Auch Selbstständige sollen in der Coronakrise Hilfen bekommen.

Isegrim242

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… das müssten mind. 40% weniger sein. richtig?
bundesfinanzministerium.de schrieb:
Antragsberechtigt sind Unternehmen und Organisationen aller Branchen, soweit sie sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren und ihr Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 zurückgegangen ist.
Bei mir waren’s leider nur ~47%…
 

Isegrim242

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Ah, ok…da scheint es doch noch einige Unterschiede zu geben.
bundesfinanzministerium.de schrieb:
Die Überbrückungshilfe unterstützt Unternehmen, Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe, die Corona-bedingt in den Monaten Juni bis August erhebliche Umsatzausfälle erleiden. Durch Zahlungen als Beitrag zu den betrieblichen Fixkosten soll ihre wirtschaftliche Existenz gesichert werden.

Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil in Höhe von
  • 80% der Fixkosten bei mehr als 70% Umsatzrückgang,
  • 50% der Fixkosten bei Umsatzrückgang zwischen 50% und 70%,
  • 40% der Fixkosten bei Umsatzrückgang zwischen 40% und unter 50%
    im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat.
 

Leslie

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Schon irgendwie heftig – die Rahmenbedingungen ändern sich, und ein halbes Jahr später finanziert der Staat immer noch die Ausfälle. Ob "der Staat" die Bedingungen jetzt selbst beeinflusst hat oder nicht, sei egal und ich profitiere ja selbst auch irgendwie davon, aber echt ein Phänomen, wie man heute gepowdered und gepampered ist als "Unternehmer", in Kapitalistenkreisen vormals gar "Risikoträger" genannt wegen der "Risikoprämie" in guten Zeiten. Und ich vermute mal, das läuft noch ein gutes Weilchen so weiter, am Ende wird man wahrscheinlich sogar feststellen, dass die Sache sich irgendwie gerechnet hat, das bisschen Inflation und Steuern wird sicherlich als das geringere Übel verkauft. Mir gefällt das ja durchaus bis auf weiteres, aber ein Wolkenkuckucksheim ist's allemal.
 

macerkan

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Schon irgendwie heftig – die Rahmenbedingungen ändern sich, und ein halbes Jahr später finanziert der Staat immer noch die Ausfälle. Ob "der Staat" die Bedingungen jetzt selbst beeinflusst hat oder nicht, sei egal und ich profitiere ja selbst auch irgendwie davon, aber echt ein Phänomen, wie man heute gepowdered und gepampered ist als "Unternehmer", in Kapitalistenkreisen vormals gar "Risikoträger" genannt wegen der "Risikoprämie" in guten Zeiten. Und ich vermute mal, das läuft noch ein gutes Weilchen so weiter, am Ende wird man wahrscheinlich sogar feststellen, dass die Sache sich irgendwie gerechnet hat, das bisschen Inflation und Steuern wird sicherlich als das geringere Übel verkauft. Mir gefällt das ja durchaus bis auf weiteres, aber ein Wolkenkuckucksheim ist's allemal.

Der Staat finanziert die Ausfälle nicht. Die wenigsten Unternehmer haben überhaupt Anspruch auf Hilfe vom Staat (Berliner und Hamburger mal ausgenommen). Alle vom Staat pompös angekündigte "Hilfen" für Unternehmer bekommen die allerwenigsten. Diese Staatspropaganda dient nur dazu, breite Bevölkerungsschichten zu beruhigen.
Einzig einige Großunternehmen werden gepudert (Bahn, Lufthansa, etc.). Wir werden nächstes Jahr sehen, wie die Arbeitslosenzahlen und die Zahlen von Hartz4-Empfängern explodieren werden.
 

peppermint

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ja, mag alles wahr sein. und vielleicht muss man es wieder zurückzahlen. z.b. eine bekannte von mir hat angeblich 9000 bekommen im mai, sie ist solo-selbständig im homeoffice ohne mitarbeiter, grafik-design
 

Leslie

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Der Staat finanziert die Ausfälle nicht. Die wenigsten Unternehmer haben überhaupt Anspruch auf Hilfe vom Staat (Berliner und Hamburger mal ausgenommen). Alle vom Staat pompös angekündigte "Hilfen" für Unternehmer bekommen die allerwenigsten. Diese Staatspropaganda dient nur dazu, breite Bevölkerungsschichten zu beruhigen.
Einzig einige Großunternehmen werden gepudert (Bahn, Lufthansa, etc.). Wir werden nächstes Jahr sehen, wie die Arbeitslosenzahlen und die Zahlen von Hartz4-Empfängern explodieren werden.

Also ich sehe das schon so, dass sehr viele Unternehmen recht unkompliziert z. B. in Kurzarbeit gehen können. Die Angestellten wären zum Teil längst über alle Berge in weniger betroffenen Branchen und kämen auch nicht zurück, wenn der Staat nicht einen guten Teil der regulären Gehaltsaufwendungen übernehmen würde. Da profitieren richtig viele Unternehmen schon enorm; die müssten sich sonst erstmal umständlich neue Leute suchen, falls die Auftragslage (je nach Branche, manche haben ja ohnehin strukturelle Probleme) vielleicht in einem Jahr schon wieder deutlich anzieht.
 
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Fritzfoto

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Schon irgendwie heftig – die Rahmenbedingungen ändern sich, und ein halbes Jahr später finanziert der Staat immer noch die Ausfälle. Ob "der Staat" die Bedingungen jetzt selbst beeinflusst hat oder nicht, sei egal und ich profitiere ja selbst auch irgendwie davon, aber echt ein Phänomen, wie man heute gepowdered und gepampered ist als "Unternehmer", in Kapitalistenkreisen vormals gar "Risikoträger" genannt wegen der "Risikoprämie" in guten Zeiten. Und ich vermute mal, das läuft noch ein gutes Weilchen so weiter, am Ende wird man wahrscheinlich sogar feststellen, dass die Sache sich irgendwie gerechnet hat, das bisschen Inflation und Steuern wird sicherlich als das geringere Übel verkauft. Mir gefällt das ja durchaus bis auf weiteres, aber ein Wolkenkuckucksheim ist's allemal.

:crack:Was bist du denn für ein Vogel:rolleyes:nicht dass du deinen Job mal verlierst:sneaky:
 

Leslie

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:crack:Was bist du denn für ein Vogel:rolleyes:nicht dass du deinen Job mal verlierst:sneaky:

Mir ist schon klar, dass es echte Härtefälle gibt, die finanziell seit Monaten nichts zu lachen haben, weil sie auch vor der Krise schon ein niedriges Einkommen hatten und jetzt entsprechend noch weniger erhalten. Aber per Saldo meine ich, dass die staatlichen Hilfen (die günstigen Leitzinsen mit eingerechnet) sowohl in der Höhe als auch in der Laufzeit extrem, quasi bis dato einmalig sind und auch sehr großflächig verteilt sind im Vergleich zu dem, was man in früheren Krisen gesehen hat und auch heute in nicht-westlichen Ländern sieht. Das ist schon ein extremes Wohlstandsniveau – wie lange das gut geht und wie sinnvoll das ist, mag ein anderes Thema sein.
 

peppermint

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Das ist schon ein extremes Wohlstandsniveau...

ich bin froh, dass wir in einem sozialstaat leben und hoffe es bleibt so.

in den 80igern, als meine eltern "mitteljung" waren, gab es noch mehr wohlstand, gefühlt. es gab nach auskunft meines vaters keine amerikanisch geprägten zielvorgaben in mittelständischen unternehmen in seinem umkreis und jeder, den wir kannten, hatte ein absolut stressfreies berufsleben. im vgl. dazu leben wir heute mit dem smartphone, zielvorgaben in unternehmen auf einem stressigerem niveau, was meint ihr?
 

Mankind75

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in den 80igern, als meine eltern "mitteljung" waren, gab es noch mehr wohlstand, gefühlt. es gab nach auskunft meines vaters keine amerikanisch geprägten zielvorgaben in mittelständischen unternehmen in seinem umkreis und jeder, den wir kannten, hatte ein absolut stressfreies berufsleben. im vgl. dazu leben wir heute mit dem smartphone, zielvorgaben in unternehmen auf einem stressigerem niveau, was meint ihr?
Das mit den Zielvorgaben kann ich nicht beurteilen aber gefühlt hat die Armut zugenommen in dem Sinne, dass im Vergleich zu heute nicht so viele auf Campingplätzen gewohnt haben. Erinnert mich doch teilweise an Trailer-Parks in den USA. Viele Industrien sind ja mittlerweile auch von Deutschland ins Ausland gegangen, z.B. Textilien.

Bezüglich Telefonie hatten wir halt das Festnetz auf dem Flur und als die ersten Handys aufkamen kostete die Mobilfunkminute etwa 1,99 Mark. Heute bekommen wir für um die 10 Euro eine All-Net-Flat. Andererseits kommen ständig Nachrichten über Messenger, Soziale Medien etc. herein. Das kann schon ziemlich stressig sein.
 

gishmo

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Viele Industrien sind ja mittlerweile auch von Deutschland ins Ausland gegangen, z.B. Textilien.

Da ist viel dran. Der grösste Teil der Produktion geht aus Kostengründen ins Ausland. Versuche mal ein Produkt zu kaufen, dass in D/EU produziert wurde. Fast alle Produkte kommen mittlerweile aus Asien. Der grösste Teil kommt aus China.

Dabei stellen sich zwei Fragen:

1. Was machen die Menschen, die bisher in der Produktion gearbeitet haben?
2. Was macht China mit den Preisen, wenn der letzte nicht asiatische Produzent platt ist?
 

Rudi453

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ja, mag alles wahr sein. und vielleicht muss man es wieder zurückzahlen. z.b. eine bekannte von mir hat angeblich 9000 bekommen im mai, sie ist solo-selbständig im homeoffice ohne mitarbeiter, grafik-design
Wenn "nur" zurückgezahlt werden muss, ist ja nicht so schlimm.
Mist wird es halt wenn einen die eigene Bank dann mit der Staatsanwaltschaft wegen Subventionsbetrug "beglückt" ... :
https://www.vgsd.de/muessen-mehr-als-8-000-soforthilfe-bezieher-mit-staatsanwaltschaftlichen-ermittlungen-rechnen-betroffene-bitte-melden/
 

peppermint

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ist von euch jemand selbständig und hat einen kfw oder lfa förderkredit für unternehmen beantragt?
 

peppermint

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für soloselbständige, künstler und schauspieler:

falls es jemand interessiert: es gibt sei februar 2021 die "neustarthilfe", man braucht keinen steuerberater dafür.
das onlineformular ist in 20min ausgefüllt und abgeschickt. sehr unbürokratisch!
der referenz-zeitraum ist der netto umsatz 2019 zum vergleichszeitraum jan-juni 2021.
50 oder 60% weniger und man bekommt 7500,-, die man auch privat verwenden kann. oder halt wieder zurückzahlen 2022, wenn man sie doch nicht braucht, da man eine umsatzerklärung ab dezember 2021 abgibt.
 

gishmo

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falls es jemand interessiert: es gibt sei februar 2021 die "neustarthilfe", man braucht keinen steuerberater dafür.
das onlineformular ist in 20min ausgefüllt und abgeschickt. sehr unbürokratisch!

Das war die erste Sofort-Hilfe auch. Und dann kamen die Änderungen ...

50 oder 60% weniger und man bekommt 7500,-, die man auch privat verwenden kann. oder halt wieder zurückzahlen 2022, wenn man sie doch nicht braucht, da man eine umsatzerklärung ab dezember 2021 abgibt.

Über eine Sache sollte sich jeder Unternehmer im klaren sein, der die Sofort-Hilfe in Anspruch nimmt. Die Soforthilfe wird als Umsatz betrachtet und ist damit für die Gewinnermittlung relevant. Nehmen wir an, jemand hat im März 9.000 Euro Sofort-Hilfe erhalten hat und einen zu versteuernden Gewinn von 10.000 Euro (darin enthalten 9.000 Euro Sofort-Hilfe) für das GF 2020 erwirtschaftet - somit zahlt der Unterhemer/das Unternehmen für die Sofort-Hilfe Steuern. Im Jahr 2021 wird klar, dass die Sofort-Hilfe nicht in Anspruch genommen werden durfte und zurückzuzahlen ist. Zwar wirkt sich die Rückzahlung Negativ auf den Gewinn in 2021 aus, die Steuern aus 2020 für die Soforthilfe gibt es dann natürlich nicht wieder.
 

MiketheBird

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Komisch, ich hatte als Selbstständiger in den vergangenen 12 Monaten Minus 90 Prozent Umsatz und man hat meinen Antrag (wie bisher alle) mit "nicht berechtigt" abgelehnt. Ich mag nicht mehr.

Resultat: ich habe mich entschlossen zu Mitte April mein Unternehmen endgültig zu schliessen und alle nach Hause zu schicken.
Ich habe das Risiko lange getragen und nichts dafür bekommen ausser Anfeindungen, es reicht, soll das doch ein anderer machen.
 

peppermint

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Komisch, ich hatte als Selbstständiger in den vergangenen 12 Monaten Minus 90 Prozent Umsatz und man hat meinen Antrag (wie bisher alle) mit "nicht berechtigt" abgelehnt. Ich mag nicht mehr.

Resultat: ich habe mich entschlossen zu Mitte April mein Unternehmen endgültig zu schliessen und alle nach Hause zu schicken.
Ich habe das Risiko lange getragen und nichts dafür bekommen ausser Anfeindungen, es reicht, soll das doch ein anderer machen.
hast du deinen steuerberater eingeschaltet? meiner hat mir sehr geholfen. ohne ihn hätt ichs nicht geschafft.
 

MiketheBird

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hast du deinen steuerberater eingeschaltet? meiner hat mir sehr geholfen. ohne ihn hätt ichs nicht geschafft.
Der ist seit Anfang an ganz eng dabei, versteht selbst die Welt nicht mehr und ist ein wirklich guter, hilft auch nicht, kostet nur.
Für die Mitarbeiter hat der super was erreichen können, aber als Chef und Unternehmer lässt man mich halt über die Klinge springen.
 

mamo68

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Komisch, ich hatte als Selbstständiger in den vergangenen 12 Monaten Minus 90 Prozent Umsatz und man hat meinen Antrag (wie bisher alle) mit "nicht berechtigt" abgelehnt. Ich mag nicht mehr.

Das ist etwas, das ich immer wieder höre. :( Es scheinen viele Sparten durch das Netz zu fallen, weil sie ja 'eigentlich' arbeiten könnten, was in der Realität aber völlig unmöglich ist. Letzteres interessiert dann leider nicht. Es ist ein echter Albtraum.
Alles Gute für dich und, daß du einen neuen Weg findest, mit dem du gut klar kommst und auch zufrieden sein kannst.

hast du deinen steuerberater eingeschaltet? meiner hat mir sehr geholfen
Ist bei mir genauso. Ohne sie hätte ich es vermutlich gar nicht erst versucht. Gestern kam die Neustarthilfe und da es ja so aussieht, als ob der nächste Lockdown unmittelbar vor der Tür steht, bin ich schon froh einen weiteren Puffer im Hintergrund zu haben. Wer weiß, wie lange C uns noch auf Trab hält.
 
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