Was passt besser für mich imap oder pop?

Dieses Thema im Forum "Internet- und Netzwerk-Software" wurde erstellt von ralfinger, 07.02.2005.

  1. ralfinger

    ralfinger Thread Starter MacUser Mitglied

    Beiträge:
    3.878
    Zustimmungen:
    454
    MacUser seit:
    16.07.2004
    Hi, bevor ich alles auf meinen beiden Rechnern umstelle und mich in Unemgen von Einstellungen verhakle hab ich mal ne Frage an die Fachmänner unter Euch:

    Die Situation: Ich arbeite mit zwei Macs, Desktop und Notebook. Ich brauche auf beiden meine Post, aber vorallem auch meine Antwortpost. Jetzt hab ich brav die Suchfunktion bemüht und in nem ganz alten Beitrag gelesen es wär sinnvoll mit imap als Protokoll zu arbeiten, weil dabei die Mails auf dem Server belassen werden und man sozusagen dort mit der Post arbeitet. Kann ich dann meine Post nur verwalten wenn ich online bin? Das wär doof, denn ich bearbeite meine ungelesene Post auch unterwegs, wenn ich mal kein Netz hab. Wenn ich sie aber doch abrufe, wo iss dann der Unterschied zu Pop3?. So ganz kapier ich das nicht. Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.

    Danke
     
  2. Hilarious

    Hilarious MacUser Mitglied

    Beiträge:
    2.195
    Zustimmungen:
    5
    MacUser seit:
    25.11.2004
    Der Unterschied zu POP3 liegt vor allem im Ablagesystem der E-Mails. Bei POP3 rufst Du Dir E-Mails aus einer simplen Reihenstruktur vom Server ab. Das heißt, eine E-Mail nach der anderen liegt da, kann zwar auch dort liegen bleiben und erst später gelöscht werden, aber in der Regel war's das. Und häufig löscht man die Post nach dem Abrufen sofort, seltener wird die Einstellung genutzt, dass man die Mails auf dem Server erst nach einer gewissen Zeit oder nie löscht.

    IMAP4 setzt genau hier an und führt den Gedanken weiter. Im Prinzip verbleibt Dein gesamter E-Mail-Verkehr, als auch die gesendeten Mails oder Entwürfe, auf dem Server und werden von Deinem E-Mail-Programm nur verwaltet.

    Legst Du also in einem IMAP4-Postfach einen Ordner an, wird dieser erst auf dem Server angelegt und Dein Mail-Client zeigt in an. Verschiebst Du nun eine E-Mail aus dem Posteingang in diesen Ordner, wird die Mail auf dem Server verschoben und Dein Mail-Programm gleicht seine Darstellung an.

    Vorteile: Du kannst mit verschiedenen IMAP4-fähigen Mail-Clients ortsunabhängig Deine E-Mails bearbeiten. Du kannst sogar deine Entwürfe zentral verwalten, also im Büro eine E-Mail beginnen und später zu Hause weitertippen. Ebenso hast Du einen Papierkorb-Ordner, der nicht gleich gelöscht wird, der ebenfalls zentral auf dem Server verwaltet wird.

    Nachteile: Für den Server entstehen relativ hohe Lasten, so dass der Mail-Server schon einige Pferdestärken mitbringen sollte. Eine 30-Mann-Firma über einen Pentium-III/800MHz oder einen iMacG3 laufen zu lassen, während alle ihre E-Mails per IMAP4 verwaltet, kostet Zeit... Daher wird auch das Abrufen mit der Zeit langsamer, wenn man nicht regelmäßig den Posteingang leert und alles in einzelne Ordner sortiert.

    Weiteres Merkmal: Da Du mit dem IMAP4-Server im Prinzip ständig (per so genannten Stream) verbunden bist, bekommst Du es sofort mit, wenn eine Mail ankommt, nicht erst nach fünf Minuten, wenn der POP3-Client abrufen würde. Allerdings musst Du dafür natürlich auf ständig online sein.

    Fazit: IMAP4 ist eine sau-coole Sache, ich nutze es seit über fünf Jahren beruflich wie privat. Ich kann bedenklos auf meinem Rechner der Benutzer und seine E-Mails "platt" machen, und hab sie nach kurzer Zeit wieder, wenn ich neu synchronisiere. Ebenso habe ich dadurch die Möglichkeit mit Hilfe eines Web-Mail-Systems wie SquirrelMail oder Horder/IMP, mir jederzeit von unterwegs vollen Zugriff auf meine Mails zu ermöglichen. So kann ich auch auf eine wichtige Anfrage schnell antworten und habe zu Hause sogar meine E-Mail unter "gesendete Objekte". Ob ich auch meine E-Mails ohne online zu sein lesen kann, ist Einstellungssache und abhängig vom E-Mail-Client, die nämlich alle nicht gleichermaßen mit IMAP4 umgehen (ich nutze Apple Mail und bin sehr zufrieden).

    Aber so richtig Sinn macht IMAP4 nur ab flottem DSL (ab 768 kBit/s) zum Flatrate-Tarif. Musst Du auf die Uhr schauen, wie lange Du online bist, macht IMAP4 leider gar keinen Spaß.

    Diese E-Mail-Clients unterstützen IMAP4 nach meiner Erfahrung:

    Apple Mail (klaro)
    Eudora 5/6 (nicht so einfach in den Einstellungen aber sonst sauber)
    Outlook 5.02 (OS 9, überraschend gut)
    Mulberry (bevorzugt allerdings den eigenen Cyrus-Server)

    Empfehlenswert, allerdings auch ein Kriterium für eine schnelle Leitung, ist die ständige Verschlüsselung via SSL (heißt dann IMAP4S), da dann der gesamte Verkehr nicht ausgespäht werden kann (jedenfalls nicht mehr so einfach).
     
    Zuletzt bearbeitet: 07.02.2005
  3. ralfinger

    ralfinger Thread Starter MacUser Mitglied

    Beiträge:
    3.878
    Zustimmungen:
    454
    MacUser seit:
    16.07.2004
    Hey ... super - das war ja mal ausführlich und vorallem verständlich. Vielen Dank. Jetzt noch ne kurze letzte Frage. Wie erkennt mich imap? Bei POP3 kann ich die Daten ja auch vom Handy oder sonstwo abrufen und muss nicht meine eigenen Log-In Daten verwenden. An meinem Arbeitsplatz häng ich ja praktisch an nem "fremden" Router, mit eigenen Log-in Daten. Gerade T-Online scheint da irgendwie Probleme zu haben, oder hab ich da was falsch verstanden. Wenn das nämlich keine Rolle spielt, stell ich auf IMAP um. Trotzdem schonmal vielen Dank.
     
    Zuletzt bearbeitet: 07.02.2005
  4. Hilarious

    Hilarious MacUser Mitglied

    Beiträge:
    2.195
    Zustimmungen:
    5
    MacUser seit:
    25.11.2004
    :)

    In so gut wie allen Fällen bestehen Deine Log-In-Daten nur aus Benutzername und Kennwort, angewendet beim richtigen Server. In besonderen Härtefällen (T-Online), gibt es ja diese kniffligen Kundennummern, Benutzerkennungen, etc. Das hat damit wenig zu tun, wird aber bei T-Online dazu benutzt, die auch beim Versenden korrekt zu identifizieren (inzwischen).

    Ob Du das wirklich brauchst hängt natürlich ein wenig vom Provider ab. Wenn Du tatsächlich mit T-Online geschlagen bist, solltest Du bei denen mal nachschauen, oder halt, neuerdings will doch der Chef der Telekom, dass E-Mails innerhalb von 24 Stunden beantwortet werden -- wäre doch mal einen Versuch wert (mal sehen, ob _das_ klappt ;) ).

    In den meisten anderen Fällen ist es dem Server ziemlich wurscht, woher Du kommst -- ziemlich liberal eben...

    Du kannst es testen, wenn's nicht klappt, machst Du nichts kaputt. Viel Erfolg!
     
  5. ralfinger

    ralfinger Thread Starter MacUser Mitglied

    Beiträge:
    3.878
    Zustimmungen:
    454
    MacUser seit:
    16.07.2004
    O.k. mach ich ... merci :)
     
  6. tau

    tau MacUser Mitglied

    Beiträge:
    9.831
    Zustimmungen:
    185
    MacUser seit:
    06.01.2004
    @Hilarious:

    Super fundierte Antwort, Danke!
    Ich denk auch schon ewig drüber nach, war mir nur nicht klar, ob das was für mich ist..

    Jetzt weiß ichs.



    Grüße,
     
  7. Hilarious

    Hilarious MacUser Mitglied

    Beiträge:
    2.195
    Zustimmungen:
    5
    MacUser seit:
    25.11.2004
    :D

    *knicks*
     
  8. oneOeight

    oneOeight MacUser Mitglied

    Beiträge:
    46.823
    Zustimmungen:
    3.633
    MacUser seit:
    23.11.2004
    naja, erkundigt doch erstmal, ob euer email provider überhaupt imap hat ;)
    bei den meisten kostet das extra...

    wenn ihr selbst einen email server habt, ist das installieren eigentlich kein problem...
     
  9. oe3vsfm4

    oe3vsfm4 MacUser Mitglied

    Beiträge:
    288
    Zustimmungen:
    0
    MacUser seit:
    28.09.2003
    Zusatzfrage: Kann ich meinen IMAP4-Client so einstellen, dass e-mails zusätzlich auch lokal abgespeichert werden, sodass ich sie auch offline lesen kann?

    mfg, tom
     
  10. cla

    cla MacUser Mitglied

    Beiträge:
    2.958
    Zustimmungen:
    128
    MacUser seit:
    24.10.2003
    Du kannst E-Mails eigentlich immer offline lesen und bearbeiten, da bei allen, mir bekannten, IMAP-Mailclients die Mails zusätzlich lokal zwischengespeichert werden, um nicht nur ein flotteres Arbeiten zu haben, sondern auch die Offline-Bearbeitung zu ermöglichen.

    Mit Mail ist es jedenfalls kein Problem. Das läuft bei mir jetzt seit ca. einem halben Jahr ohne Probleme.
    Manchmal ist es etwas hakelig (wenn die Mails ziemlich fette Anhänge haben), aber das ist nun mal durch die Bandbreite bedingt.

    Bearbeitete Mails werden dann bei der nächsten Netzverbindung auch auf dem Server aktualisiert, oder verschickt.

    cla
     
Die Seite wird geladen...