MacBookContra: Alles andere als PRO!

Dieses Thema im Forum "MacBook" wurde erstellt von MisterMini, 12.03.2006.

  1. MisterMini

    MisterMini Thread Starter MacUser Mitglied

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    Ich verstehe nicht, was Apple mit dem MBP will, denn es ist in meinen Augen alles andere als "Pro":
    1. Pro-Apps ein halbes Jahr hinter Verkaufsstart (eine lange Zeit für Computerprodukte).
    2. ausschließlich ExpressCard-Slot (Pros nutzen UMTS usw., können also das MBP nicht brauchen) - ein bisher unnützer Slot!
    3. Laut Gravis-Store-Mitarbeiter kommt jeder zweite (!) Kunde mit Problemen (Geräusche etc.) zurück in den Store. Liest man hier ja auch.
    4. kaum verfügbar.

    Will man so etwa early adopters begeistern? Das kauft doch kaum jemand (ok, die Ausnahmen bitte nicht angegriffen fühlen!), der ernsthaft damit arbeiten MUSS. Ich kaufe es mir dann ggf. in einem halben Jahr, wenn es eine Revision oder so gibt bzw. sobald der Zubehörkrempel da ist und auch die Software. Aber dann ist es "nicht mehr neu" - und das ist normalerweise wichtig, um starke Kaufimpulse auszulösen. Die macht sich Apple aber gerade selbst kaputt, finde ich.

    Fühlt euch nicht persönlich angegriffen, Apple ist auch meine Lieblingsmarke, und wenn ihr nicht Apple seid, geht das nicht gegen euch. Auch nicht gegen die MBP-Käufer, die von kognitiver Dissonanz betroffen sind - und das ist nicht das Geräusch, das das MBP macht - ist mein Thread gerichtet. Er soll einfach nur meinen Unmut über ein nicht-ausgereiftes Produkt zum Ausdruck bringen. Also, bitte sachlich bleiben und es nicht persönlich nehmen. :)

    Den iMac Core Duo finde ich übrigens super. Warum hätte der nicht erst mal gereicht, um die Implementierung von Intel vorzuführen? :rolleyes:
     
  2. arne1900

    arne1900 MacUser Mitglied

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    Hm, auf dem Intel iMac laufen die Pro Apps auch nicht :-/
    ExpressCard Geräte werden wohl nach und nach erst kommen, da es ja ein recht neues Kartenformat ist, dass sich erst einmal verbreiten muss.
    In diesem Forum werden ja fast ausschließlich Probleme diskutiert, folglich findest du viel mehr Diskussionen, die sich mit Problemen befassen, als welche, in denen sich zu friedene Macuser über ihrer Produkte unterhalten.
    Wenn du kein MacBook Pro brauchst, bzw. keins willst, dann zwingt dich doch auch niemand eines zu kaufen. Das ist immernoch deine freie Entscheidung. ;)

    Gruß,
    Arne.
     
  3. MisterMini

    MisterMini Thread Starter MacUser Mitglied

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    OK, war klar, dass so eine Antwort kommt. Ich will mal genauer drauf eingehen:

    1. Der iMac muss keine Pro-Apps können, da er ein schicker, stabiler Office-Computer ist, der inzwischen ordentlich Leistung hat. Er ist kein PowerMac-Konkurrent. Safari, Mail und iLife laufen prima.

    2. Natürlich ist das Kartenformat neu, aber Profis nutzen oft bestimmte Standards, die dann kaum mehr wegzudenken sind, bzw. kaum ersetzt werden können. Was heute z.B. noch gefaxt wird, ist schier unglaublich, obwohl es eine Technik von vorgestern ist, die man inhaltlich genauso manipulieren könnte wie gescannte Bilder, die man per Mail verschickt.

    3. Hier werden nicht nur Probleme diskutiert, hier äußern sich auch alle begeistert, die irgendetwas neu haben. Und ich hatte die Aussage des Gravis-Mitarbeiters zitiert, der meinte, dass jedes zweite Gerät reklamiert wird. Nicht, dass jeder zweite Reklamierer sauer ist. Das ist ein Unterschied.

    4. Zwingen tut mich niemand, das ist richtig. Aber das Produkt stiftet einen Haufen Verwirrung wie ich finde. Ich kaufe mir doch jetzt kein PB mehr - Apple bietet es ja auch nicht mehr an - aber mit der Produktpalette ist für mich kein UMTS (ohne Handy) möglich. Das iBook hat gleich gar keinen solchen Slot - muss es aber auch nicht.

    Wenn Apple etwas anbietet, das auch noch "Pro" heißt (das hatte nicht mal das Powerbook nötig), dann sollte es auch möglichst heute schon Pro sein. Und nicht erst in einem halben Jahr. Ist doch auch arm so etwas zu präsentieren: "Die Software kommt auch bald...ExpressCard gibt es sicher auch demnächst was..." Und das mit den nervigen Tönen ist ihnen intern auch nicht aufgefallen oder zumindest egal gewesen.
     
  4. E=mc²

    E=mc² MacUser Mitglied

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    Sollte ich als Neueinsteiger mir ein älteres Gerät kaufen um in einem habelen Jahr aufzurüsten?
     
  5. MisterMini

    MisterMini Thread Starter MacUser Mitglied

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    Wenn die In- und Out-Kosten innerhalb eines halben Jahres ok sind: JA

    Wenn du jetzt 1400 bezahlst, in einem halben Jahr noch 1150 bekommst (was bei Apple sehr gut möglich ist), dann sind das 250 Euro Wertverlust. In einem halben Jahr bekommst du aber bestimmt ein 2 GHz oder 2,16 GHz MBP zu dem Preis, den jetzt ein 1,8er kostet. Und der Wertverlust ist somit quasi amortisiert.

    Vielleicht mache ich das auch so, gute Idee. Wo bekommt man denn neue oder neuwertige 15"-PBs vom Händler mit Rechnung?
     
  6. ChrZap1703

    ChrZap1703 MacUser Mitglied

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    Ich denke, Apple hat sich richtig entschieden, das MacBook Pro jetzt auf den markt zu bringen. die Power Macs liefern durch G5 im Desktop-Bereich nach wie vor sehr gute Leistung, aber im Mobilbereich ist der G4 einfach auch nicht mehr Pro-Standard gewesen, sonst hätten sich schon lange vor der Umstellung nicht so viele Leute einen G5 für das PowerBook gewünscht.

    Wie bei jedem Architektur-Wechsel, seien es Computerprozessoren, neue Antriebstechniken oder TV-Standards stellt sich immer wieder die Frage was zuerst da sein muss. Beim Wechsel auf HDTV im Moment in Deutschland ist das doch sehr schön zu beobachten. Braucht man erst Leute, die den Standard empfangen können, oder aber braucht man erst HD-Programme, damit die Leute überhaupt Geräte kaufen werden.

    Ich denke, der Übergang zu Universal Binaries wäre zäher und langwieriger, wenn nur der iMac und im Februar der macMini auf den Markt gekommen wären. Solange es nur Consumer- und Office-Geräte gibt, wo ich nur sehr geringe Absatzzahlen zu erwarten habe, werde ich als Software-Entwickler auch nur mit angezogener Handbremse in die entwicklung gehen. Mit dem MacBook Pro hat Apple sowohl Herstellern als auch Kunden gesagt: Der Wechsel kommt in allen Geschäftsbereichen, und er kommt, so schnell wir können.

    Keinem Hersteller kann daran gelgen sein, einen Plattformwechsel länger hinzuziehen als unbedingt nötig. Hätte Apple den Wechsel im Pro-Bereich um sagen wir mal sechs Monate nach hinten gezogen, hätte wir auch die Pro-Apps sehcs monate später, da bin ich mir sicher.

    Aber letzten Endes werden wir auch sehen, ob Apple selber Wort hält und noch im März die eigenen Pro-Apps als Universal Binaries auf den Markt schmeisst.

    Ich selber hatte übrigens schon seit einem guten halben Jahr vor, mir ein PowerBook, bzw. den Intel-Nachfolger zu kaufen. ich habe ganz bewusst mit meiner Bestellung gewartet, bis das MacBook Pro auf dem Markt war, damit ich auch einen rechner habe, der in drei Jahren Up-to-Date ist. das könnte ein PowerBook für mich nicht leisten.
     
  7. Kid Rock

    Kid Rock MacUser Mitglied

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    @mistermini

    Ja hallo! Endlich mal einer, der blickt, was Sache ist. "MacBookPro" - der Name ist wohl nicht mehr als ein schöner Verkaufsanreiz. In Zeiten wo selbst für Amateure nur das Pro Equipment gut genug ist, hat man keine Wahl als Hersteller.

    Das heisst, sofern sie es sich leisten können, die guten Amateure. Und das ist wohl bei Computern der Fall, anders als bei, naja, sagen wir mal Digitalkameras à la Hasselblad mit PhaseOne oder Post-Workstations von Quantel. Denn wer entscheidet sich schon für einen Fotoapparat, wenn er dafür einen 5er BMW haben kann?

    Wer das tut, muss schon einen guten Grund dafür haben. Zum Beispiel seinen Lebensunterhalt damit verdienen. Ach ja, diese Leute sind übrigens "Professionelle".

    Jetzt hat natürlich der professionelle Koch eine andere Berufsausrüstung als der Hobbykoch, was nicht heisst, dass dier Hobby dem Profi nacheifert bis genau zur finanziellen Schmerzgrenze.

    Und da, jetzt mal nur unter uns Enthusiasten, liegt der kleine aber entscheidende Unterschied.

    Dem Profi ist es herzlich egal, ob auf dem Gehäuse ein Apfel leuchtet oder nicht oder wie man das Gehäuse vor Kratzern schützt oder nicht oder ob es weiss oder schwarz oder Alu oder sonstwas ist. Der Profi stellt kompromisslose Anforderung an Leistung und Performance und Qualität und Stabilität und Schnittstellen und was auch immer.

    Ist das alles verpackt im hübschen Apfelgehäuse, um so schöner.

    Viele Leute brauchen also von berufs wegen einen extrem leistungsfähigen Rechner. Und da kommt das MacBookPro ins Spiel.

    Cool, der ist ja viermal schneller. Toll, den kaufen wir uns. Ach so, alle Programme laufen emuliert? Rosetta? Quietschen tut er auch? Ach, und er wird heiss? Soso, und das für zweieinhalbtausend? Na dann komm ich wieder, wenn alles funktioniert.

    Dem ambitionierten Amateur sei damit gedient, das alles schön leuchtet und transparent ist und "tüt" macht und überhaupt saugeil ausschaut.

    Wer nicht Daten Gigabyteweise pro Tag verarbeiten muss oder so, der wird auch nicht merken, dass das MBP gar kein "Pro" ist. Noch nicht.

    Und darum liegt es auch auf der Hand, warum so viele der Profis, die ich kenne, das Ding getestet haben und es sich dann eben nicht gekauft haben.
     
  8. MisterMini

    MisterMini Thread Starter MacUser Mitglied

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    @ ChrZap1703: Da hast du in vielen Punkten sehr Recht! Man muss schon auch einen gewissen Druck auf die Software-Hersteller ausüben. Trotzdem sollten die Geräte ohne diese Produktions- bzw. Softwarefehler (Piepsen, Brummen...) auskommen. Aber was du sagst, trifft es schon ziemlich genau.

    Wie bist du jetzt vorgegangen? Hast du jetzt ein MacBook, und bist du zufrieden?
     
  9. dalamma

    dalamma MacUser Mitglied

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    @ MasterMini

    Apple bietet das PowerBook noch an. Welches ich mir auch noch kaufen würde, wenn ich der "Pro-User" wäre, der jetzt und sofort die Pro-Apps verwenden will und muss.
     
  10. MisterMini

    MisterMini Thread Starter MacUser Mitglied

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    (Übrigens danke an euch zwei, ChrZap1703 und Kid Rock: Endlich mal Thread, in dem man nicht nur gesteinigt wird, wenn man Apple objektiv aber vehement kritisiert. Ich bin ja auch offen für Argumente, nur finde ich eben, dass das mit dem "Arbeiten" im Sinne von "Pro" derzeit einfach nicht funktioniert. Sehr interessant, Kid, dass du auch schreibst, viele Kollegen würden das Gerät nicht akzeptieren.)

    Welche Zwischenlösung wäre denn die sinnvollste, und was kostet sie? Ich meine, wenn ich jetzt ein PB 15" kaufe, von mir aus ohne Superdrive. Und dann steige ich in einem halben Jahr um. Was schätzt ihr? Und wo bekomme ich günstig ein quasi neues PB mit Rechnung?
     
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