Was machen "gespiegelte" RAID-Festplatten eigentlich?

Dieses Thema im Forum "Peripherie" wurde erstellt von engelsturm, 27.04.2006.

  1. engelsturm

    engelsturm Thread Starter MacUser Mitglied

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    Bis vor kurzem hatte ich zwei Firewire-Festplatten mit 300 GB und zwei Firewire-Festplatten mit 160 GB. Jede Menge Audio-Daten.

    A) Back-Up auf DVD ist unmöglich, allein das Beschriften der DVDs dauert Tage.
    B) Das Retrospect-Programm legt so komische Back-Ups an, da findet man nichts und das "Wiederhergestellte" sieht anders aus, als das Original. Dauert nebenbei auch Ewigkeiten.
    C) Die Daten nach einer Woche stumpf auf eine andere Festplatte kopieren, dauert Lichtjahre...
    Also gar nichts doppelt gesichert....
    Prompt ist eine 300 GB-Festplatte abgeraucht, 3 Monate Arbeit in die Tonne!

    "Gespiegelte"RAID-Systeme sollen die Lösung sein.
    Also Festplatten identisch nochmal gekauft.
    Jetzt stehen hier 4 Firewire-Festplatten mit 300 GB und 4 Firewire-Festplatten mit 160 GB.

    Im Festplatten-Dienstprogramm von Mac OS Tiger die Option "automatisch spiegeln" angeklickt. Alle Festplatten neu mit Daten geladen.
    Dann die "Zwillinge" ausgelassen und nur mit den 4 Originalen gearbeitet.
    Zwei Tage später die Zwillinge gestartet... alle Festplatten arbeiten wie verrückt.
    Um alle Festplatten im RAID-System "wiederherzustellen", braucht der Rechner 8-10 Stunden.. Was soll´s? Passiert ja im Hintergrund...
    Soweit so gut...
    Und jetzt kommt der Hammer!
    Denn anstatt die neuen Daten auf den Zwilling zu kopieren, werden stattdessen alle neuen Daten gelöscht, damit beide Festplatten wieder identisch sind im Inhalt !

    Ich glaube, ich werde wahnsinnig! Wer hat sich denn den Quatsch ausgedacht ?
    Die Arbeit der letzten Tage ist gelöscht worden, durch das "Spiegeln".
    Frage: Ist es von Bedeutung, welche Festplatte im RAID zuerst angemeldet worden ist ?
    Soll das heißen, ich muss immer (!) alle RAID-Festplatten als Pärchen laufen lassen ? Die Lüfter sind ganz schön laut.

    ich wollte eigentlich nur einmal in der Woche die "Zwillinge" für das Back-Up anschmeißen.

    Kennt sich damit jemand aus ?
    Das klang so gut: RAID als Backup nutzen!
    engelsturm
     
  2. BaSt!

    BaSt! MacUser Mitglied

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    Dieses RAID System hält 2 Platten genau auf dem gleichen Stand.. fällt eine aus hast Du alles genau gleich auf der anderen.. Das hilft generell nur bei einem Problem: Wenn eine Festplatte nen defekt hat (HW).. Sobald Dir nämlich ein Virus guten Tag sagt oder ähnliches.. wird auch dieser auf die andere Platte gespiegelt.. Also SW technisch hast Du überhaupt keinen Schutz..

    Hierfür gibts dann andere RAID Stufen, da brauchste dann 3 Platten..
     
  3. Markus87

    Markus87 MacUser Mitglied

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    Schau lieber hier vorbei bevor Du immer eine Festplatte mit unnötig-teurem Gehäuse kaufst.

    [​IMG]
     
  4. DystoBot

    DystoBot MacUser Mitglied

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    Der Sinn eines Raid ist nicht das erstellen von Backups.
    Ich verstehe auch nicht warum du jedes mal die kompletten Daten sichern musst. Dafür gibt es doch inkrementelle Backups.
    Dann brauchts du eine Backup Software. OSx kann das glaub ich nicht.

    Ich würde aber an deiner Stelle trotzdem Raid benutzen. Um wie gesagt den Hardwareausfall zu sichern.
    Mit deiner 8 Platten Lösung ist das nicht der bringer.
    Verkauf die Dinger wieder und leg dir eine externe Lösung zu. Das hier z.B: http://www.raidsonic.de/de/pages/products/soho-raid.php?we_objectID=3807&PHPSESSID=3c34d8f131f3a17dd92ef6cc35177bd1#techdata

    Kostet 500 Tacken plus die 4 Festplatten. Ich würde dann 500 GB nehmen, und Raid 0 + 1 machen damit auch die Performance besser ist.
    Das Backup musst du aber weiterhin auf einem dritten Datenträger machen. Sowas lässt sich kaum vermeiden.
    Da würde ich überlegen ein bandlaufwerk anzuschaffen oder die obige Zusammenstellung zu verdoppeln.

    Sorry, aber wer mit fast 1 Terrabyte Daten hantiert muss ein wenig investieren.
     
  5. Markus87

    Markus87 MacUser Mitglied

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    Mit Automator müsste man ein kleines Programm für Backup's machen können.
     
  6. engelsturm

    engelsturm Thread Starter MacUser Mitglied

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    Backup-Programme sind nervig...

    Ich habe Retrospect als Backup-Programm..
    Das Sichern ist ein Kinderspiel.
    Aber wenn man wirklich mal was zurückhaben will, dann wirds nervig und unpraktisch....

    Vielen Dank für die Antworten.... aber jetzt weiss ich immer noch nicht, was Mac IOS Tiger da eingentlich beim "Spiegeln" anstellt.

    Denn am Anfang hat das geklappt....
    Da hatte ich 2-3 Tage lang eine 160GB-Zwillingsplatte aus dem RAID-System ausgelassen und danach sie sich rekonstruieren lassen.
    Anschließend waren alle Daten , auch die der letzten 2 Tage, auf beiden Platten identisch vorhanden. Prima... so soll es sein.
    Jetzt habe ich das gleiche Spiel mit einem der 300 GB-Zwillings-Pärchen gemacht.... jetzt sind plötzlich alle Daten der letzten 2-3 Tage weg. Wo ist denn da das System ?

    Übrigens, 1-Terrabyte an Daten ist schnell verbraten.. das sind nur 1.400 CDs in Originalqualität...... als DJ habe ich das Sechsfache im Keller liegen, aber noch nicht auf Festplatte.
    ich bin doch nicht der Einzige.... bei den Preisen für Festplatten brennt doch kein Mensch mehr Back-ups auf DVDs.... ich habe unten noch 2 Koffer mit alten Back-Up-DVDs, die ich demnächst in den Gelben Sack stecken darf.

    Es muss doch irgendwie eine Möglichkeit geben, den Kram billig im Hintergrund auf eine andere Festplatte zu kopieren.... Nur sollte die Kopie wirklich genauso aussehen, wie das Original, denn sonst wird raschelig im Kopf beim Suchen.

    Und wenn ich mit der Idee komme, statt der 2 Festplatten jedesmal 3 Festplatten hier hinzustellen, springt meine Frau im Dreieck. Die Dinger machen jetzt schon mehr Lärm als der Fernseher.
     
  7. dg2dra

    dg2dra MacUser Mitglied

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    Ich glaube zwar nicht, dass das so irgendwo stand.
    Die Frage ist natürlich auch immer, welche ART von Backups ich möchte.

    RAID (engl. Redundant Array of Independent Disks) ist in erster Line als redundantes Plattensystem konzipiert. Dabei gibts verschiedene sog. Level.

    RAID 0 - Striping - mehrere Festplatten werden zu einer logischen zusammengeführt (z.B. 3 Festplatten a 200GB macht eine logische mit 600 GB)
    fällt aber eine aus, ist _alles_ im Eimer

    RAID 1 - Mirroring - eine Festplatte wird in Echtzeit auf einer identischen zweiten auf Sektorebene gespiegelt, meistens auf Hardwareebene durch einen RAID-Controller oder sog. Software-RAID durch das Betriebssystem wie z.B. unter MacOS X (Gesamtkapazität ist immer nur die _einer_ Festplatte)
    Und man muss natürlich bestimmen, welche der Master ist, denn von diesem wird gespiegelt. Da hattest Du whrscheinlich einen Fehler gemacht.

    RAID 5 - Parity - mind. 3 Festplatten nötig, geht meistens nur auf Hardwareebene durch entsprechenden Controller - Kapazität bei z.B. 3x 200 GB Platten wäre 400 GB - Vorteil von RAID 5 ist der mögliche Ausfall einer Festplatte, trotzdem bleibt der logische Datenträger weiterhin nutzbar, teilweise sogar Austausch im laufenden Betrieb möglich (Hot Swapping)

    Es gibt noch andere Kombinationen, aber die drei genannten sind die häufigsten.

    Alles in allem sichert RAID den Ausfall von Hardware ab, eine Backup-Lösung in herkömmlichen Sinn ist es allerdings nicht.

    Gruss Heiko
     
  8. 2nd

    2nd MacUser Mitglied

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    Irgendwie krasse Geschichte :)

    Eigentlich ist das RAID1 entwickelt worden, damit 2 Festplatten zur selben Zeit mit den selben Daten beschrieben werden und nicht als Backuplösung, die 1x in der Woche zum Abgleich angeschmissen wird. RAID1 würde ich nur mit 2 internen Platten machen, die die ganze Zeit an sind.

    Ich mache meine Backups folgendermassen: Für 2 interne Platten gibt es 2 externe an meinem Rechner. Das Programm "imsafe" kopiert 1x am Tag nach der Arbeit nur die veränderten Daten von den internen auf die externen Platten. Das kann automatisch oder manuell getriggert werden und geht schnell. Die Daten werden 1:1 kopiert, mitsamt der Verzeichnischstruktur, d. h. auf den externen Platten liegt eine 1:1 Abbild der gesicherten Ordnern von den internen Platte.

    Zusätzlich kopiere ich einmal in der Woche die Daten mit der selben Methode auf ein Netzlaufwerk, in meinem Fall ein Cube. Das Laufwerk wird automatisch gemounted, das kann man auch in dem Programm einstellen. Da immer nur die geänderten Daten gesichert werden, geht der ganze Vorgang rasend schnell.

    Somit habe ich 2 Backups meiner Daten, die mich pro Tag ca. 5 Minuten kosten und auf die ich jederzeit Zugriff im Originalformat habe. Inkrementelle Backups brauche ich nicht.

    iMsafe, das Supertool

    Gruß,

    Frank
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24.10.2015
  9. Markus87

    Markus87 MacUser Mitglied

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    iMsafe ist wirklich TOP. Danke für den Link!
     
  10. 2nd

    2nd MacUser Mitglied

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    Gerne :)

    Nicht zu vergessen, dass es Freeware, d. h. im Moment eine "public beta" ist. Aber das war es Ende 2004 auch schon.

    Frank
     
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