Wie am besten Einkommen/Abgaben kalkulieren?

Dieses Thema im Forum "Freelancer Forum" wurde erstellt von Thomson, 06.06.2006.

  1. Thomson

    Thomson Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo zusammen!

    Mein Arbeitsplatz wird durch die Auflösung unseres Unternehmens bald nicht mehr existieren und da die Firma die das ganze übernimmt keine kreativ Abteilung hat, wurde mir eine freiberufliche Zusammenarbeit angeboten.
    Diese soll nicht Auftragsbezogen abgrechnet werden, sondern es wird ein monatliches Stundenkontingent zu einem festen Preis vereinbart.
    Dadurch hätte ich in der Anfangsphase eine gewisse Planungssicherheit, da ich genau weiss es kommt auf jedenfall Betrag X rein.
    Das man sich um weitere Kunden kümmern muss und das sich dann eine Auftragsbezogene Abrechnung eher Lohnt ist klar.

    Mein Problem ist nun, das ich nicht genau abschätzen kann, was ich so in etwa an Abgaben zu zahlen habe.
    Habe mich auch schon ein wenig im Netz umgeschaut, aber so richtig schlau bin ich nicht geworden.

    Als ersten Anhaltspunkt waren 2.700 Euro bei 100 Stunden/Monat im Gespräch.
    Nur hab ich halt keinen Plan was davon nach Einkommensteuer und soweiter noch übrig bleibt. Die bis jetzt gezahlten Abgaben aus meinem Angestellten-Verhältniss sind ja wohl nicht als Grundlage geeignet, oder?

    Für ein paar tips wäre ich dankbar!

    Gruß
    Thomas

    PS: Freiberuflich, kein Gewerbe
     
  2. Meeresgrund

    Meeresgrund MacUser Mitglied

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    Hi,

    Abgaben als Freiberufler fallen kaum an. Vielmehr mußt Du den allgemeinen Vorsorge und Steuerbereich hinbekommen:
    - Krankenversicherung
    - Altersvorsorge
    - Umsatzsteuern
    - Einkommenssteuern

    Zu klären wäre, ob Du in die Künstlersozialkasse KSK musst / willst / kannst. Das hat nachhaltigen Einfluß auf Krankenversciherung und Altersvorsorge. Dazu gibt es hier schon reichlich Abhandlungen.

    Dann sind regelmäßig die Umsatzsteuervoranmeldungen durchzuführen und die Steuererklärung für 2006 dann im nächsten Jahr. Dazu gibt es hier auch schon reichlich Abhandlungen.

    Natürlich hast Du als Selbständiger Kosten: Telefon, Büromiete, Hardware, Software, Telefon, Werbung, Büromaterial usw. Die solltest Du in die Stundenberechnung einbeziehen-

    Greetz MG
     
  3. Al Terego

    Al Terego MacUser Mitglied

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    Aloha.
    Ich habe in 2005 so ca. ein Drittel meines Nettoverdienstes für Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Vorauszahlungen, Rentenvers., Krankenvers., (bin in der KSK) etc. rausgehauen.
    Zuzüglich der Posten, die bei meinem Vorredner nach dem Wort „Natürlich“ gelistet sind.
    Kann bei Dir aber schon wieder ganz anders aussehen.
    So viel zur Desillusionierung. :)
    Gruß, Al
     
  4. falkgottschalk

    falkgottschalk MacUser Mitglied

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    Fazit: rechne mal mit 50% Abzügen und freue Dich, wenn es weniger wird.
    Ganz wichtig: Kohle für Nachzahlungen rechtzeitig auf die Seite legen und "vergessen", sonst kommt später das böse Erwachen.
    Und auch mal durch die Tüte fühlen, was andere Freie so für Arbeiten verlangen, die Deiner vergleichbar ist. Die 27 EUR/Stunde sind nun nicht unbedingt so der Hammer wenn man davon leben soll.
    Du musst auch ständig Rücklagen bilden:
    Neuen Mac,
    neuen Drucker,
    kaputten Mac/Drucker,
    Ausfallzeiten durch Urlaub und Krankheit,
    wenn's mehr wird musst Du vielleicht MIETE für ein Büro zahlen
    usw. usw.
    Das läppert sich gewaltig zusammen. Und lass Dir nicht erzählen, dass Du das ja alles von der Steuer absetzen kannst - verdienen musst Du die Kohle sowieso erst einmal.
     
  5. Thomson

    Thomson Thread Starter MacUser Mitglied

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    Erstmal Danke für Eure Antworten.

    Das 27 Euro/Stunde alles andere als der Hammer ist, ist mir klar. Das werde ich auch noch einmal ansprechen. Dafür wäre es ein garantiertes "Grundgehalt" was ich pro Monat einplanen kann.

    Das mit den 50% Abzügen ist das was ich wissen wollte. Gibt es hierzu vielleicht irgendwelche Tabellen oder Rechner im Netz wo man seine eigenen Daten eintragen kann und man das "Netto- Gehalt" ermitteln kann, oder tun´s da auch "normale" Brutto/Netto-Rechner für Angestellte?

    Habe das ganze gestern mal mit unserem Buchhalter durchgerechnet und da kammen wir auf über 50% Abzüge (fast 60 %). Abends habe ich dann noch ein bisschen gelesen und da fand ich denn Hinweis, dass man als Unternehmer für ein gleiches Netto-Gehalt eines Angestellten weniger Brutto braucht. Das wären dann aber definitiv unter 50% Abzüge.

    Werde wohl doch erstmal einen Termin beim Steuerberater machen.

    Gruß
    Thomas
     
  6. grummlich

    grummlich MacUser Mitglied

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    Guten Tag.

    Die 2700,- EUR, sind die inclusive USt. oder zuzüglich? Ist schon mal wichtig, weil du dann, wenn es incl. Steuer ist, schon mal knapp 400,- EUR davon ignorieren kannst. Falls ich mich nicht irre. :)


    Beste Grüße . . . Karsten
     
  7. madmarian

    madmarian MacUser Mitglied

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    die KSK ist dir absolut anzuraten! die Kosten für die Kranken-renten- und sonstige Versicherungen über KSK belaufen sich ziemlich genau auf 18,5 bzw. 19% des Einkommens (des Gewinns!). D.h. du machst eine Schätzung, was dir nach Abzug aller Kosten als Gewinn über bleibt (wobei du die über KSK agedeckten Leistungen unberücksichtigt lässt) und zahlst von dem, was übrig bleibt, die 18,5 bzw. 19% an die KSK. Das ist bei weitem weniger als man sonst alleine schon für die gesetzliche krankenkasse zahlt. Logisch, du würdest dich sonst privat versichern... ausser, du hast Familie, gelle... ich hab Frau und bald zwei Kinder, und die sind alle mit abgedeckt über meine Krankenkasse.... das sollte man nicht vergessen. Sollte dein gewinn höher oder niedriger ausfallen als zuvor berechnet, kannst du jederzeit ein Fax an die KSK schicken und die tatsächlich erwarteten Gewinne angeben, die Gebühren ändern sich dann entsprechend. Die KSK ist eine der entspanntesten Angelegenheiten, die ich kenne... habe es Jahre vor mir her geschoben, einzutreten, und ärgere mich für jeden herausgezögerten Monat, in dem ich horrende Mehrkosten alleine schon durch die Krankenkasse zahlte....

    Ich komme auf ca. 30% Lohnnebenkosten inkl. KSK, auf ca. 50% inkl. Büro (Miete, Strom, Anschaffungen etc.), wobei es auch bei dringenden Neuanschaffungen gerne mehr als 50% sein kann. Andererseits, wenn man ganz ehrlich ist, schmälern manche Anschaffugen zwar den Gewinn, aber man hätte sie sich andererseits sonst privat geleistet, z.B. nette Digi-Cams, Laptop, Auto, halt alles technische, was man entfernt als Geschäftsausgabe rechtfertigen kann... da muss man dann aufpassen, sich nicht zu viel Geschäftsausgaben aufzuhalsen... muss ja auch noch was für die Miete übrig bleiben..
     
  8. Thomson

    Thomson Thread Starter MacUser Mitglied

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    Die 2700,- Euro sind natürlich netto.
    USt./MWSt. ist ja eh ein durchlaufender Posten.

    Gruß
    Thomas
     
  9. Thomson

    Thomson Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo Al,
    was definierst Du als Deinen Nettoverdienst?
    Ist das die Summe aller Rechnungsbeträg eines Monats ohne USt./MWSt. oder warum ziehst Du Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Vorauszahlungen, Rentenvers., Krankenvers., etc. von Deinem Nettoverdienst ab?
    Für mich ist das Nettogehalt das, was nach Abzug der oben genannten Zahlungen noch übrig bleibt.
    Was darf ich denn nun als Nettogehalt bezeichnen oder ist das nur eine Frage der Defination?

    Gruß
    Thomas
     
  10. Al Terego

    Al Terego MacUser Mitglied

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    In diesem Fall sollte der Begriff Netto rein als rechnerischer Maßstab zu verstehen sein.
    Also die Summe der Honorare und Einnahmen, die ich rein netto an meine Kunden berechnet habe. Und davon habe ich ca. ein Drittel für die genannten Dinge abführen müssen. Mindestens.
    Ist also nur ein Anhaltspunkt für Dich. Jedes Unternehmen ist ja schließlich anders aufgestellt, auch von den Ausgaben her.
    Gruß, Al
     
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