Heimisches Arbeitszimmer als Freiberufler

Dieses Thema im Forum "Freelancer Forum" wurde erstellt von Al Terego, 08.09.2006.

  1. Al Terego

    Al Terego Thread Starter MacUser Mitglied

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    Holla zusammen.
    Ich höre ja meist auf meine Steuerberaterin. Und verfolge auch die aktuellen Entwicklungen der Steuerfront. Dennoch möchte ich Euch mal fragen, wie Ihr es zukünftig mit Eurem heimischen Arbeitszimmer handhabt.

    Ich habe ein Arbeitszimmer im eigenen Haus im Dachgeschoss.
    Dort steht mein Mac, sind Schränke, Telefon, DSL, Heizung, Drucker etc.
    Ich setze bisher anteilig Wohnraum, Telefon, Heizung sowie natürlich ARbeitsmaterialien ab.
    Ich bin sehr oft extern beim Kunden gebucht, dem zufolge bin ich auch den Großteil der Arbeitszeit nicht im Home-Office.
    Meine o.g. Beraterin eröffnete mir nun, dass dieser Zustand nicht länger haltbar sei, ich das Arbeitszimmer nicht länger steuerlich geltend machen könne, da es nicht zentraler Punkt meiner Tätigkeit sei. Im Kollegen-Freiberuflerkreis gibt es dazu verschiedene Meinungen.
    Dass ich meinen privaten PKW, den ich für Firmenfahrten nutze und km-Geld ansetze, auf Grund der hohen überwiegend geschäftlichen Nutzung in Zukunft in das Unternehmen einbringen muss, leuchtet mir ja schweren Herzens noch ein.

    Wie steht Ihr dazu, was für Ratschläge bekommt Ihr dazu von Euren Beratern, wie werdet Ihr in Zukunft mit der aktuellen Streichungswelle der Steuerreform in dieser Arbeitszimmer-Sache umgehen?

    Neugierig, Al
     
  2. Fantômas

    Fantômas Gast

    Hallo Al,
    mal ganz blöd gefragt:
    Wie soll das bitteschön nachzuweisen sein?

    Schreibst Du etwa auf Deinen Rechnungen
    »Für BEI IHNEN IM HAUSE geleistete grafische Arbeiten erlaube ich mir, xxx Euro in Rechnung zu stellen... « ?
    Sicher nicht, oder?

    Wird ein Steuerprüfer sich die Mühe machen, bei allen Deinen Kunden
    vorbeizuschauen und nachzufragen, wann Du wie lange DORT gearbeitet hast? :suspect:
    Kann ich mir nicht vorstellen...

    Wenn ich Du wäre, ich glaube ich würde darüber nachdenken, den
    Steuerberater zu wechseln! :D
     
  3. Heat Vision

    Heat Vision MacUser Mitglied

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    Lt. §4 Abs. 5 Nr. 6b i.V.m. §9 Abs. 5 EStG kann man die Kosten in voller Höhe absetzen, wenn das Zimmerchen den Mittelpunkt der ges. Tätigkeit bildet. Das bezieht sich übrigens nicht zwangsläufig nur auf die Zeit, sondern auch um die Art der Tätigkeit (z.B. wenn Du Deine größten kreativen Erleuchtungen zu Hause hast & umsetzt und nicht beim Kunden).

    Wenn für die Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, kann man die Kosten nur bis 1250 Euro absetzen.

    Zumindest bisher, so sagt es mein schlaues Steuerbüchlein. Ab 1.1.2007 muß das Zimmer wohl lt. diverser Web-Quellen den alleinigen Mittelpunkt der Tätigkeit bilden, für Nebentätigkeiten kann mans nicht mehr absetzen. Da Du aber Vollblut-Freelancer bist, denke ich nicht, daß das ein Problem gibt, das klarzumachen, daß das nunmal Dein Büro ist.
     
  4. MacEnroe

    MacEnroe MacUser Mitglied

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    Das wundert mich, dass es da verschiedene Meinungen gibt.
    Wer will denn einem Unternehmen vorschreiben, dass die
    Mitarbeiter ihre Zeit im Büro absitzen? So ein Schmarrn,
    tschuldige... ich mein, wenn du sonst noch ein Büro hättest,
    dann wäre das verständlich.

    Ich kann 6 Monate in Urlaub fahren. Das geht mein Finanzamt
    gar nichts an. Trotzdem werd ich die Büro-Fläche absetzen.

    Das andere würd mich interessieren: Du MUSST deinen PKW
    "ins Büro einbringen", was heißt das genau?
    Bisher war es eher schwierig bzw. unrentabel, den PKW aufs
    Geschäft laufen zu lassen (bei älteren Fahrzeugen), jetzt soll
    es Vorschrift werden? Fährst du wirklich so viel zu Kunden?
     
  5. Gonz

    Gonz MacUser Mitglied

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    Ich kann das zwar nicht mit fundiertem Wissen belegen, aber mein hoffentlich gesunder Menschenverstand sagt mir, dass du dein Büro absetzen kannst, auch wenn du teilweise auswärts arbeitest. So wie das auch jeder selbständige Vertriebler oder Vertreter machen kann, der ständig beim Kunden unterwegs ist.
     
  6. Elportato

    Elportato MacUser Mitglied

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    Ich habe da die gleiche Meinung wie die anderen, ganz dumm gefragt, WER WILL DAS NACHWEISEN??

    Es müsste schon einer vom Finazamt vor deiner Tür stehen und genau beobachten wann du gehts und wieder kommst? Sprich wie lange du weg bist und im Büro.
     
  7. Fantômas

    Fantômas Gast

    Sag' das nicht zu laut, sonst kommt unser Herr Tiefensee wieder auf dumme Gedanken bzgl. des Einsatzes von Hartz IV-Empfängern :rolleyes: :D
     
  8. MacEnroe

    MacEnroe MacUser Mitglied

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    Bei einem kleinen Dachgeschoß-Zimmer sehe ich sowieso
    keine Probleme.
    Ich hab 60 qm Büroräume mit eigenem Eingang, da denke
    ich rechnet das FA schon genauer nach, ob das wirklich alles
    geschäftl. genutzt wird.
    Naja, bisher war noch niemand da. Die erste Steuerprüfung
    war auf dem FA und nicht hier. Bin ja mal gespannt ob sich
    da jemals einer für mich interessiert.
     
  9. Al Terego

    Al Terego Thread Starter MacUser Mitglied

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    Nachprüfbar, weil ich km-Listen mit geschäftlichen Fahrten abgeben muss.
    20 Tage Hin- und Rückfahrt zum Kunden a je 65 km. Und da soll ich jedes mal nur hallo gesagt haben? Das glaubt mir doch kein Mensch. Stimmt ja auch nicht.

    Auf meinen Rechnungen in Freelance dazu steht „Für in freier Mitarbeit durchgefürte ARbeiten am Projekt X vom_bis berechne ich …“
    Auf meinen o.g. Fahrtenlisten steht nur „Grafik+Layout im Projekt“.
    Dazu gab ich bisher noch parallel Listen ab, in denen ich Verpflegungsmehraufwand geltend machte, Tag und Stunden weg vom HomeOffice gelistet.
    Ist also alles nachvollziehbar, wenn das FA das drauf anlegt.
     
  10. Al Terego

    Al Terego Thread Starter MacUser Mitglied

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    Leider ja. Ich kann wählen zwischen Fahrtenbuch und der 1%-Regelung. Da sich das bei unsereralten Chose nicht lohnt, wird wohl in 2007 ein neuer Wagen her, damit sich das auch alles rechnet.
     
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