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Achja, die "böse" Musikindustrie...

Dieses Thema im Forum "MacUser Bar" wurde erstellt von Alexco, 26.11.2003.

  1. Alexco

    Alexco Thread Starter MacUser Mitglied

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    Zum Thema Raubkopien und Internetdownloads hier mal ein netter Artikel:

    http://www.zeit.de/2003/47/BMG_2fSony

    Da sieht man/frau auch mal, wer was an einer CD verdient....

    Gruß,
    Alex
     
  2. ghuebner

    ghuebner MacUser Mitglied

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    Artikel am Thema vorbei

    Besonders viel Ahnung hat der Autor des Artikels nicht gehabt, nur das Gejammer der Musikindustrie kopiert, genauso wie diese Industrie sich ständig selbst kopiert. Vor allem deshalb, weil das Produkt "Musik" industriell gefertigt wird, als ständige, austauschbare Kopie seiner Vorgänger, interessieren sich immer weniger Leute dafür.

    Mein Vorschlag: wir brauchen einen Kopierschutz, der verhindet, dass die Musikindustrie sich ständig selbst kopiert!

    Was der Autor in dem ZEIT-Artikel (fahrlässig oder absichtlich?) außen vor gelassen hat, ist die Tatsache, dass moderne Computer- und Kommunikationstechnologie die klassische Wertschöpfungskette größtenteils überflüssig gemacht haben - wer braucht denn den Einzelhandel, die großen Konzerne und das aufwändige Marketing, wenn man seine Musik auch übers Internet verbreiten kann?

    Das einzige Problem dabei - wer auf dem Weg Erfolg haben will, muss musikalisch überzeugen. Gecastete Retortenbands mit ihrem an Beliebigkeit und Austauschbarkeit nicht mehr zu überbietenden Genudel können nur durch aufwändige Videoclips und Marketingkampagnen auf den Markt gedrückt werden. Wer gute Musik machen kann, hat das nicht nötig.

    Insofern ist der Zusammenbruch der Musikindustrie ein Zeichen kultureller Reife, wenn da nicht die Gefahr wäre, dass eben jene Industrie ihr Überleben per Gesetz, am besten noch in der Verfassung, festgeschrieben haben will.

    Demnächst gibt es also nicht nur den Kohlepfennig, sondern auch staatliche Repressalien und Abgaben zur Lebenserhaltung einer Musikindustrie, deren Zeit längst abgelaufen ist, weil sie die Zeichen derselben nicht erkannt hat.
     
  3. ulfilas

    ulfilas MacUser Mitglied

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    nicht wirklich

     

    finde ich nicht. Es ist seit langen ein Artikel, der eben nicht nur nachplappert, sondern auch aufzeigt, dass die MI sich vieles selbst zuzuschreiben hat. ausserdem durch die zwei Grafiken vieles erwähnt, was nicht in geschriebenen Lettern wiederholt werden muss.

    Was viele übersehen ist, dass das herunterladen aus dem Internet auch ein Problem ist. Viele klinken dieses Thema einfach aus und sagen "ah, die MI macht doch eh nur mist und ist selber schuld". Ja, richtig, aber wichtig ist das Wort "auch". Denn neben den selbsgemachtem Dilemma des musikalischen Murks, der zur Zeit erscheint ist der illegale Download eben AUCH ein Teil des Problems. Die Zahlen der MI können gerne hinterfragt und kritisiert werden (ich glaube sie auch nicht) aber das durch Napster&Co ein Teil weniger verkauft wird, ist trotzdem im Bereich des Möglichen.
     
  4. lemonstre

    lemonstre MacUser Mitglied

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    hmm, ist schon seltsam wie alle jammern. die industrie ist nicht opfer von napster&co sondern ihr eigener feind. bisher hat die medienindustrie jeden medienwechsel selbst in die hand genommen und sich schnell angepasst und das ganze sehr erfolgreich. das war bei lp -> cd so und bei vhs -> dvd so. beide nachfolge medien waren wesentlich erfolgreicher als ihre vorgänger!

    nur beim digitalen daten direkt aus dem internet hat die industrie den trend verpennt und der verbraucher hat die sache selbst in die hand genommen. jetzt weinen alle und schieben die schuld auf den bösen kunden.

    der protest der musikindustrie hört sich nicht anders an als das gejammer der post das sie am briefgeschäft nichts mehr verdienen und daher doch bitte ihr postmonopol verlängert werden soll... als ob sie von der erfindung von e-mail und fax völlig überrascht worden wären.

    wer als geschäftsmann nicht das ohr am kunden hat sollte sich nicht beschweren wenn der kunde woanders "kauft" und er seinen laden nicht halten kann!

    gruss
    lemonstre der kein filesharer ist und immer noch brav cds im plattenladen seines vertrauens kauft :)
     
  5. stuart

    stuart MacUser Mitglied

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    Naja, das größte Problem sind doch wirklich die Retortenbands mit ihren synthetischen Klängen und "Darstellern", die nur dann ausgewählt wurden, wenn sie auch ordentlich eine Schraube locker hatten, damit sie auch so super "interessant" waren. Und all die anderen, die sich dann sofort ranhängen und massenweise denselben Mist nachplärren, mit noch komischeren Gestalten.
    Für diejenigen Gruppen und Künstler, die ich höre, bin ich auch noch bereit Geld auszugeben, aber bei den meisten anderen ist das schon lange nicht mehr der Fall. Dafür sind dann auch die Preise zu hoch.
     
  6. breiti

    breiti MacUser Mitglied

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    Re: Artikel am Thema vorbei

     

    wieso erinnert mich das ganze jetzt ein wenig an die öffentlich rechtlichen und die gez?
     
  7. Caulfield

    Caulfield MacUser Mitglied

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    Hi, da muß ich auch kurz eine Anekdote bringen..:)
    Ich bin unter anderem ja auch Eventmanager, booke also Bands hier bei uns. Mit einer der Bands war ich letztens zu nem Promo-Termin im Saturn. Die Band hatte keine CDs mehr für Ihren Merchandise und fragte den Leiter der Saturnfiliale, ob sie ihm ihre CDs abkaufen könnte.
    Und was kam dabei raus?
    Die CDs waren billiger über den Saturn zu beziehen als die CDs, die Ihnen die Plattenfirma zur Verfügung gestellt (also verkauft) hatte.
    Also, irgendwas stimmt da ganz gewaltig nicht.

    Meiner Meinung nach sollte der Thread hier das Wort "böse" mit "blöde" tauschen...

    Just my 2 Cents
     
  8. Macs Pain

    Macs Pain MacUser Mitglied

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    Wofür brauch ich denn die MI?? Ich habe in letzter Zeit CDs in den USA bestellt, gute Musik, nur haben die Bands keinen Plattenvertrag oder rechtliche Probleme mit dem Label etc. Da werden die CDs über die Homepage der jeweiligen Bands verkauft. Und wenn ich in den USA bestelle hab ich inklusive Porto und Verpackung immernoch weniger gezahlt als wenn ich hier in nen Laden gehe. Was ich aber nicht nur wegen des Preises nicht mache sondern ganz einfach deswegen weils hier keine gute Musik gibt. Mir bleiben nur noch Online-Käufe.
     
  9. JarodRussell

    JarodRussell MacUser Mitglied

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    Ich denke auch, dass die Musikindustrie einfach nicht rechtzeitig auf en Trend reagiert hat, sich die Musik digital zu besorgen, statt in den Laden zu rennen um eine CD zu kaufen.

    Ich denke der iTMS macht es ja genau vor, daher auch sein Erfolg, was die Kunden sich wünschen. Musik aus dem Internet kaufen halte ich für das Geschäftsmodell der Zukunft. Nur mal mein Wunschdenken:

    Warum bieten die Plattenfirmen ihre CDs nicht einfach in Online-Stores an, ähnlich dem iTMS. Jeder Kunde kann dann entscheiden, ob er sich das Album gegen Entgelt runterlädt oder vielleicht nur einzelne Tracks. Wenn sich der Kunde trotzdem eine CD wünscht, dann kann er die bestellen und erhält diese dann gegen sagen wir mal 2 Euro Aufpreis zum Albumpreis beim Download. Das halte ich für ein faires Angebot. Man muss dann nur darauf hinweisen, dass die CDs aus nicht komprimierten Daten erstellt wird, damit auch eine gewisse Qualität der Stücke als Bonus sozusagen mitgeliefert wird.

    Vorteil bei der Internetvermarktung wäre doch eine sicher nicht unerhebliche Ersparnis bei einigen Anteilen der Gesamtkosten, vor allem was die Anteile der Marketing und Produktionskosten angeht.

    Just my 2 Euro-Cents

    Ciao,
    Daniel aka Jarod
     
  10. Das gibt es ja schon länger, die Vermutung, das der Onlinehandel den Offlinehandel überflüssig machen würde. Beispielsweise bei der Internethype und dem Aktienboom. Bisher hat sich das durchweg als falsch erwiesen. Beide Vertriebsformen sind eher ergänzend, wobei Offline das dominatere bleiben wird. Die Kaufverfassung beider ist zu unterschiedlich, als das eins wegfallen könnte. Und die meisten (auch ich) kaufen lieber offline (bummeln, sich Zeit nehmen, Ladenatmosphäre, in die Hand nehmen...)