Archicad Performance im Jahre 2019

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  1. shorafix

    shorafix Thread Starter Mitglied

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    Meine Tochter studiert Architektur (z.Z. Bachelor Thesis) und nutzt Archicad 12 auf Ihrem MBP late 2012. Die Performance lässt aufgrund sehr langer Renderzeiten zu Wünschen übrig und nun wäre auch noch eine Reparatur fällig. Kurz gesagt, es besteht Ersatzbedarf.

    Kann mir bitte jemand raten, wie sich die folgenden Upgrades eines neuen MBP in der realen Welt auf die Leistung/Renderzeiten von Archicad auswirkt:

    Prozessorleistung
    RAM (32 GB sind machbar aber teuer)
    Grafikkarte
    - der Hersteller der Software empfiehlt eine "PRO" Version
    - möglich wäre Radeon Pro 560X oder Radeon Pro VEGA 16 oder sogar VEGA 20

    wäre schön was zu hören
     
  2. MacMac512

    MacMac512 Mitglied

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    Also ein MBP ist zum Rendern in ArchiCAD denkbar ungeeignet.
    Ich habe selbst quasi ein Architektur Studium hinter mir und bin auf andere Programme umgestiegen.

    Das Problem: ArchiCAD rendert über die CPU, also bringt dir eine VEGA überhaupt nichts. Leider!
    Was was bringt ist ein MBP für ArchiCAD Zeichnungen etc. und anschließend ein 08/15 PC als Rechenknecht. Der dann mit großer CPU oder anderen Programmen die GPU Rendering unterstützen.

    Wenn du interesse hast, auch gerne per PN, ich weiß wie sehr da der Konkurrenzkampf war was Programme, Renderings und Co angeht. ;)
     
  3. shorafix

    shorafix Thread Starter Mitglied

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    Vielen Dank für die Antwort. Ich selbst nutze das ja nicht, sondern meine Tochter. Hilfreich war vor allem der Hinweis auf die Prozessorlastigkeit der Anwendung. Mein Töchterchen hat sich nun entschlossen, ihr "betagtes" MacBook Pro bei Apple reparieren zu lassen. Dann gehen schon noch mal 2 Jahre ins Land und sie ist mit dem Masterstudium fertig. Dann wird sich weisen, was sie am Ende im Beruf wirklich braucht.

    lieben Dank für die Antwort!
    Andreas
     
  4. HannesMac

    HannesMac Mitglied

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    Ich kann nur von Vectorworks reden. Im Möbelbau reicht auch noch ein 2009er Mac. Ich kenne aber eine Firma im Landschaftsbau, die mit ihren 40MB großen Dateien große Probleme auf dem Mac haben. Ob das ganze auf ArchiCAD übertragbar ist, kann ich nicht sagen.
    Ich kann feststellen, das durch die jährlichen Updates auch die Anforderungen an die Rechner jährlich steigen!
     
  5. Abe77

    Abe77 Registriert

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    Da ich ziemlich exakt das gleiche Problem habe und mich schon seit einigen Monaten mit dem Thema beschäftige, möchte ich meine Meinung und das Ergebnis all meiner Recherchen zu dem Thema mal vom Stapel lassen.

    Auch ich habe ein MBP Mid 2012 und brauche so langsam mal Ersatz. Ich nutze hauptsächlich ArchiCAD und Cinema 4D.
    Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das arbeiten in CAD Programmen maßgeblich von der Prozessorleistung beeinflusst wird. d.h. Erstellung und berechnung von Bauteilen usw. Jedoch ist das navigieren im 3D Raum zu einem großem Prozentsatz von dem VRAM der Grafikkarte bzw. deren Leistung abhängig. Je größer und umfangreicher ein Projekt ist oder je hochauflösender es dargestellt wird, desto mehr VRAM wird benötigt und die gebauten Objekte darzustellen. Ist der VRAM verbraucht greift (zumindest ArchiCAD) auf den normalen Computer RAM zurück um die fehlende Performance auszugleichen. Dieser ist allerdings bei weitem nicht so schnell (weil sozusagen indirekt) wie der VRAM der graka. Soviel zum Modellieren und Navigieren in 3D.
    Beim Rendern gibt es zwei unterschiedliche Arten von Render Programmen. CPU und GPU basiert. So weit ich weiß sind die meisten Renderprogramme CPU basiert. So ist es auch bei Cinema 4D und dem in ArchiCAD, Allplan und Vektorworks integrierten CineRenderer (Render Engine aus Cinema 4D die in diese Programme als plugin integriert wurde). Deshalb ist für das Rendern in diesen Programmen CPU Leistung das A und O.
    Es gibt aber auch die GPU basierten Renderprogramme zb. Vray. Diese sollen angeblich schneller sein als ein CPU Rendering.

    Für Rendering Aufgaben mit dem Anspruch von Fotorealismus würde ich auf jeden Fall auf ein gesondertes extra dafür konzipiertes Programm zurückgreifen ob nun CPU oder GPU basiert. zb. Vray, Octane, Lumion,.... nicht zu vergessen mein persönlicher Favorit aufgrund der Möglichkeit der monatlichen Zahlung Corona. Aber für viele Aufgaben und Ansprüche ist der Renderer von Cinema 4D ein ganz hervorragendes Werkzeug.

    Aber um professionelle Renderings zu machen muss man nicht unbedingt auf den eigenen Rechner zurückgreifen der dann evtl die ganze Nacht am Rechnen ist und man den Rechner nur noch sehr eingeschränkt nutzen kann. Render Farmen sind da eine sehr gute alternative. Klar kostet das was ist aber im professionellen Bereich eine echte alternative denn Zeit ist Geld und da gehts schnell :)

    Um auf die ursprüngliche Fragestellung von shorafix zurückzukehren.
    Das wichtigste ist CPU Leistung und im Falle von ArchiCAD besonders die einzel Core Leistung. Das zweit wichtigste ist die Graka mit möglichst viel VRAM. 1GB ist das absolute minimum ich würde sagen, ab 4GB aufwärts um etwas zukunftssicher zu sein. Arbeitsspeicher ist auch nicht unerheblich, aber nach Meinung eines ArchiCAD Dozenten reichen 16GB wenn man keine Monsterprojekte bearbeitet und da ja auch nur drauf zugegriffen wird wenn der VRAM zu wenig ist.

    Jetzt zum Problem der empfohlenen Grafikkarten. Die Hersteller empfehlen bestimmte Grafikkarten und Testen auch einige. Grundsätzlich gibt es da zwei unterschiedliche Grafikkarten... Consumer und Professionelle Grafikkarten. Die Pro Serien kosten um einiges mehr und sind grob gesagt auf Genauigkeit ausgelegt und darüber hinaus haben diese Treiber die von den Softwareherstellern zertifiziert sind. D.h. du bekommst support wenn du Probleme in den Grafikkarten beeinflussten Berechnungen hast. Die Consumer Grafikkarten sind auf Geschwindigkeit optimiert ... was bei Spielen wichtiger ist als Genauigkeit ... denn keinen Zocker stört es maßgeblich wenn eine Textur mal nicht richtig dargestellt wird. Beim CAD ist das genau umgegehrt eine falsch dargestellte Textur kann da viel ausmachen aber die Geschwindigkeit mit der ich mich im 3D Model bewegen kann ist eher nicht so wichtig.

    Jetzt zu einem weitern Aspekt. Zwei unterschiedliche Hersteller bedienen den Markt. Nvidia und AMD. Nvidia ist Marktführer und macht anscheinend die besseren Produkte lässt sich diese aber auch gut bezahlen. AMD macht aber auch gute Grafikkarten und diese sind um einiges günstiger.
    Jedoch bleiben die Leistungen um einiges hinter dehnen des Konkurrenten zurück. Die von den CAD Herstellern bevorzugten Grafikkarten sind somit Nvidia Quadros (Pro Serie Nvidia).
    Leider unterstützt Apple seit längerer Zeit leider keine Nvidia Grafikkarten selbst als externe Grafikkarte. Aber warum ist das denn so ... denn ich möchte als professionell Arbeitender der sich ein Macbook PRO! holt ja auch die best mögliche Grafikkarte haben. Ich habe mal im Netz (evtl. sogar hier) gelesen, dass es laut den Entwicklern ohne weiteres möglich wäre und trotzdem weigert sich das Management. Ich vermute das Geld hier die Rolle spielt, denn sonst würde Apple ja gar nichts mehr an dem ach so günstigem (räusper ;)) Macbook machen. Und ich habe mich immer gewundert warum in so wenigen Architekturbüros nur PC's stehen. Ist es nur das Geld ? Nicht nur!... wie sich mir jetzt erschlossen hat.

    Ich muss wohl nicht noch erwähnen das ich mich schwarz ärgere über nicht nicht vorhandenen support der Nvidia Grafikkarten (ups jetzt hab ich ja doch getan ;) )

    Mein Fazit nach dem ganzen hin und her, vergleichen, abwägen usw.
    Wenn ich selbst ein Büro hätte würde ich im Bereich CAD auf jeden Fall eher zu einem PC als zu einem Apple Produkt greifen denn ich bekomme ne ganze menge mehr Performance für das gleiche Geld und drüber hinaus die professionellere bessere Grafiklösung. Leider muss ich mich aber auch mit dem damit verbundenem Betriebssystem abfinden. Aber als semi professioneller Anwender dem auch Multimedia wichtig ist, das tolle Design ... greife ich nach wie vor zum Macbook Pro obwohl man diesen Laptop leider nicht (zumindest empfinde ich es so) als professionelle mobile Workstation bezeichnen kann im Gegensatz zu einem Dell Precision, Lenovo Thinkpad .... Laptop.
    Aber Vorsicht vor der Gefahr mit Kanonen auf Spatzen zu schießen... man kann sich bei diesem Thema schnell verlieren (so ist es auch mir ergangen :) ) und seine Ansprüche immer höher schrauben. Dann ist man ganz schnell bei Beträgen Jenseits der 3000€. Fragt euch immer wieviel Performance reize ich wirklich aus. Der mittlere Bereich reicht meistens völlig aus und wenn man dann doch an die Grenzen des Rechners stößt sollte man so lukrative Aufträge haben das auch 5000€ und mehr verkraftbar sind.

    So und jetzt dürft Ihr mich gerne steinigen :)
    Über sinnvolle Kommentare, Korrektur, und konstruktive Kritik würde ich mich allerdings mehr freuen.
    Ich hoffe das dieser zugegebner Maßen sehr lange Kommentar einigen Leuten nützliche Informationen bietet die ich mir in letzter Zeit erarbeitet habe

    hier noch ein paar links :

    https://helpcenter.graphisoft.com/knowledgebase/87338/ > man beachte die Testergebnissunterschiede zwischen Radeon und Quadro

    https://mediawiki.uli-ludwig.de/Workstation_Empfehlungen_für_CAD,_Grafik_und_Bildbearbeitung

    https://mediawiki.uli-ludwig.de/Grafikkarten_für_CAD_Anwendungen
     
  6. flo ba

    flo ba Mitglied

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    Single-Core ist wichtig, da ArchiCAD aber alle Threads ansprechen kann ist die Multi-Core Leistung auch ein Maßstab für die Geschwindigkeit.
    Wenn man außer ArchiCAD nicht's macht reichen 16 GB aus. Ich komme in der Regel damit nicht mehr hin (1-2 ArchiCAD Instanzen, Parallels mit AVA-Programm und Safari).

    Es ist neben der wirtschaftlichen aber oft auch eine Philosophiefrage. Häufig wird die Entscheidung pro PC aber auch getroffen, weil es für Mac's keine brauchbaren IT-Anbieter mit Komplettservice gibt.
     
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