Brexit

Mann im Mond

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Hallo,

man muss ja mittlerweile Augen und Ohren feste zudrücken um nicht über das Thema zu stolpern.

Interessant finde ich, wie unsere Qualitätspresse gegen den Brexit trommelt (so intensiv wird im Ausland nicht getrommelt).

Offenbar scheinen hier bestimmte Interessengruppen wirklich etwas zu verlieren.

Meine Meinung dazu: Ich hoffe die Wahlberechtigten dort entscheiden sich für den Brexit.

Zum einen werden wir dann sehen ob etwas an den bösen Argumenten dran ist (wird die Welt/EU untergehen?) zum anderen können wir dabei Proben wie weitere Länder die EU sicher verlassen können.

Zu guter Letzt wäre es ein ordentlicher Dämpfer der die selbstherrlichen und selbstverliebten EU Gremien vielleicht zum nachdenken bewegen könnte. Vielleicht würde es ja dazu führen das Junker und Co aus ihren Ämtern gejagt werden. Dann wäre der Brexit auch ein guter Tag für die EU.

Ich glaube, das nach einem Brexit das Leben wie gewohnt weiter geht. Die organisatorischen Änderungen sind alle verkraftbar und es gäbe nur ein Land mehr das eben nicht in der EU wäre.

Vermutlich würde dann der Letzte verstehen, das die EU in der jetzigen Form entbehrlich geworden ist. Die Tröge an aus denen die EU Politiker futtern würden dann auch nicht mehr so gut gefüllt werden.
 

thogra

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Bei der allgemeinen WildWest-Stimmung würde es in das Bild einer Welt passen, die insgesamt mehr auf Abschottung setzt, als auf Gemeinschft. Mehr Nationalismus, um kurz/mittelfristige Strategien umzusetzen, die langfristig die Gesamtproblematik verschärfen. Egal ob in Europa, oder überm großen Teich (unerheblich ob Trump oder Clinton das Rennen macht).

Naja -
 

mukululu

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Ich vermute es wird zu keinem Brexit kommen. Obwohl man es ohne Britanien nicht so stressig in der EU hätte. Allerdings müsste Deutschland dann schon mehr dazu"Steuern" um den finanziellen Verlust abzufedern.
 

KumpelKalle

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Schwierig zu sagen was dabei besser für England ist, für die EU wäre der Brexit ein Desaster. Zumindest in der heutigen Zeit.

Wäre es der Deexit, wäre es eher schlecht für Deutschland aber gut für die EU.
 

ProjectBuilder

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Bei der allgemeinen WildWest-Stimmung würde es in das Bild einer Welt passen, die insgesamt mehr auf Abschottung setzt, als auf Gemeinschft.
Bei der EU geht es nicht um Gemeinschaft, sondern darum, dass sich bürokratische Sesselkleber ihren persönlichen Status erhalten können.
 

WollMac

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Schwierige Frage.
Ansich könnte das Projekt Europa einen Neustart vertragen, der mal den Fokus vom Raubritterkapitalismus hin zu Frieden und Gemeinschaftlichkeit lenkt.

Ich beobachte das Verhalten von England in der EU schon seit den Tagen von Maggie Thatcher und habe mich schon oft gefragt, ob England (Warum ich England und nicht GB sage, wird noch klar werden) nur in der EU ist, um Stunk zu machen und Zwietracht zu sähen.

Es scheint eine Menge Leute in London zu geben, die sich strikt weigern, zur Kenntnis zu nehmen, dass mittlerweile im Empire die Sonne sehr wohl untergeht.
Von daher wäre ein Brexit vielleicht nicht unbedingt nur schlecht.
Er würde auf jeden Fall die Zerfallstendenzen von GB verstärken, da man in Schottland ein großes Interesse hat, in der EU zu bleiben und in den Euro zu gelangen und da England dort von je her eher als Besatzungsmacht gesehen wird.

Ich versuche mir vorzustellen, wie eine EU aussähe, in der England fehlt, aber Schottland, Wales und ein vereinigtes, überkonfessionelles Irland Mitglieder sind.
 

Mann im Mond

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Schwierig zu sagen was dabei besser für England ist, für die EU wäre der Brexit ein Desaster.

wieso?

Dann gibt es halt noch einen Staat wie Norwegen ....

Auch wenn es für dich persönliche Einbußen bedeutet? Weniger Einkommen etc.?
"Dafür" ist leicht gesagt, die Konsequenzen will immer keiner tragen.

lasst euch doch nicht Angst machen?

Wieso sollte das weniger Einkommen bedeuten?
 

CQB241

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Vielleicht sollten die Briten erst mal klären, wer aus dem "Vereinigten" Königreich aus dem vereinten Europa austreten möchte. Schottland wäre ja scheinbar gerne weiter in der EU, würde dann aber durch ihr "vereinigtes" Königreich zum Austritt gezwungen. Schon paradox.

Mir macht weniger der Brexit als der aufkommende Nationalismus sorge. Gemischt mit den diffusen Ängsten vor denen da Oben und der "Systempresse" ensteht wieder eine sehr explosive Mischung.
 

ProjectBuilder

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Es scheint eine Menge Leute in London zu geben, die sich strikt weigern, zur Kenntnis zu nehmen, dass mittlerweile im Empire die Sonne sehr wohl untergeht.
In den Gebieten, die vom Empire noch übrig geblieben sind, scheint die Sonne nur selten... vielleicht erschwert das die Erkenntnis... ;)
 

Mann im Mond

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Mir macht weniger der Brexit als der aufkommende Nationalismus sorge.

kann ich nicht erkennen.

Gerade viele der Engländer die raus aus der EU wollen betonen immer wieder wie wichtig ihnen Europa ist. Nur die EU als Regierung wollen die nicht.

Auch diese "jetzt gibt es wieder National-Staaten und wir hauen uns später auf die Nase (das soll doch wohl suggeriert werden) ist ein schöner Reflex a la "Du bist für uns, oder unser Feind". In diesem Zusammenhang bedeutet das: Du bist der gute aufgeklärte Europäer oder ein armer nationalistischer Wicht.

Das selbe Vorgehen wie bei allen anderen Strömungen die ehr unliebsam in einigen Augen sind. Die Leute merken gar nicht, das sie damit genau das Gegenteil produzieren. Die Leute ziehen sich zurück und bei nächster Gelegenheit wird dann zurück gezahlt.
 

WollMac

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Laut http://www.welt.de/politik/ausland/...uerfte-das-Parlament-das-Volk-ignorieren.html darf das Britische Volk gar nicht über sowas wie den Brexit entscheiden.
Das Parlament entscheidet und hat schon entschieden.

Aus dem Artikel:

und das auch noch bei geringer Wahlbeteiligung. Läge diese um 50 Prozent, bei einem Ergebnis von etwa 51:49 pro Brexit, hätten praktisch nur ungefähr 25 Prozent der Briten den Austritt gewählt. Dem soll das Parlament folgen?

Hierzulande leiten die Parteien aus solchen Wahlergebissen vollig selbstverständlich ihre Alleinherrschaft ab...
 

Fidefux

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Die Debatte, die in Großbritannien über den Brexit geführt wurde in den letzten Wochen, drehte sich im Grunde genommen lediglich über Nationalismus in Bezug auf wirtschaftspolitische Fragen... Drei der großen Debatten bei BBC und ITV habe ich mir angeschaut, mit den jeweiligen Top-Kandidaten der Lager und war erstaunt, wie einseitig und extrem vereinfachend die Diskussionen in Bezug auf den Brexit in Großbritannien abgelaufen sind. Großartig überzeugende Argumente konnten beide Lager meiner Meinung nach nicht liefern.

Je öfter das eine Lager den Satz „Take back control“ wiederholt, desto eher pleuen sie es vielleicht in die Köpfe ein.
 

thogra

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Aus dem Artikel:



Hierzulande leiten die Parteien aus solchen Wahlergebissen vollig selbstverständlich ihre Alleinherrschaft ab...

Hmm - weil die Zweidrittelfraktion der Nichtwähler (kann ich sogar verstehen: wer kann sich schon für Pest oder Cholera entscheiden, wenn man doch eigentlich gesund sein/bleiben wollte) geflissentlich ignoriert werden.

@Fidefux
Take back control, hört sich fast genauso an wie: wir sind das Volk.
 
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