Urheberrechtsverstoß. Was tun um Kunden nicht zu verlieren?

Dieses Thema im Forum "Freelancer Forum" wurde erstellt von MacSchneck, 23.02.2006.

  1. MacSchneck

    MacSchneck Thread Starter MacUser Mitglied

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    Urheberrechtsverstoß. Was tun um Kunden trotzdem nicht zu verlieren?

    Hallo!

    So jetzt muss ich mich echt mal auskotzen :p

    Ich habe ein CI für ein Sportevent ertellt, angeboten waren Plakat und Flyer. Im Laufe des Auftrages erweiterte sich der Umfang auf mehrere Nachdrucke, Big Banner, Pressemappen etc.
    Ich habe immer auf die Kosten hingewiesen.

    UND: Eine Anzeige, bzw. zwei verschiedene Formate wurden vom Kunden in Auftrag gegeben, mit dem Hinweis auch die Kosten zu nennen. Supereilig!
    Ich mußte parallel zum Kostenvoranschlag die Anzeigen schon beginnen, sonst wäre der Termin geplatzt.
    Ich habe für beide Anzeigen inkl. RZ, Nutzung, Versand etc. 980.- Angeboten. (Auflage insg. 240.000, Tageszeitung)

    Das war dem Kunden anscheinend zu teuer, ohne über den Preis zu verhandeln, kam nichts mehr...
    Heute sehe ich in der Tageszeitung mein CI! von irgendjemand anderem umgearbeitet zu der Anzeige!

    Das ist doch eine KLARE URHEBERRECHTSVERLETZUNG!

    Was tun???!!!

    Ich habe schon angerufen und darauf hingewiesen, das das nicht in Ordnung ist und wir eine Lösung finden sollten, der Chef war leider nicht im Hause, so dass sich das Gespräch auf nächste Woche vertagt.

    Mein Problem ist jetzt folgendes:
    Erstens habe ich beide Anzeigendaten bereits erstellt, aus Termingründen, auch zum Kunden zur Freigabe gemailt etc. (er weiß also das es gemacht ist)
    Ich bin der Meinung ich könnte diese Arbeite ohne Nutzung auf alle Fälle abrechnen (Abschlagshonorar).

    Was meint ihr?

    Und ausserdem was mache ich mit der Urheberr.-Verletzung bzgl. der Anzeige? Das ist nicht in Ordnung, aber ich will den Kunden auch nicht unbedingt verlieren, falls das nicht ohnehin schon passiert ist. Andererseits möchte ich mich ungern verarschen lassen. Für keinen Kunden der Welt!

    Was würdet ihr tun?
    Was würdet ihr an Leistungen abrechnen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 23.02.2006
  2. hk1805

    hk1805 MacUser Mitglied

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    Also rechtlich kann ich dir da auch nix verbindliches raten, aber der Kunde
    wäre für mich gestorben. Diese denke hat mich zwar schon den einen oder anderen Kunden gekostet, dafür kann ich aber besser schlafen. Verarschen lassen muss man sich nicht und der nächste Kunde kommt bestimmt.
     
  3. MacSchneck

    MacSchneck Thread Starter MacUser Mitglied

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    Danke für deine Meinung!
     
  4. Godzilla

    Godzilla MacUser Mitglied

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    Du hast den Kunden bereits verloren. Und, du bist dem Kunden absolut egal, denn sonst würde er mit dir nicht so umgehen. ich rate dir, geh in jedem Fall zum Anwalt, bevor du dich bei deinem Gespräch mit dem Kunden auf etwas einlässt. Du musst dich wegen dem Gang zum Anwalt auch nicht schlecht fühlen, denn der Kunde hat ja eine Straftat begangen, nicht du.

    Als zweites würde ich mir überlegen, dass dir ein bestimmter Umsatz verloren gegangen ist und du deswegen Schadenersatz fordern kannst. Wieviel, wird dir der Anwalt sagen können.

    Der Kunde wird sicher agumentieren, dass er die ganze Sache auch ohne Anwalt geregelt hätte und deswegen die Anwaltskosten nicht bezahlen will. Dann würde ich ihm freundlich klar machen, dass du ihn in diesem Fall anzeigst und du es sehr interessant finden würdest, wenn die Angelegenheit von „höherer Stelle” bewertet wird. Dann wird er sicher einlenken.
     
  5. Ren van Hoek

    Ren van Hoek MacUser Mitglied

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    Anwaltliches Schreiben! Alles andere führt in diesem Fall zu nix.
    Ein Freund von mir wollte das auch nicht glauben, das Schreiben wurde "zur Entlastung" zurückgesandt :mad:
     
  6. Discovery

    Discovery Gast

    1. Runter kommen, den Herzschlag beruhigen, Zorn ist der schlechteste Ratgeber. 3 Stunden warten, erst dann reagieren, sonst ist es zu emotional.

    2. Anrufen und Fragen. Immer zuerst direkt kontaktieren, dann weisst Du um was es geht. Vielleicht basiert das Ganze auf einem Missverständnis.

    3. Wenn es sich nicht löst, schriftliche Anfrage beim Kunden, damit du etwas in der Hand hast. Je nach dem...

    4. Rechtsberatung einholen.

    NB: Ein Gericht beurteilt Dich und den Kunden in jedem Fall nach den zuerst eingeleiteten Schritten. Wenn du sofort drohst und den Anwalt schickst, fragt dich der Richter folgendes: Haben sie den Kunden gefragt, wie das zustande gekommen ist?

    Wenn du dann NEIN sagten musst, fragt dich er: Warum nicht.

    Und das ist dann eine denkbar schlechte Ausgangslage.
     
  7. MacSchneck

    MacSchneck Thread Starter MacUser Mitglied

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    Danke für eure kollegialen Beiträge!

    Ich werde auf alle Fälle Anfang nächter Woche, wenn der Chef wieder zu sprechen ist, klären um was es geht und wie das passieren konnte.
    Aber ich bin grundsätzlich auch bereit dagegen vorzugehen, zumindest nicht sang- und klanglos nachzugeben, weil ich auch bezweifle das die Situation "zu retten" ist.
    Vielleicht weiß er es aber auch nicht besser. Keine Ahnung.

    Auf jeden Fall hat die Sekretärin heute auf meine Frage wie wir mit der Anzeige weiter verfahren gesagt erst mal auf Eis legen. Als ich ihr sagte ich hätte de aktuelle Ausgabe der ... vorliegen (Übrigens andere Stadt, ich vermute also sie dachten ich würde es nicht erfahren!!!) und sähe eine Anzeige in dem von uns entwickelten CI. Was einem Urheberrechtsverstoß entspricht und was sie dazu vorschlägt und das ich anrufe um eine Lösung zu finden - war erst mal ziemlich langes Schweigen am anderen Ende.
     
  8. MacSchneck

    MacSchneck Thread Starter MacUser Mitglied

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    Ach noch was, meine Kollegin ist der Meinung wir sollten im Zweifelsfall nach dem Prinzip "Schwamm drüber" verfahren und nichts berechnen und unternehmen, um den Kunden zu halten, bzw. nicht zu verärgern oder nicht noch weiter zu verärgern.

    Wie seht ihr das?
     
  9. JürgenggB

    JürgenggB MacUser Mitglied

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    In den wesentlichen Punkten gebe ich Discovery recht. Doch ein Missverständnis dürfte hier wohl nicht vorliegen! Ergo bleibt nur der Weg zum Anwalt, aber bitte keinen Wald- und Wiesenanwalt, sondern einen Fachanwalt für Copyright und Urheberrecht Anwaltskammer kontaktieren).

    Ich schreibe aus Erfahrung.

    Trotz besten Briefings einer renommierten Anwaltskanzlei ging ein Prozess wg. Urheberrechtsverletzung in die Binsen. In weiteren Fällen hatte ich einen Fachanwalt, dieser holte mehr heraus als ich zu erhoffen wagte.

    Viel Glück Jürgen
     
  10. JürgenggB

    JürgenggB MacUser Mitglied

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    Mach das nicht!!!

    Du kriechst zu Kreuze und das nächste Mal passiert das Gleiche –
    Motto: mit denen kann man es ja probieren!

    Kassieren – Schwamm drüber! Vielleicht gibt es ja einen
    vernünftigen Vergleich in Relation der evtl. anstehenden
    Ärgernisse (Anwalts-/Gerichtstermine)

    Gruss Jürgen

    Nachtrag: Nicht anrufen! Schreiben, ihr braucht für evtl. ger. Auseinandersetzungen Unterlagen.
     
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