Straftat mit Straftat ahnden?

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  1. IllmatiC

    IllmatiC Thread Starter MacUser Mitglied

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    hi leute,

    ich hab mal wieder ne grenzfrage für euch.

    ich hab mich heute so in der Arbeit gefragt wies mit dem neuen Raubkopiergesetz aussieht.. ich mein jetzt nicht OB was illegal ist.. das is ja wohl jedem klar...

    mich interessiert eher ob die polizei einen passwort geschützten Rechner knacken darf um z.b. nachzuweisen ob er/sie illegale daten darauf aufbewahrt...

    streng genommen wäre das ja illegal, laut gesetz steht es unter freiheitsstrafe wenn man an geschützte daten jeglicher art auf diese weise kommen will. also würde die polizei doch eigentlich in so einem fall illegales mit illegalen mitteln aufdecken...

    wäre also eigentlich bei einem prozess nichtig... denn ansonsten könnte die polizei genauso einen "Straftäter" im Revier mit Schlägen zur wahrheit verhelfen... wäre doch das gleiche... eine Straftat mit einer anderen aufdecken...

    müsste dann nicht jeder der PGP am rechner hat vor der polizei sicher sein?

    mich würde eure meinung dazu brennend interessieren

    mfg
    !llu
     
  2. dylan

    dylan MacUser Mitglied

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    Hallo IllmatiC,

    selbstverständlich hat die Exekutive mehr Rechte als der Ottonormalbürger - dies ist nötig, um eine Straftat zu verhindern bzw. zu verfolgen. Deiner Argumentation zu Folge wäre es ja seitens der Polizei auch eine Straftat, in ein Haus einzudringen - also Einbruch, um beispielsweise einen Rauschgiftring aufzudecken. Ebenso dürfte z. B. die Autobahnpolizei keinem Raser mehr folgen, wenn dieser die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreitet etc.

    Dylan
     
  3. hope13

    hope13 MacUser Mitglied

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    @IllmatiC

    Ich empfehle dir mal wenn du so agumentiers das BGB zu kaufen, dann wirst du sehen das deine frage na ja etwas komisch ist....
     
  4. IllmatiC

    IllmatiC Thread Starter MacUser Mitglied

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    ich denke das nicht,

    1. ich besitze den BGB und 2. ich habe Rechtslehre an meiner Schule..

    ps.: die polizei darf 1. nicht einfach so in dein haus, dazu braucht sie eine richterliche verfügung und du musst auch im haus sein, also bei der durchsuchung anwesend, desweiteren darf die polizei bei einer durchsuchung keine zettel lesen, würde privatsphere verletzen -> zettel müssen verschweist und mit anwesenheit deines rechtsanwaltes mit sigel geöffnet werden. darüberhinaus darf die polizei nur bestimmte räume durchsuchen.. ist halt so. und das sind alles tatsachen die auf dem BGB beruhen. ausnahme wären schwerwiegende fälle... doch mein geschilderter fall ist keinesfalls mit totschlag zu vergleichen, also würde deine argumentation auch ins leere gehen...

    soviel dazu

    cya
     
  5. hope13

    hope13 MacUser Mitglied

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    wir haben seit diesen jahr ein neues Datenschutz Gesetz das der Polizei es erlaubt wie in deinen Fall geschildert jeder zeit auf deinen Rechner auch wenn dieser dur ein Passwort geschütz ist zu öffnen, desweiteren wirst du aufgefordert dein Passwort preis zu geben solltest du das nicht tun und du würdest in dringenten Tatverdacht stehen könnte dies auch durch eine so genante erzwingungshaft geschehen. Du darfst den Maßstab nicht gleich setzen mit den Rechten gegen über der Polizei den dann hätten Sie auch keine hand habe jemanden zu verhaften oder einer Tat zu überführen....
     
  6. Seidi

    Seidi MacUser Mitglied

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    Wenn die Polizie deinen Rechner knackt, um Beweise zu sichern, so kann das wohl nicht als Straftat hingestellt werden, oder?
    Die tanzen ja nicht aus Langeweile bei jemandem an, um sich mal die Platte anzusehen, sonders aufgrund eines begründeten Verdachts.
    Wenn einer also den Zugang zum PC verweigert, macht er sich meiner Meinung nach erst recht verdächtig.

    Grüße
    Chris
     
  7. lemonstre

    lemonstre MacUser Mitglied

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    ausserdem wird die polizei sich nicht die arbeit machen das passwort zu knacken. solange der inhalt der datenträger selbst nicht verschlüsselt ist schützt ein passwort nur deinen rechner als ganzes aber nicht die daten auf deinen datenträger. die kann man ja schliesslich auch über andere rechner auslesen ;)

    gruss
    lemonstre
     
  8. don_mac

    don_mac MacUser Mitglied

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    Gute Morgen IllmatiC ,

    wenn die Polizei bzw. die ermittelnde Staatsanwaltschaft einen dringenden Taatverdacht hat und vor Gericht einen Durchsuchungsbefehl durchsetzt darf sie so ziemlich alles. Dein Computer cracken gehört dazu...
     
  9. satta

    satta MacUser Mitglied

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    Habe mal in einer Anleitung zum Verhalten bei Hausdurchsuchungen gelesen, dass das nicht geschehen darf. Ist das jetzt auch eine Neuerung dazu? In der StPO habe ich dazu nichts gefunden. Weiß jemand genaueres?
    Ist natürlich aus LEA-Sicht trotzdem verdächtig, Verschlüsseltes nicht zu öffnen.
     
  10. blalalama

    blalalama MacUser Mitglied

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    Das kommt zum einen auf die verwendete Verschlüsselungsmethode, auf die Länge des Schlüssel und das verwendete Passwort. Mit asymetrischen Verschlüsselungsverfahren und 2048bit-Schlüsseln ist man auf die nächsten Jahre erst mal sicher, sofern Quantencomputer nicht morgen wie Pilze aus dem Boden schießen :D

    Die asymetrische Verschlüsselung ist aber für eine transparente Verschlüsselung nicht geeignet, da diese noch zu rechenintensiv ist und zuviel rechenzeit in anspruch nimmt (korrigiert mich hier bitte, falls ich Mist erzähle. Das letzte Mal, als ich mich damit beschäftigt habe, war das noch so). Deshalb nimmt man symetrische Verschlüsselungsverfahren mit kleineren Schlüsseln (128/256bit). Aber selbst diese sind ziemlich sicher, sofern keine Backdoor eingebaut ist oder der Algorithmus eine "Architekturschwäche" hat. Da war vor kurzem nochmal ein Artikel in der ct oder der ix darüber, den ich aber jetzt nicht mehr finde (wie immer).

    Letztendlich ist jede Verschlüsselung knackbar. Sei es per Brute-Force oder mittels Heuristiken oder direktem Angriff auf Schwachstellen in der Implementierung des Verschlüsselungsalgorithmus. Die Frage ist nur, ob es sich auch in "vernünftiger" Zeit knacken lässt (ich sag ja noch nicht mal in endlicher Zeit :D ).

    Aber auch hier stellt sich die Frage: was hat der Normal-Privatbürger auf seiner Platte, das es notwendig wäre dies zu verschlüsseln (meine Oma hat ihr Testament noch in Schriftform verfasst und beim Notar hinerlegt *ggg*). Ich bin auch für Privatssphäre und die Einhaltung der selben. Dennoch hat der Staat meines Erachtens eine Sorgfaltspflicht für seine Bürger und muss aus o.g. Gründen auch die Möglichkeit haben dürfen die Privatsphäre auch ausser Kraft setzen zu können, wenn es im Sinne der Allgemeinheit ist.. Ansonsten würde ja Narrenfreiheit herrschen :D
    Allerdings kommen wir hier zu einem Punkt, der richtig kritisch wird: Wer entscheidet, wann das Recht der Privatsphäre aufgehoben wird? Hier bewegt sich auch unsere Politik auf einem schmalen Pfad zwischen einem Staat indem auf die Freiheit des Einzelnen Wert gelegt wird und einem Staat der sagt: "Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser".

    Gruß
    blalalama
     

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