LaTex for the confused... ;-)

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  1. Couples

    Couples Thread Starter MacUser Mitglied

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    Liebe LaTexter,

    seit mich vor ein paar Tagen ein weitverbreitetes Programm einer
    unbedeutenden Klitsche aus der amerikanischen Stadt Redmond beim
    Erstellen einer banalen Beschaffungsliste beinahe in den Wahnsinn
    getrieben hat, habe ich mich entschieden: Es muß (La?)Tex sein! ;-)

    Wofür soll es verwandt werden?

    Ich möchte es für meine Studenten am Wiener Konservatorium
    verbindlich vorschreiben, wenn es um die Abfassung von
    Seminarprotokollen, Referaten und später der Bachelor- und
    Masterarbeiten geht. Und ich selbst möchte es natürlich auch für
    alles, was so anfällt nutzen.

    Das Problem: Ich bin ein DAU! ;-)

    Nach siebenstündigem Stöbern habe ich folgendes kapiert: Tex ist ein
    Programm, auf dem andere Programme zur einfacheren Bedienung
    aufsetzen(LaTex). Innerhalb dieser Programme gibt es wiederum kleine
    Pakete, die spezielle typographische "Verfahrensregeln" (Sprache,
    Formeln etc.) bereitstellen. Es gibt einen ganzen Haufen verschiedener
    Distributionen und Editoren usw. usf.

    Meine Fragen an die Tex-Gemeinde wären:

    1) Welches Tex soll ich meinen Studenten (und mir) verordnen? LaTex,
    pdfLaTex, LaTeX2e, teTex usw.?

    2) Welches dieser genannten läuft auf Win und Mac?

    3) Welcher Editor bietet sich an? TeXShop? TextMate?

    4) Was ist von Lyx zu halten? "Erleichtert" das die Arbeit
    tatsächlich? Oder schränkt es sie ein?

    5) Kann man nach TeX Grafiken (hier: Notensatz) übertragen und
    einfügen? Und kann man den Ort des Einfügens bestimmen (mittig,
    seitlich usw.)?

    6) Wie steht es mit der Austauschbarkeit von Dateien? Wie könnte ich
    Arbeiten korrigieren? (mit dem Redmond-Mist schiebt man ja einfach hin
    und her, kann gleich im Text "verbessern")

    7) Welches Buch bietet sich für die ersten Schritte an, und wieviele
    Befehle braucht man, wenn man nichts "besonderes" abfassen will?

    8) Gibt es Tastaturkürzel für wiederkehrende Befehle? Und wie kann ich diese auf meine Mac-Tasten (F1 bis F11) legen?

    9) Wie bekomme ich ein funktionierendes System auf die Reihe, das
    möglichst viele der in Frage kommenden Pakete (graphicx, german (alte
    Rechtschreibung) etc.) enthält? Oder müßte ich mir diese packages je
    nach Anforderung selbst zusammensuchen? Wie bekomme ich TeX diese neuen Pakete "beigebracht"?

    10) Ist es problematisch, in einer deutschen Arbeit englische Zitate zu
    verwenden? (Habe irgendwo einen Schweizer gesehen, der einen neuen
    Befehl zum Umschalten zwischen Griechisch und Deutsch programmiert
    hatte...)

    und 11) Hiiiiilfeee!!! ;-)

    Ich suche also ein Komplettpaket, das auf Mac wie PC läuft, und das
    für meine Studenten (und natürlich auch mich!) identisch und deshalb
    vergleichbar ist. Und am besten gleich noch einige Vorlagen, aber die
    kann man wohl finden...

    Schon jetzt herzlichen Dank für Eure Mühe und herzliche Grüße aus
    Wien...

    Jörg
     
  2. dehose

    dehose unregistriert

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    Mac:
    i-installer + TeXShop
    weiter Infos hier: http://unimac.switch.ch/students/latex.de.html

    Windows:
    MikTex + TexnixCenter
    wietere Infos bitte ergooglen

    Beides ist "idiotensicher" zu installieren und sollte alles beinhalten was man eigentlich standardmäßig braucht. Zwecks Austauschbarkeit zw. Win und Mac einfach die tex-Files in der Codierung "Iso Latin 1" abspeichern. Der Header sollte dann u.a. folgendes beinhalten:
    \usepackage[latin1]{inputenc}
    \usepackage[T1]{fontenc}

    ... damit hab ich überhaupt keine Probleme auf beiden Systemen und kann problemlos auch Umlaute usw. direkt ausschreiben.

    "Buchtipp": Diplomarbeit mit Latex
     
  3. Rajmund

    Rajmund MacUser Mitglied

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    Auweia! Ich bin ja selbst LaTeX-Fan, aber wenn ich es nicht wäre, so wäre ich stinkesauer, wenn man mir vorschreiben würde, es zu benutzen. Die Einarbeitungszeit ist doch recht beträchtlich, wenn man LaTeX wirklich umfassend nutzen will. Desweiteren denke ich: wenn man es anderen zur Benutzung vorschreiben will, sollte man selbst kein DAU, sondern richtig fit in der Materie sein, um Hilfestellungen geben zu können. Aber gut.

    1) Welches Tex soll ich meinen Studenten (und mir) verordnen? LaTex,
    pdfLaTex, LaTeX2e, teTex usw.?

    Das sind keine unterschiedlichen TeXs. LaTeX heißt das Textsatzsystem, LaTeX2e heißt die aktuelle Version davon, teTex heißt ein Paket, welches LaTeX beinhaltet und pdfLaTeX ist ein Tool innerhalb des Paketes, welches statt einer DVI-Datei eben eine PDF-Datei erzeugt.

    2) Welches dieser genannten läuft auf Win und Mac?
    LaTeX gibt es wohl inzwischen für jedes System.

    3) Welcher Editor bietet sich an? TeXShop? TextMate?
    Ich benutze TeXShop und bin sehr zufrieden. Leichte Installation, leichte Anwendung.

    4) Was ist von Lyx zu halten? "Erleichtert" das die Arbeit
    tatsächlich? Oder schränkt es sie ein?
    Für viele Standarddinge ist es ok, wenn man mehr und ausgefuchstere Sachen will, ist ein Texteditor wohl besser. Ich habe mich mit Lyx nie so richtig anfreunden können, weil es die Vorteile des LaTeX-typischen Arbeitens wieder untergräbt.

    5) Kann man nach TeX Grafiken (hier: Notensatz) übertragen und
    einfügen? Und kann man den Ort des Einfügens bestimmen (mittig,
    seitlich usw.)?
    Ja, natürlich. Geht alles. Es gibt für Notensatz übrigens auch MusicTex. Damit kann man direkt in TeX Noten schreiben. Es ist allerdings sehr kryptisch.


    6) Wie steht es mit der Austauschbarkeit von Dateien? Wie könnte ich
    Arbeiten korrigieren? (mit dem Redmond-Mist schiebt man ja einfach hin
    und her, kann gleich im Text "verbessern")

    LaTeX-Dokumente kann man relativ problemlos untereinander austauschen. "relativ" wegen unterschiedlicher Zeichenkodierungen auf unterschiedlichen Systemen.

    7) Welches Buch bietet sich für die ersten Schritte an, und wieviele
    Befehle braucht man, wenn man nichts "besonderes" abfassen will?

    Es gibt bei den LaTeX-Paketen meist gleich ein kleines Handbuch (in LaTeX geschrieben) dazu (als Datei natürlich). Das ist für den allerersten Anfang ganz gut.

    8) Gibt es Tastaturkürzel für wiederkehrende Befehle? Und wie kann ich diese auf meine Mac-Tasten (F1 bis F11) legen?

    Das reine LaTeX läuft ja auf der Konsole. Wie mit Tastenkürzeln umgegange wird, ist Sache des Editorprogrammes. Im Falle von TexShop kann man problemlos Kürzel einstellen. Einfach im Menü nachgucken.

    9) Wie bekomme ich ein funktionierendes System auf die Reihe, das
    möglichst viele der in Frage kommenden Pakete (graphicx, german (alte
    Rechtschreibung) etc.) enthält? Oder müßte ich mir diese packages je
    nach Anforderung selbst zusammensuchen? Wie bekomme ich TeX diese neuen Pakete "beigebracht"?

    Ich mußte bislang noch kein Paket dazuinstallieren. Es war alles dabei. Sowohl bei emTeX (unter MS-DOS), als auch teTeX (Linux), meinem LaTeX unter Windows und jetzt auf dem Mac auch.

    und 11) Hiiiiilfeee!!! ;-)

    Ich suche also ein Komplettpaket, das auf Mac wie PC läuft, und das
    für meine Studenten (und natürlich auch mich!) identisch und deshalb
    vergleichbar ist. Und am besten gleich noch einige Vorlagen, aber die
    kann man wohl finden...

    Für jedes System ein entsprechendes Paket installieren. Es wird keine Probleme mit der Kompatibilität geben. Bis auf eine Sache, aber die ist nicht LaTeX-typisch: unter Windows wird das Ende einer Zeile anders gekennzeichnet als unter Unixbetriebssystemen (wozu ja auch MacOS gehört). Ein auf einem Unixrechner geschriebenes Dokument in Notepad unter Windows zu öffnen macht keinen Spaß, weil dann alles in einer Zeile erscheint. (Ich meine den Quelltext, DVI- und PDF-Dateien bleiben in der Formatierung natürlich komplett erhalten.)

    herzliche Grüße aus
    Wien...

    Schöne Grüße aus Leipzig...
     
  4. Couples

    Couples Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo Rajmund,

    herzlichen Dank für Deine Antwort! Das heißt, das ich mit 2e (oder teTex, das auch diese 2e-Version beinhaltet??) und TeXShop soweit gut beraten wäre? Will nix weltbewegendes damit veranstalten (bzw. meine Studis), sondern einfach gut gesetzte Arbeiten erzielen.

    Und danke für den Hinweis mit dem "stinkesauer"...ich werde noch mal schauen, wie ich sie überzeugen kann, anstatt "per ordre di Mufti" TeX verbindlich vorzuschreiben... ;-)

    Übrigens: Eines meiner größten Musikerlebnisse war Olivier Latry mit Messians Gesamtwerk in Bonn seinerzeit einmal... ;-)

    Gruß

    Jörg
     
  5. Rajmund

    Rajmund MacUser Mitglied

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    Ich kann es nicht beschwören, aber ich glaube, man bekommt LaTeX seit einigen Jahren nur noch in Version 2e. Man kann wirklich nichts falsch machen. Aber gut wäre auf jeden Fall, den Studis eine von Dir selbst erstellte Vorlage mitzuliefern, so daß diese notfalls noch mit Copy&Paste vorwärts kommen.

    Nur aus Interesse: In welchem Themengebiet werden sich denn die Arbeiten bewegen?

    Latry hat letztens hier im Gewandhaus gespielt - ich konnte leider nicht da sein, wegen eigener Verpflichtungen :-(

    Gruß
     
  6. Meister Lampe

    Meister Lampe MacUser Mitglied

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    LaTeX den Studenten vorschreiben klingt anfangs recht hart, aber da man am Konservatorium wenn ich mich recht entsinne nunmal auch recht hohe Ansprüche an die musikalische Begabung hat, so sollte es eigentlich auch ok sein, wenn die Studenten mit LaTeX ihre Arbeiten erstellen müssen. Nicht, weil es schön aussieht, sondern wegen der Noten-Darstellung mit MusiXTeX und Konsorten...
     
  7. Couples

    Couples Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo Meister Lampe,

    je mehr ich versuche, durch die Materie durchzusteigen, desto mehr Zweifel kommen mir an meinem "Verordnungs-Plan"... ;-)

    Auch an Rajmund: Herauskommen sollen einfache Referate, Protokolle von Hörseminaren, und später richtige Bachelor/Masterarbeiten. Zum Thema Musiksatz @Meister Lampe: Ich habe mir mal in MusicTex gesetzte Stücke angesehen, und leider sind die wirklich kaum "genießbar" (sie fühlen sich etwas an, wie Text mit Word...sorry für den Vergleich *g). Das einzige Programm, das wohl in diesem Bereich etwas taugt, ist Score, und auch auch bin ich DAU. D.h. der Plan ist, die Notenbeispiele in Finale/Sibelius/Encore zu verfassen, und dann nach Tex zu importieren...das müßte vielleicht gehen.

    Ansonsten bin ich so klug als wie zuvor: Soll ich mit i-Installer arbeiten? Oder MacTex? Oder iss das dasselbe...? Und hat TexShop einen Speicherbug, der erst in der neuen Version fürs neueste OS X behoben ist (wobei ich bei meinem alten 10.4 bleiben möchte)? Und....oder.....auauaua, ich hab KEINEN plan mehrwassollichnurtunhiilfewoistderanfang??? ;-)

    Herzliche Grüße

    Jörg
     
  8. braindub

    braindub MacUser Mitglied

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    Hier gibt es Infos zur Installation von Latex. Dort steht auch drin, was man idealerweise zu Beginn mal installiert etc. (über i-installer).

    Und hier haben wir gerade eine aktuelle Diskussion laufen zu Einsteigerfragen, die Du aber vermutlich schon gesehen hast. Dort gibt es auch Literatur-Tipps.
     
    Zuletzt bearbeitet: 06.10.2006
  9. ClausRogge

    ClausRogge MacUser Mitglied

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    Also ich hab immer wieder versucht in diese Systeme (LaTex, Lilypond fuer Notenschreiben) reinzukommen ... Tutorials und Templates runtergeladen, getippt, probiert - und frustriert ob der unverstaendlichen Fehlermeldungen immer wieder aufgegeben. Hilfestellungen aus dem Usenet waren auch so verfasst, dass ich nichts damit anfangen konnte.
    Aber ich hatte auch keinen Professsor, den ich fragen konnte ...
     
  10. Rajmund

    Rajmund MacUser Mitglied

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    Das klingt in meinen Ohren irgendwie überhaupt nicht logisch. :) Meiner Erfahrung nach haben viele Musikstudenten recht wenig mit Computern am Hut, was alle Anwendungen außerhalb von Internet, Mail, ein kleines bißchen Textverarbeitung angeht. Ich vermute, daß Studenten mehr naturwissenschaftlicherer bzw. mathematischerer Studiengänge einen leichteren Zugang zu solchen Sachen wie LaTeX haben.

    Gerade bei Noten ist es wichtig, daß sie gut lesbar sind (darum geht es ja bei LaTeX vor allen Dingen). MusicTeX ist ganz nett, kommt aber meiner Erfahrung nach ganz schnell an Grenzen, die nur mit sehr unverhältnismäßig hohem Aufwand zu überwinden sind. Insofern denke ich, daß MusicTeX zu den (freilich leider kommerziellen) Programmen wie Finale, Sibelius usw. keine ernsthafte Alternative ist. Das Exportieren der Noten aus diesen Programmen als PostScript und Wiedereinfügen ins LaTeX-Dokument ist freilich möglich, aber nicht intuitiv. Deshalb - wie schon gesagt - würde ich computerunerfahrene Musiker nur ungern dazu drängen wollen. Motivieren schon, aber nicht verpflichten.
     
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