnetisches oder keramisches System, je nachdem, ob sich Klassik oder Pop gut anhören soll, ob Klassik lieber einen Tick wärmer klingen soll oder die Dynamik wichtiger ist. Natürlich ist ein Röhrenverstärker ein Muß........... :p
 
Oben