Scharfer Wind für freiberufliche Kreative

Dieses Thema im Forum "Freelancer Forum" wurde erstellt von Krill, 11.12.2005.

  1. Krill

    Krill Thread Starter Gast

    Wie sich die Bedingungen für freiberufliche Designer, Fotografen, Journalisten etc. verändert haben, fasst die Süddeutsche zusammen klick :
    Die Konkurrenz ist gewachsen, schon "kleine PowerPoint-Präsentationen" werden nur über einen Pitch vergeben.
    Die Tagessätze sinken, aber Fotografen etc. müssen digitale Daten druckfertig abliefern und entsprechend investieren - die Verlage haben eine ganze Ebene in der Druckvorstufe eingespart.
    Designer bekommen immer weniger Entwicklungsaufträge, stattdessen müssen sie bei den Firmen Produktvorschläge machen.
    Und wer für's Fernsehen arbeitet, muss seine ganze Kreativität für die versteckte Integration von Produktwerbung entfalten und seine Ansprechpartner regelmässig zu üppigen Essen einladen.

    Und so weiter...
     
  2. buzolino

    buzolino Thread Starter Gast

    Die sogenannte Wertschätzung in unserer Wertegesellschaft ist abhanden gekommen.

    Nicht nur für Freiberufler !

    Gehts nu a bisserl billiger ?

    Wo bekomm ich es noch billiger ?

    HA HA das war ein Schnäppchen.....

    Dann jammern wir uns gegenseitig an, wenn der Lohn nicht mehr stimmt !

    Die Schuldigen sind ja dann rasch gefunden !
    Die Unternehmer, die Politiker.....

    In Wahrheit ist und bleibt es der Konsument, der die Gesellschaft mit seinem Einkaufsverhalten an den Rand des Ruins treibt !

    Geht hin in den Supermarkt und beschwert euch über den billigen Fraß und weigert euch billiges Zeugs zu kaufen, das euren Arbeitsplatz wegrationalisiert !
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 11.12.2005
  3. rudbert

    rudbert MacUser Mitglied

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    Na, den schwarzen Peter dem Konsumenten in die Schuhe schieben zu wollen hinkt doch etwas. Es gibt da, denke ich nicht "den" Schuldigen.

    Das ist doch eher so ein Kreislauf. Kosten hoch (z.B. Steuern) -> Preise hoch -> Schnäppchenjagd -> Preiskampf -> Firmenpleite -> arbeitslos -> Papa Staat zahlt -> holt sich das aus den Firmen wieder -> Mehrausgaben Lohnnebenkosten -> Preise hoch...
    Dieses Szenario hat natürlich noch andere Gesichter aber im Grunde genommen...

    Wichtig für mich ist einzig und allein, bei allen Widrigkeiten Mensch bleiben.
    In diesem Sinne!
     
    Zuletzt bearbeitet: 11.12.2005
  4. mhmedia

    mhmedia MacUser Mitglied

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    Ich finde das ganze ist nicht differenziert genug gesehen. Natürlich gibt es Fotografen die druckfertige Dateien liefern müssen, wer aber heute noch ohne Agentur unterwegs ist (Bildjournalisten sind gemeint) der hat selber schuld und das man alle zwei Jahre neue Ausrüstung anschaffen muss halte ich auch für übertrieben - wann schreibt man das zeug denn ab??
    Und es ist doch wahr, vor der großen Krise wurden doch Honorare gezahlt, das man sich nur wundern konnte (Leider nicht an mich).
    Meiner Meinung ist das mal wieder so ein Uns-geht-es-so-shlecht-Artikel.
     
  5. CyVice

    CyVice MacUser Mitglied

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    Ja ich finde den auch ein wenig übertrieben, ich wohne seit fast zwei Jahren in Deutschland und muss mir sehr häufig dieses uns-geht's so schlecht Gejammere anhören. Man muss das alles relativ sehen, natürlich wird der Konkurrenzkampf härter aber ich finde daß hier gute Arbeit immer noch vernünftig honoriert wird gegenüber anderen Teilen Europas und der Welt.
    Vorher war ich Jahrzehnte in Frankreich, auch freiberuflich, das ist dort wirklich viel komplizierter als hier und der Kampf um Aufträge ist ein hartes Brot. Da muss man mit einer fertigen ausgearbeiteten Idee ankommen, meistens wird man nicht genommen weil zu teuer, aber man findet seine Idee wieder bei dem der das billigste Angebot gemacht hatte und der dann auch den Auftrag bekommen hat.
    Hier ist mir das noch nicht passiert, aber das kann natürlich auch noch kommen.
     
  6. Discovery

    Discovery Thread Starter Gast

    Der Artikel ist schwachsinnig und nur bedingt sauber recherchiert.
    Die Medien schüren das weil man damit Auflagen machen kann. Es ist ganz ähnlich wie mit dem 2. Weltkrieg. Es heisst immer die Geschichte ist vorbei aber es vergeht kein Tag, ohne das in irgend einem deutschen Sender etwas über den Krieg kommt.

    Es ist wie mit einer Krankheit. Wenn man sich 24 h am Tag nur noch damit befasst wie schlecht es einem geht, wird man garantiert nicht gesund.

    Der Titel, den Du dem Thread hier gegeben hast, geht ganau auch in diese Richtung.

    Auf dieser Basis wachsen "Geister" die dann denken, dass es wieder mal einen Krieg braucht. So frei nach der Idee " baue auf und reisse nieder, dann hast du Arbeit, immer wieder."
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 11.12.2005
  7. tridion

    tridion MacUser Mitglied

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    nein, buzo hat schon recht. Letztlich ist es die Gesellschaft, die quantitativ orientierten billigen Konsum will. Die Schraube dreht sich immer weiter - und nun will die Gesellschaft die Folgen nicht tragen und jammert.
    Man muß endlich einzusehen beginnen, daß alle (!) die Gesellschaft sind und es daher alle in der Hand haben, etwas zu ändern. Daß das nicht auf Knopfdruck geschieht, ist klar - die Schraube hat sich lange genug in die eine Richtung gedreht, daß sie ihre Zeit braucht, sich zurückzudrehen.
    Der Konsument muß tatsächlich den Anfang machen, es muß ein Umdenken geschehen, was das Konsumverhalten angeht. Jammern ist da der falsche Ansatzpunkt - selbst Handeln ist angesagt.

    Frage: Wozu braucht ein Zeitungsphotograph, der für ein 60-er Raster seine Daten produziert, alle zwei Jahre ein neues Equipment? dafür wäre ja meine eigene Ausrüstung für den privaten Bedarf überqualifiziert ... :rolleyes:

    Grüße, tridion
     
  8. Krill

    Krill Thread Starter Gast

    Ich habe diesen Thread hier erstellt, weil ich mir davon eine Diskussion mit Erfahrungsberichten und Quellenhinweisen erhoffe, die deutlich über allgemeines Räsonieren auf Bar- oder sogar Stammtischniveau hinausgeht.

    Warum? Weil hier in diesem Forum viele Leute unterwegs sind, die eine Profilaufbahn noch vor sich haben, oder die noch überlegen, was sie studieren.

    In dem Artikel wird meinem Eindruck nach eben nicht gejammert, sondern die geänderten Verhältnisse skizziert und von der Notwendigkeit gesprochen, sich darauf einzustellen.

    Mich würden z.B. Erfahrungen wie die von CyVice interessieren.
     
  9. Digital90

    Digital90 MacUser Mitglied

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    Hi,

    Ich arbeite seit nunmehr 16 Jahren erst als Journalist und Redakteur für das führende Medium der Werbebranche, jetzt as Werbetexter. Meine Beobachtung: Auf der einen Seite sparen Unternehmen - vor allem an Kreativ-Dienstleistungen. Auf der anderen Seite hauen Sie das Geld raus. Ich habe letztes Jahr einen Geschäftsbericht gemacht. Da wurden alle Dienstleister wirklich stark unter Druck gesetzt. Als das Ding dann fertig war hat das Management den Bericht einstampfen lassen, weil dem Aufsichtsratvorsitzenden sein Bild plötzlich nicht mehr gefiel, das er vorher freigegeben hat. Kosten: Ungefähr 100.000 Euro.

    Ähnliche Erfahrungen mache ich laufend. Es wird auf der einen Seite wie verrückt gespart um auf der anderen Seite massiv Geld auszugeben.

    z.B.
    Messepräsenz ohne Nach- oder Vorbearbeitung der Leads
    Entwicklung neuer Geschäftsausstattung - um dann drei Monate später einen Relaunch einzuleiten.

    Anyway: Die guten Zeiten snd für immer vorbei Da hilft ein Herumgeheule.

    Jörn
     
  10. tridion

    tridion MacUser Mitglied

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    Was du für "Raisonieren auf Bar- oder Stammtischniveau" hältst, ist aber tatsächlich der Ausgangspunkt für die Misere, und deshalb muß sehr wohl darüber geredet werden ... seltsam, daß zwar alle die Gesellschaft sein wollen, wenns um die Folgen geht - aber nicht, wenn es um die Ursache geht ... ;)
     

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