Umgang mit den AGB?

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  1. delanta75

    delanta75 Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo Freischaffende!

    Da ich jetzt erste Angebote versendet habe, sogar ein paar Rechnungen geschrieben und jetzt merke wie schwierig und öde der Berater-Job ist,
    möchte ich doch wenigstens nicht´s grundlegend falsch machen.
    Also hier die Frage:
    Wann, wie und überhaupt bekommen eure potenziellen Kunden die AGB zu sehen? Reicht ein Verweis im verbindlichen Angebot,
    das auf Wunsch das Schriftstück zugesandt wird? Oder nur der Hinweis auf die Webadresse? Vielleicht macht es ja auch einen
    guten Eindruck dat Ding hinten dranzuhängen?

    Würd mich einfach interessieren wie ihr das so handhabt!

    Gruss aus Hamburg!
     
  2. Zeitlos Medien

    Zeitlos Medien MacUser Mitglied

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    Hi!

    Also bei mir sind die AGB auf Angeboten rückseitig aufgedruckt.
    Es ist zwar auch erlaubt, die AGB separat ausgedruckt, per Weblink
    oder "auf Abruf" bereitzustellen - aber davon halte ich nicht viel.

    Wenn es denn mal zum Rechtsteit kommt, kann ich darauf pochen,
    dass der Kunde die AGB von Anfang an zur Kenntnis genommen
    hat.

    Stelle ich die AGB per Weblink oder ähnliches zur Verfügung muss man
    wieder Vorschriften beachten, z. B. dass die AGB leicht erreichbar sein
    müssen, problemlos für den Kunden ausdruckbar etc.

    Das ist mir zu riskant. Wenn man den Kunden von anfang an, also sprich
    vom Angebot an mit den AGB mehr oder weniger konfrontiert, ist man
    auf der "sichereren" Seite.

    Viele haben "Angst", dass der Kunde wenn er die AGB bereits beim Angebot
    erhält, keinen Auftrag erteilen könnte. Dem halte ich aber entgegen, dass
    die wenigsten Kunden die AGB wirklich durchlesen, bzw. diese tatsächlich
    bereits zu diesem Zeitpunkt wahrnehmen. AGB werden für die meisten
    Kunden erst interessant, wenn irgendwas nicht nach deren Vorstellung
    abläuft - und dass ist meist erst bei Rechnungsstellung (weshalb auch immer).

    Grüße
    Flo
     
  3. harlekin33

    harlekin33 MacUser Mitglied

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    Hallo

    Ich weiss zwar nicht wie das rechtlich auszusehen hat in Deutschland, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich je agenturseitig in der Schweiz zur Offerte oder der Auftragsbestätigung auch gleich die AGBs mitgeliefert habe.

    Viel wichtiger scheint mir, dass die Auftragsbestätigung absolut klar formuliert ist und auch nach Möglichkeit alle Eventualitäten ausgeschlossen werden können. Dazu gehört für mich genauso das Thema wie Spesen, Materialen, Porti, Telefon oder die Zahlungsmodalitäten wie auch die allfällige weitere Datenverwendung und Nutzung.

    Abgesehen davon, wohl kaum jemand liest die AGBs und wenn ich die AGBs brauche um mein Recht durchzusetzen, hab ich im Projektverlauf und im Umgang mit dem Auftraggeber Dinge nicht klar beim Namen genannt. Dann zu streiten, kostet viel Energie.

    Ich arbeite im Bereich Projektmanagement und Beratung und setze keine AGBs ein. Hab aber aus der Erfahrung auch gelernt, dass ich bei AUftragserteilung auch über Geld rede.

    Grüsse
     
  4. Zeitlos Medien

    Zeitlos Medien MacUser Mitglied

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    @Harlekin33

    Also ich weiß nicht, wie die Gesetzeslage in der Schweiz ist...
    Aber wenn ich die AGB nicht von Anfang an zur Verfügung stelle bzw.
    darauf hinweise, sieht es später schlecht aus. Dann geht man von den
    geschäftlich-üblichen Gesetzesregelungen, je nach Unternehmen aus dem
    BGB oder HGB.

    Es ist in Deutschland nicht möglich, im Streitfall auf AGB zu verweisen,
    die der Kunde noch nie gesehen hat bzw. erst nach Auftragserteilung
    zu sehen bekommen hat. Denn das allein wäre schon ein Grund, warum
    der Kunde ohne Zweifel vom Auftrag zurücktreten kann.

    Ich bin ebefalls ganz Deiner Meinung, ein Angebot so klar und deutlich
    wie nur möglich zu verfassen - das wirkt vor allem auch seriöser. Aller-
    dings gibt es unzählige Regelungen die man Treffen kann, die alleine schon
    platzmäßig nicht in ein Angebot passen. Und oftmals geht es auch um
    ganz kleine, aber feine Sachen, die eigentlich der Rede nicht mal wert sind,
    aber im Zweifel doch genannt werden sollten. Und hierfür ist das "Klein-
    gedruckte" eben sehr sehr praktisch.

    Also nochmal, es sei darauf hingewiesen, dass ich keine Ahnung habe, wie
    es in der Schweiz mit AGB "abgeht", aber ich finde in Deutschland sind sie
    ab einer gewissen Auftragshöhe bzw. Auftragsvolumen fast schon unver-
    zichtbar. (Das soll nicht heißen, es würde ohne nicht gehen).

    Grüße
    Flo
     
  5. maceis

    maceis MacUser Mitglied

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    Jede vorformulierte Vertragsbedingung ist eine AGB, egal ob AGB draufsteht oder nicht.
    Beispiel: Mustermietvertrag = AGB

    Wirksam in den Vertrag einbezogen ist sie nur dann, wenn u. a. vor Abschluss des Vertrages eine zumutbare Möglichkeit zur Kenntnisnahme gegeben war (eine AGB auf der Rückseite einer Eintrittskarte ist z.B. unwirksam, da erst nach dem Kauf die Kenntnisnahme möglich ist).

    Weitere Details §§305-310 BGB.
     
  6. Difool

    Difool Frontend Admin

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    Wie nützlich und gut die AGB wirklich sind, weiss man bei einem "stupiden" Rechtsstreit erst.

    Es macht sogar durchaus Sinn seine AGBs auch mal checken zu lassen.
    Ein Rechtsanwalt macht sowas für round-about €300-€400..., ...evtl. auch günstiger.
    Zahlt der Kunde im graphischen Metier nicht – bumm Anwalt & Co – da sind diese "kleinen Zeilen" schon mal "Bares" wert.

    Gruß Difool
     
    Zuletzt bearbeitet: 02.02.2006
  7. Zeitlos Medien

    Zeitlos Medien MacUser Mitglied

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    Ganz meine Meinung!

    Gruß
    Flo
     
  8. zuecho77

    zuecho77 MacUser Mitglied

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    hi zusammen.

    kleiner tipp, einfach mal ins bgb schauen, dort steht alles zu den agbs drin.

    aber ja, die agbs müssen dem kunden zugäglich sein. entweder rückseitig, seperat gedruckt oder verlinkt, hauptsache zugänglich und drauf hingewiesen.

    mfg
     
  9. stonestream

    stonestream MacUser Mitglied

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    Wie bereits gesagt müssen AGBs vor Vertragsschluss vorliegen und dem potentiellen Kunden zugängig sein. Deshalb ist der Abdruck dieser auf der Rückseite des Angebotes am sinnvollsten (z.B. für die Beweisführung in einem Prozess). Einen Weblink halte ich juristisch für gewagt, falls z.B. der Server mal nicht zur Verfügung steht - oder im schlimmsten Fall der Kunde kein Internet hat - d.h. in beiden Fällen würden die AGBs nicht Vertragsbestandteil!
    Inhaltlich sind die §§307 ff. BGB zu beachten, da ein Vertoß die gesammte AGB unwirksam machen kann (daher am besten von einem Anwalt überprüfen lassen).

    MfG,
    Andreas
     
  10. maceis

    maceis MacUser Mitglied

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    + ein Hinweis auf der Vorderseite, dass hinten drauf noch Vertragsbestandteile sind und zwar oberhalb der Unterschrift, sonst kann auch das zu Problemen führen (Kunde behauptet er hat nicht gesehen/gewusst, dass hinten noch was drauf steht).
    Bei der inhaltlichen Prüfung ist zu beachten, dass auch alle anderen vorformulierten Vertragsklauseln AGB darstellen.
     
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