zahlungsverzug+verzugszinsen

Dieses Thema im Forum "Freelancer Forum" wurde erstellt von netmikesch, 20.01.2006.

  1. netmikesch

    netmikesch Thread Starter MacUser Mitglied

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    hallo!
    einer meiner kunden hat 2 rechnungen aus 11/05 zu begleichen.
    die summe liegt im bereich von mehreren tausend euro. nachdem ich ihn 2 x per mail freundlich um feedback gebeten habe, ohne eine reaktion zu erhalten, möchte ich jetzt gerne verzugszinsen geltend machen.

    im angebot weise ich darauf hin, dass meine agb gelten.
    diese sehen "zahlung sofort ohne abzug vor", sowie das recht, verzugszinsen i.h.v. 6% über basiszinssatz geltend zu machen.

    auf die fälligkeit weise ich auch in den rechnungen hin. über verzugszinsen verliere ich dort jedoch kein wort.

    laut meiner recherche ist der kunde automatisch nach 30 tagen ab rechnungsstellung in verzug, ohne das es dazu einer schriftlichen mahnung bedarf., d.h. seit dezember 05 wären verzugszinsen fällig.
    ich weiss aber leider nicht, wie ich diese berechne?!
    geschieht das pro monat? also rechnungsbetrag + (z.B.) 6% des rechnungsbetrages für jeden vollen monat, den der kunde in verzug ist?
    ...da kommt ja einiges zusammen!?

    und für "angebrochene" monate dividiere ich den ermittelten "monatsverzug" durch 30 und multipliziere mit den bereits verstrichenen tagen? sehe ich das so richtig?

    und zu guter letzt:
    wenn ich ihm jetzt eine rechnung stelle, in der neben der ursprünglichen summe zusätzlich die verzugszinsen aufgeführt sind - stelle ich ihm dann eine frist für die zahlung oder darf ich wie gewohnt schrieben fällig "sofort ohne abzug"?

    wäre super, wenn mir hier jemand input geben könnte, der diese arie schon hinter sich gebracht hat...
    danke im voraus.
     
  2. Jabba

    Jabba MacUser Mitglied

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    Problem:
    Eine Zahlungsbedingung in einem Angebot bindet den Kunden nicht... Du könntest ja x-Angebote schreiben, bevor der Kunde eines davon akzeptiert. Oder er hat schriftlich bestellt wie angeboten.
    Die Zahlungsbedingung muss auf der Rechnung stehen, damit Du auf der sicheren Seite bist. Ist auf Deinem Rechnungsformular ein Hinweis auf Deine AGBs?

    D.h., Dein Kunde ist zwar im Verzug, aber Mahngebührer bzw. Verzugszinsen wirst Du nicht von ihm fordern können. Jetzt hast Du lediglich die Möglichkeit die Sache einem Inakssobüro zur Einforderung zu geben.
    Schreib keine weitere Rechnung! Dann hätte diese ein neues Datum = neue Fälligkeit, so geht das nicht.

    1.Die alte Rechnung bleibt
    2. Du schreibst jetzt eine Mahnung, auf der eben diese längst fällige Rechnung aufgeführt wird
    3. Du weist auf anfallende verzugszinsen im Falle von Nichtbezahlen innerhablb der nächsten x Tage hin.
    4. Nach x Tagen kannst Du dann eine weitere Mahnung schreiben und dann endlich die Verzugszinsen aufführen.
    Diese werden aber zusätzlich zu der Rechnung aufgeführt, die haben mit der Rechnung an sich nichts zu tun! Sollte der Kunde zahlen und auch die Verzugszinsen, dann verbuchst Du die Rechnung normal, die Zinsen buchst Du auf sonstige betriebliche Erträge (z.B.)
    Zinsen werden natürlich nur über die Differenz-Zinstage berechnet. D.h. 6% vom Rechnugsbetrag durch 12 (Monate) nochmal durch 21 (durchschnittliche Arbeitstage). Dann hast Du den Tageszinssatz (ja, ist nicht viel). Diesen nimmst Du dann mal den Arbeitstagen ab Fälligkeit. Das werden jetzt Dezember plus Januar ca. 30 Tage sein. Bei einer 3TEuro Rechnung und 6% kommen nach 30 Tagen gut 21 Euro Verzugszinsen raus => Freu Dich, wenn der Kunde doch noch zahlt und schmink Dir die Zinsen ab.
    Einfacher ist es, pro Mahnung eine Mahngebühr zu verlangen, und die dann pro Mahnstufe zu erhöhen.(30 Tage (1.Mahn) 10 Euro, 45 Tage (2.Mahn) 20 Euro etc.) Die Zinsen rechnen sich nur bei Beträgen über 10TEuro und langen Verzug.


    Wie gesagt, schreib keine Rechnung mehr, sondern eine Mahnung!
    HTH
     
  3. Nice

    Nice MacUser Mitglied

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    Hier ist ein ganz nützlicher Zinsrechner, den ich im Bedarfsfall auch immer für mich arbeiten lassen. ;-)

    § 288 BGB
    Verzugszinsen

    (1) Eine Geldschuld ist während des Verzugs zu verzinsen. Der Verzugszinssatz beträgt für das Jahr fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.

    (2) Bei Rechtsgeschäften, an denen ein Verbraucher nicht beteiligt ist, beträgt der Zinssatz für Entgeltforderungen acht Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.

    Und ein paar nützliche Infos findest du dort auch.
    Hoffe es hilft dir weiter.

    viele Grüße
    Nicole
     
  4. samweis

    samweis MacUser Mitglied

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    Wenn dein Kunde eine Frist nicht eingehalten hat kannst du auch zum Rechtsanwalt gehen. Sofern du rechtsschutzversichert bist hast du höchstens eine Selbstbeteiligung. Da er aber in Verzug geraten ist müsste der Kunde meines Wissens nach aber die Kosten übernehmen - das will ich aber nicht 100%ig versprechen, mach dich lieber noch mal schlau. Also je nachdem wie hoch die Rechnung ist lohnt sich das.
     
  5. avalon

    avalon MacUser Mitglied

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    Das geht wesentlich einfacher..

    In ein Schreibwarengeschäft und Vordruck für Mahnungen ans Amtsgericht holen.

    Diese ausfüllen und ans Amtsgericht senden.

    Warten bis Amtsgericht sich meldet.

    Im übrigen gilt nach neuster Rechtssprechung, das direkt nach Ablauf der Zahlungsfrist ein gerichtliches Mahnverfahren beantragt werden kann.

    http://www.mahnverfahren.nrw.de/ z.B. für NRW

    Mahnungen zu schreiben ist nicht mehr nötig, keine 1. keine 2. keine 3.

    Manche Kunden verstehen nur diese Sprache.

    Das ist Recht, die Frage ist nur ob man es so machen will oder man es sich erlauben kann es so zu machen.

    Das muss man selbst entscheiden.
     
  6. Incoming1983

    Incoming1983 MacUser Mitglied

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    afaik wäre der nächste Schritt eine gerichtliche Mahnung.

    Der Kunde gerät nach der Schuldrechtsreform übrigens automatisch in Verzug, wenn er die Frist nicht einhält.
     
  7. jurmac

    jurmac MacUser Mitglied

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    Aber nur wenn er ein Geschäftskunde ist. Ein "Privater" kommt nur dann innerhalb von 30 Tagen ab Zugang der Rechnung in Verzug, wenn er hierauf ausdrücklich hingewiesen wurde.

    Gruß jurmac
     
  8. Nescio

    Nescio MacUser Mitglied

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    Auch wenn die AGB nicht wirksam in den Vertrag eingebunden sind, müsste er doch noch Anspruch auf die gesetzlichen Verzugszinsen nach §288 BGB haben. Die lägen dann nach §288 Abs. 2 5% über dem Basiszinssatz (nach §247), welcher momentan glaube ich 1,37% Prozent beträgt. Damit hätte er also Anspruch auf 6,37% Verzugszinsen. Sind keine Verbraucher i.S. von §13 beteiligt, erhöht sich das ganze auf 8% über dem Basiszinssatz also 9,37%.
    Ich bin aber kein Jurist, könnte mich da also auch täuschen.
     
  9. Wattschaf

    Wattschaf MacUser Mitglied

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    Incoming meinte wahrscheinlich die in der Rechnung genannte Frist "zahlbar bis zum 12.05.09". Da kommt dann auch ein Verbraucher in Verzug, wenn er nicht zahlt.

    Und wenn ich noch kurz klugscheißen darf: 6% über dem Basiszins heißt also bei einem Basiszins von 1,37% man will 1,45% Zinsen :D
    Prozentpunkte heißt das Ding :D Und ja, ich hör das Klugscheißen schon auf
     
  10. symchaotisch

    symchaotisch MacUser Mitglied

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    Moin!

    Was haben die durchschnittlichen ARBEITStage damit zu tuen? Es zählen m.E. die tatsächlichen Zinstage, d.h. jeder Tag an dem Du deine Kohle nicht bekomme hast muss dir verzinst werden (mit den besagten 6 Prozent)

    Grüße

    Tobi

    (P.S.: Vieeel Glück mit deiner Kohle)
     

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