24 Milliarden Dollar – Witwe von Steve Jobs will Vermögen spenden

Schiffversenker

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Deswegen, sehr gut, dass sie es spenden will. Aber deswegen sehe ich sie nicht als etwas Besonderes oder besonders grossherzig an. Grossherzig und meinen vollen Respekt verdienend sind Leute, die spenden, obwohl sie selbst nur grad so viel haben, dass es zum Leben reicht.

Ist vielleicht der "Linksgrünversiffte" in mir. ;)
Seh ich ähnlich. Toll es nicht einfach zu horten oder für sinnlosen Protz auszugeben, aber die Frage ist doch eher nicht, wieviel spendet jemand, sondern: was bleibt für ihn oder sie (oder die Familie) übrig?

Womit ich jetzt niemanden im Forum verärgern will, der gerade überlegt, ebenfalls ein paar von seinen Milliarden zu spenden.
Für die Empfänger ist es egal, was dem Spendern bleibt.
 
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Hombre321

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Es gibt sicherlich wenig berechtigte Kritik, wenn jemand sein gesamtes Vermögen spenden will.
Aber ich denke, man sollte z.B. auch in diesem Fall die Geschichte komplett erzählen.

Mal davon abgesehen, dass ich wirklich gar nichts von Umverteilung von Vermögen und ähnlichen Ansätzen halte, so sieht die Sachlage im Falle dieser Konzerne möglicherweise etwas anders aus.

Man muss sich folgende Aussage einfach mal selbst vor Augen halten:

"When I moved to California from New York, I lived in Palo Alto, which is right next door to East Palo Alto. It was a situation where there was one side of the community that was low income, and it has entirely different human outcomes than the other side of the town that might as well be hundreds of miles away. We know about this kind of dichotomy that exists in American cities, and Palo Alto and East Palo Alto are as divided and separated as any of these.

The air quality in East Palo Alto is worse than anywhere around. The land is poisoned. A lot of the Silicon Valley fabricators have used it as their dumping ground over the years. There’s arsenic in the water table.

I was completely taken with this notion that there were communities two miles away from my house that, by bad design and bad information flows, had no chance. It was a structural deficit, and structural deficits actually need to be restructured. Ross Perot had a saying that went something like “Never forget there is a child on the streets in Calcutta today who’s dying and who was way smarter than you.”"


Sinngemäß steht hier (Kurzform), dass die Zustände in Palo Alto nicht lebenswert gewesen sind, auf Grund vieler Defizite wie z.B. Umweltverschmutzung und so weiter. Ausgelöst durch Unternehmen, denen die Umwelt und deren Schutz schlicht weg egal waren.
An und für sich mag das stimmen. Doch das ist nicht das Problem. Das größte Problem ist, dass Städte oder Countys speziell hier im Beispiel Westküste USA/Silicon Valley, nichts von dem Reichtum haben, was die ganzen Tech-Firmen erwirtschaften. Das einzige, wovon die Stadt hier profitiert, sind Steuern auf Konsumausgaben derer, die bei diesem Firmen arbeiten und horrende, für uns Europäer schwer vorstellbare Durchschnittsgehälter bezahlen. Andere wirklich nennenswerte Einnahmen aus Gewinnversteuerungen landen ja größtenteils nicht mal im eigenen Land, sondern werden über ausländische Gesellschaften abgeführt.
Ich will darüber nicht weiter urteilen und eigentlich geht das in die andere Richtung.

Wer jetzt aber meint, die $24B von Lauren Jobs ändern etwas an dem Zustand, dass im Silicon Valley die Vertriebenen (gezwungenermaßen) Einheimischen wieder zurückkehren, ist schon sehr naiv.
Vererbt werden zunächst mal keine $24B Barvermögen, sondern überwiegend Vermögenswerte aus Unternehmensbeteiligungen an Apple, aber auch Walt Disney. Gleiches gilt im Übrigen auch für sämtl. Spender von "The Giving Pledge", der Kampange von Gates und Buffet. Hierbei handelt es sich ebenso um riesige Firmenvermögen, die erst zu Geld werden, wenn man deren Anteile veräußert. Und das fällt mir schwer zu glauben, dass das in nennenswertem Ausmaß passiert.

Das soll nun nicht falsch verstanden werden, denn Spenden, in welcher Form auch immer, muss niemand. Das ist immer noch und glücklicherweise, ein freiwilliger Akt. Nur bezweifle ich, dass eben denen damit geholfen wird, die den Preis dafür zahlen, dass Google, Apple, Amazon und Facebook eine komplette Region in Beschlag nehmen und die Kosten für einen gesamten Bundesstaat, der im Übrigen eine stärkere Wirtschaftskraft als Frankreich hat, maßgeblich diktieren, während die breite Bevölkerung von diesem Reichtum einfach nichts hat.
Das hat schon fast etwas vom Trumpschen Gedanken: Kreiere ein Problem, und feiere dich, wenn du es "löst".
Der Erfolg der Tech-Firmen hat einen hohen Preis, von dem wir hier nichts mitkriegen. Das größte Problem in Berlin ist wohl derzeit, dass sich einige die 100qm Bude in Friedrichshain für 6,5/qm nicht mehr leisten können und deshalb auf die Barrikaden gehen.
In Palo Alto, im Silicon Valley, der Bay-Area und weiten Teilen Kaliforniens (ich spreche jetzt nicht vom Hinterland an der Grenze zu Arizona oder Nevada) werden ganze Teile der Gesellschaft verdrängt, weil 100.000 Jahresgehalt für zwei Kinder einfach hinten und vorne nicht reichen.
Und da sind wir wieder bei den $24B, die im Übrigen knapp über 10% des gesamten Kalifornischen Bundeshaushaltes ausmachen.
Damit könnte eine Menge Gutes getan werden.

Ich bin mir aber sicher, dass Lauren Jobs von den etwa 250 Mio. € reiner Apple-Dividende aus 2019 ebenfalls schon viel Gutes tut.

Mein Beitrag bezieht sich nur auf dieses Thema und auf den Ausgangspost. Nicht alles daran ist schlecht, im Gegenteil!
 

electricdawn

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Das ist aber (nicht nur) ein typisches USA-Problem. Überall, wo wirklich nur das Geld regiert, wird so gearbeitet. Ob das jetzt in Indien, Pakistan, Vietnam, Brasilien, also den aufstrebenden Drittweltländern ist, oder halt eben in den USA.

Der Mensch und die Natur sind dort nur Nebensache, es zählt nur, dass man noch reicher wird. Ist ja nicht wirklich etwas Neues. Und nein, in Russland läuft nicht viel. Nur immer mehr Autokratie. Damit man mich nicht plötzlich für einen Putin-Fan hält. ;)
 
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Plattfuß

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Krass, dass dieser Fred nicht durch die Decke geht. Wem nützt es? ;)
 

Annie Hilator

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Wenn der "Reichtum mit ihr enden" soll, kann sie ja jetzt und hier die 24 Milliarden an eine Stiftung oder sonstwen übertragen, so dass sie keinen Zugriff mehr drauf hat.

Ich wette meinen linken Hoden, dass sie dies natürlich NICHT tun wird.

Wahrscheinlich ist das Ganze so zu lesen: "Solange ich noch da bin, lasse ich es mir von dem Geld natürlich noch gutgehen, und anschließend wird es dann weggegeben."

Wobei ich sogar hier nicht glaube, dass sie ihrer Familie rein gar nix hinterlässt. Sie wird schon dafür sorgen, dass die Kinderchen zumindest ausgesorgt haben. Bill Gates will seinen Kindern ja auch "nur" 10 Mio. Dollar hinterlassen, aber echt nicht mehr, der Rest wird gespendet, gelle.

TLDR: Nette PR-Propaganda, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verlogen, wie immer bei den selbsternannten Bessermenschen.
 
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Lor-Olli

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Das große Vermögen in den USA oft in Stiftungen überführt werden hat verschiedene Gründe:
- Schenkungen sind nicht möglich, außer eben als Stiftung
- Auf die Steuern und deren Verwendung hat man keinen Einfluss (und das Trump damit sein "Zäunchen für Mexiko" bezahlt will man natürlich auch nicht, das käme aber genau so…)
- Sitftungen werden gebunden finanziert, d.h. die Gelder dürfen nur dann steuerrechtlich begünstigt finanziert werden, wenn die Gelder für genau den Zweck für den sie gestiftet wurden auch dafür verwendet werden (d.h. die Stiftung bedarf eines rechtlichen Rahmens, der nur gewährt wird, wenn es sich um gemeingesellschaftliche Aufgaben handelt, Bildung, Sozialwesen etc.Für den Profisport, Militär etc. ginge dies nicht)
- eine Stiftungsaufsicht wird meist auch von den Stiftern (oder deren Vertrauenspersonen) besetzt, damit die Gelder auch in deren Sinne verwendet werden. (Wer sich das Schwarzbuch der Steuerverschwendung in D anschaut, weiß, dass es gute Gründe gibt hier wachsam zu sein ;))
 

electricdawn

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Nö, ist nicht schlimm. Nur sollte man nicht so tun, als ob die Dame das jetzt aus reiner Gutherzigkeit tut. Wie gesagt, ich finde es gut, aber ein Hintergedanke von wegen Steuervermeidung und Co. dürfte immer dabei sein. Aber das soll nicht unbedingt mein Problem sein.
 

Wolfgang2

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Hierbei handelt es sich ebenso um riesige Firmenvermögen, die erst zu Geld werden, wenn man deren Anteile veräußert. Und das fällt mir schwer zu glauben, dass das in nennenswertem Ausmaß passiert.
Naja, das ist aber eine verquerte Logik. Wenn ich ein Firmenvermögen verkaufen will, dass einen Wert hat von 24 Milliarden Dollar, was brauche ich dann? Ich brauche einen Käufer, der das Geld dann auch hat. Nennen wir diesen mal Warren Buffet. Der hat aktuell 100 Milliarden Cash und sucht was, das er günstig einkaufen kann. Also gehört dann die Firma nicht mehr der Frau Jobs, sondern Warren Buffet und in irgend einem Kirchenklingelbeutel befinden sich dann 24 Milliarden Euro. Was ändert das an der Welt? - Meiner Meinung nach gar nichts.

Du kannst die Welt nur dadurch ändern, dass die Armen lernen mit Geld umzugehen. Nur dann könnte jeder von denen 1-5 Appleaktien zum Beispiel bekommen, die in sein Depot legen und er hätte dann über die Dividende zusätzliche Einnahmen. Wenn die aber anfangen die Aktien zu verkaufen, dann landen die irgendwann bei einem Bekannten von Warren Buffet.

Also: Wenn du was gegen die Armut tun willst, dann müssen wir alle lernen Aktionäre - zumindest Kleinaktionäre - zu werden. Nur dann gibt es keine Reichen mehr.
 

Hombre321

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Naja, das ist aber eine verquerte Logik. Wenn ich ein Firmenvermögen verkaufen will, dass einen Wert hat von 24 Milliarden Dollar, was brauche ich dann? Ich brauche einen Käufer, der das Geld dann auch hat. Nennen wir diesen mal Warren Buffet. Der hat aktuell 100 Milliarden Cash und sucht was, das er günstig einkaufen kann. Also gehört dann die Firma nicht mehr der Frau Jobs, sondern Warren Buffet und in irgend einem Kirchenklingelbeutel befinden sich dann 24 Milliarden Euro. Was ändert das an der Welt? - Meiner Meinung nach gar nichts.

Du kannst die Welt nur dadurch ändern, dass die Armen lernen mit Geld umzugehen. Nur dann könnte jeder von denen 1-5 Appleaktien zum Beispiel bekommen, die in sein Depot legen und er hätte dann über die Dividende zusätzliche Einnahmen. Wenn die aber anfangen die Aktien zu verkaufen, dann landen die irgendwann bei einem Bekannten von Warren Buffet.

Also: Wenn du was gegen die Armut tun willst, dann müssen wir alle lernen Aktionäre - zumindest Kleinaktionäre - zu werden. Nur dann gibt es keine Reichen mehr.
Eigentlich ist meine Logik nicht verquert. Deine hingegen schon, denn ginge es nach ihr, würde es weltweit keine Spenden oder gar Käufe und Verkäufe geben.

Über den Umgang mit Geld geht es doch ohnehin nicht, das ist ein anderes Thema.