MacOS X und XP gleichzeitig booten?

Dieses Thema im Forum "Windows auf dem Mac" wurde erstellt von Silverback, 06.06.2006.

  1. Silverback

    Silverback Thread Starter MacUser Mitglied

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    Gerade hatte ich eine tolle Idee.
    Da ich aber kein OS-Spezialist bin würde mich eure Meinung dazu interessieren.

    Es müsste doch möglich sein, beide Betriebssysteme gleichzeitig
    auf einem IntelMac zu booten, eins jeweils im Vordergrund,
    und das andere virtuell im Hintergrund, jederzeit ohne Reboot abrufbar.

    Was passiert eigentlich beim booten?

    Es werden die OS-Bestandteile von der HD zusammengesammelt und in das RAM geladen.
    Dort wird der Inhalt solange gehalten bis ich den Rechner wieder ausschalte.

    Jetzt könnte ich doch im Hintergrund (virtuell) das zweite OS ebenfalls booten,
    aber nicht in das RAM, sondern in ein virtuelles Abbild des RAM auf der HD.

    Wenn ich nun vom einen OS (MacOS X) auf das andere OS (XP) switchen will,
    dann lagere ich den RAM-Inhalt auf die Festplatte aus
    und hole dafür den virtuellen Inhalt des anderen OS rein
    - und schon läuft bei mir XP, ohne neu booten zu müssen.
    Das müsste doch sehr schnell gehen?

    Oder noch genialer.
    Ich habe genügend RAM zur Verfügung
    und brauche gar nicht auf die Festplatte auslagern.
    Ich halte stets beide OS im RAM, brauche lediglich ein Stück
    'übergeordnetes OS' um vom einen OS auf das andere 'umzuschalten'.

    Wäre das so möglich oder unterliege ich hier einem (dummen) Denkfehler?

    Ich freue mich auf eure Antworten!
     
  2. ThomasC

    ThomasC MacUser Mitglied

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    Das funktioniert schon, nur braucht es etwas mehr Verwaltungsaufwand, einfach ein BS anhalten geht nicht. Warum? Nun, weil die Hardware eben nur einmal vorhanden ist. Beispiel: XP schreibt auf eine Datei, ist gerade in der Mitte und wird gestoppt. Nun kommt MAC OSX und weiss davon nichts, und öffnet ebenfalls eine Datei auf denselben Blöcken der Festplatte. Das wird nicht gutgehen. Mit der Graphikkarte, dem Netzwerk etc. ist es ähnlich. Während einer Übertragung von Daten über das Netz anzuhalten wird die Gegenstelle nicht unendlich mitmachen bevor sie erkennt dass der Partner nicht mehr da ist, und die Verbindung abbricht.
    Und damit alles doch funktioniert braucht es eine Art 'übergeordnetes OS' , wie du es ausdrückst. Und das ist eben Parallels, Vmware, Xen oder andere. Damit diese nicht ein volles OS bieten müssen, laufen sie auf einem "normalen" OS und benutzen das zur Verbindung mit der Hardware. Von Vmware gibt es sogar eine Version (ESX Server) die ohne OS auskommt für den Serverbetrieb.
    Es war also kein Denkfehler, sondern ist schon erfunden. :)

    Viele Grüße
    Thomas
     
  3. Silverback

    Silverback Thread Starter MacUser Mitglied

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    Danke für Deine Erklärungen.
    Ich hab es fast vermutet dass Parallels so arbeitet.

    Wenn ich an OS-Wechsel denke dann natürlich nicht mitten im Abspeichern einer Datei. Es sollte schon ein definierter reproduzierbarer Zustand sein der da 'angehalten' wird und auf den man wieder 'zurückkommen' kann.

    Vielleicht weiss der ein oder andere von euch noch mehr dazu.
     
  4. tau

    tau MacUser Mitglied

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    Wenn der Ruhezustand, respektive "Deep Sleep" in beiden Systemen auf dieser Hardware funktioniert, dann ist das letztendlich das, was Du meinst.

    Windows -> Ruhezustand -> RAM wird auf HD geschrieben, Zustand gespeichert. Mangels Testobjekt kann ich Dir allerdings nicht sagen, ob das auch mit dem Mac-EFI funktioniert.

    OSX -> Deepsleep ist nicht per default vorgesehen, aber integriert. (wird angewendet, wenn der Akku leer ist) -> RAM wird auf HD geschrieben, Zustand gespeichert.
    Es gibt Hacks, die über ein Widget diesen Tiefschlaf manuell anstoßen lassen. Weiß aber auch nicht, inwieweit das mit den Intelmacs funktioniert. (an einem iBook hatte ich es schon erfolgreich getestet)


    Als nächtes müßte noch sichergestellt werden, was der alt-Bootloader mit diesen beiden Zuständen anstellt.
     
  5. Robert_L

    Robert_L MacUser Mitglied

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    Es ist nicht trivial, sogar äußerst kompliziert, den Zustand sämtlicher Peripherie-Hardware auszulesen, abzuspeichern und später wieder exakt zu rekonstruieren. Daher halten es alle Virtualisierungs-Lösungen wie VMWare, Parallels oder VirtualPC so: Nur ein Betriebssystem (Host) sieht die komplette echte Hardware. Die anderen Betriebssysteme (Guests) bekommen nur die echte CPU zu sehen, sämtliche Peripherie (Grafikchip, Soundchip, Timer, Festplatte, Netzwerk, USB,...) wird in Software simuliert und auf Funktionen des Host-Betriebssystems abgebildet.
     
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