Gefälligkeiten, Windows und Corel...*seufz*

Dieses Thema im Forum "Freelancer Forum" wurde erstellt von Krill, 26.08.2005.

  1. Krill

    Krill Thread Starter Gast

    Mal ein längerer Stossseufzer an dieser Stelle...
    Für Bekannte oder mir angenehme Leute oder Vereine, mit denen ich häufiger zu tun habe, mache ich manchmal Grafikarbeiten für wenig Honorar oder im Tausch für Naturalien. Bei uns in der tiefen Provinz haben die vielen kleinen Betriebe schwer zu kämpfen, man hilft sich gegenseitig und versucht, die Arbeit in der Region zu halten. Deshalb sollen die Folgeaufträge dann möglichst auch in der Region bleiben, klar. Ich muss leider feststellen, dass dies zunehmend schwieriger wird - nicht nur wegen der Kosten, sondern auch wegen der flächendeckenden Verbreitung von Windows.
    Ein symptomatisches Beispiel: Ein befreundeter Handwerksmeister hat sich selbstständig gemacht und braucht eine grafische Grundausstattung. Bezahlen kann er sie noch nicht, er will dafür einen Fussboden legen. Klar denkt man, mach ich, der Aufwand ist ja überschaubar.
    1. Schwierigkeit: Er kommt mit selbst zusammengemuckelten Vorlagen, kann sich nicht entscheiden, was er will. Die Diskussion kostet enorm viel Zeit.
    2.: Die grössere der beiden örtlichen Druckereien ist teurer, als er gedacht hat, hat aber den Vorteil, dass sie problemlos mit Mac+Quark-Dateien arbeiten kann. Die kleinere kann nur PC und möchte ein PDF, eigentlich auch keine Schwierigkeit, aber dann hätte ich statt Quark natürlich viel lieber Indesign benutzt. (Ausserdem finde ich es angenehmer, zu einem Drucker meines Vertrauens mit einer offenen Datei zu gehen und mit ihm zusammen drüberzuschauen.)
    3. Die Autobeschriftung möchte mein Bekannter von einer Freundin seiner Schwester machen lassen, die eine kleine Werbebude hat. Die hat aber nur einen nicht ganz taufrischen PC mit Corel-Draw drauf. Sie kann nur mit einer EPS- oder Vektor-Datei umgehen, und das reicht normalerweise auch für ihren Kundenkreis, aber nun hat sie natürlich weder die passenden Windows-Schriften noch die Programme, um meine Mac-Fonts zu konvertieren. Mit meiner Illustrator-Datei kann sie also nichts anfangen. Die Diskussion mit den beiden kostet wieder eine Stunde – Geld in Programme oder Schriften zu investieren kommt natürlich nicht in Frage, auch sie kämpft um jeden Euro.
    Vorläufiges Fazit: Windows hat die Welt der Handwerker, des grafischen Kleingewerbes und der kleineren Druckereien schon derartig durchdrungen, dass es für einen Mac-Anwender sehr zeitaufwändig und nervig geworden ist, da mit Entwurfsarbeiten reinzugehen. Also werde ich derartige Gefälligkeiten zukünftig lassen oder Bedingungen für die Weiterverarbeitung stellen.

    Frage an die Freelancer im Printbereich: Wie geht Ihr - mal abgesehen von PDF - mit dem Problem Windows um?
     
  2. SaC

    SaC MacUser Mitglied

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    Was spricht dagegen, dass du den Text vorher in Pfade konvertierst und ihr die Illustrator-Datei (mit Version 8 hat Corel glaube ich die wenigsten Probleme) gibst?

    Ich lasse momentan einige Textilien bedrucken, und dort haben sie auch nur PCs mit Corel -> gleiche Vorgehensweise.

    Wenn du viele derartige Aufträge erhältst lohnt es sich vielleicht auch dir Corel zuzulegen (zum Konvertieren/Prüfen).
     
  3. FunDiver

    FunDiver MacUser Mitglied

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    Benutze weiterhin (parallel) auch Windows mit CorelDraw etc.

    Klingt komisch, is aber so.

    Auch Agenturen wechseln ja vermehrt zu Windows, einfach weil die Maschinen schneller sind und bei den Kunden eben auch Windows läuft.

    Auch wenn ich erst vor kurzem zum Mac gewechselt bin, werde ich beruflich weiter Windows nutzen (müssen). Früher waren die verfügbaren Programme der Hauptgrund für einen Mac, heute wo es praktisch alle Programme auch für Windows gibt (aber eben nicht umgekehrt), ist das Betriebssystem der Grund für einen Wechsel (und für viele eben auch das Design der Rechner).
     
  4. virtua

    virtua MacUser Mitglied

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    Komisch, ich habe damit überhaupt keine Probleme. Und ich verschicke Daten sowohl an große Druckereien mit anständigem Workflow, als auch an billige Klitschen, die mit schranzigen Dosen und Corel "arbeiten".

    Es gibt genügend Austauschformate, allen voran PDF, die plattformübergreifend sind und überhaupt keine Probleme verursachen. Schriften sind halt in Pfade zu konvertieren, wenn einbetten nicht in Frage kommt, oder man benutzt Windows Truetypes (wenn es unbedingt sein muss), mit OS X doch alles kein Problem. Wer offene Dateien verschickt muss sich natürlich auch nicht wundern, wenn's nicht klappt...

    Die Inkompatibilität der einzelnen Plattformen untereinander ist doch Schnee von gestern. Man muss sich nur mal etwas mit den gängigen Standards auseinandersetzen. Ich kann, wie gesagt, eure Probleme nicht nachvollziehen.
     
  5. derCHRIS

    derCHRIS MacUser Mitglied

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    Damn right. FlexiSign und EuroCut fressen nur Illustrator 8 EPS.
     
  6. derCHRIS

    derCHRIS MacUser Mitglied

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    MacUser seit:
    17.08.2003
    1.
    Ich erkundige mich (schon bei Angebotstellung) mit welchen Systemen die Druckereien arbeiten und welche Formate sie am liebsten nehmen.

    2.
    Der Kunde muss seine PC Kenntnisse offenlegen, damit ich ein reelles Angebot erstellen kann (fängt schon bei Anhängen in eMails an)

    3.
    Der Neukunde muss meine AGBs unterschreiben und sich an einen Ablaufplan halten

    4.
    Bei Problemen mit seinem Rechner leiste ich max 1-2 mal Hilfestellung, dann stelle ich die Beratungszeit in Rechnung. Zeit ist Geld und Zeit habe
    ich für so einen Quatsch nicht

    5.
    Bei Kunden, bei denen es schnell gehen musste und ich diese 4 Dinge nicht so schnell klären konnte, sende ich grundsätzlich jpgs oder pdfs und immer im ZIP Format, wenn gepackt werden muss
     
  7. virtua

    virtua MacUser Mitglied

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    Ganz genau so, und nicht anders! Dann klappt's auch mit Windows und Corel :D
     
  8. derCHRIS

    derCHRIS MacUser Mitglied

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    Ergänzung:

    Ansonsten kenne ich momentan keine größeren Probleme von der Druckereiseite her, wenn es um das Thema Mac&Win geht.

    Hat sich meiner Meinung nach in unserem Umfeld ziemlich gut eingespielt.


    Druckereien, die mit PDf und EPS etc nicht umgehen können oder es auf ein Windows Problem schieben und dies nicht eigenständig klären können, wechsle ich prompt.
     
  9. Al Terego

    Al Terego MacUser Mitglied

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    Also ganz so easy wie the odD one sehe ich das nicht.

    Ich kann die eingangs von Krill beschriebenen Abläufe sehr gut nachvollziehen. Versuche allerdings meist, dies per Mac zu lösen. Klar, eine ai-Datei können die meisten weiterverarbeitenden Betriebe unter Corel verwenden, der übliche Vektordschungel.

    Und zu Windows? Parallel zu einem G4 habe ich einen Pentium4-PC hier stehen. Und da ich damit Geld verdiene, habe ich ein legal gekauftes XP drauf. Und da ich mit Office arbeite, habe ich mir auch ein Office 2003 für Windows Paket zugelegt. Nicht für Mac. Da ich mich u.a. ein wenig darauf spezialisiert habe, für größere Unternehmen Style Guides und Präsentationsunterlagen und Konzepte nebst Grafikelementen zu entwerfen (da sind viele fies vor oder können das nicht, hehe) komme ich mit der Mac-Version von Office nicht klar, da dieser Schrottkram plattformübergreifend nicht funktioniert. Never. Also brauche ich dieses Windows-System. Und es klappt.

    Mir persönlich ist es ziemlich egal, ob auf meinen Arbeitsgeräten ein Apfel, ein Fenster oder eine Pinguin als Logo verbraten wurde. Laufen muss das Zeug. Möglichst problemfrei, anwenderfreundlich und zu möglichst vielen Leuten kompatibel. Mein Favorit ist dabei der Mac samt Peripherie, das brauchen wir hier im Forum nicht extra zu erwähnen. Aber diese Welt ist klein, und die Ansprüche meiner Kunden sind groß und vielfältig.

    Was ich mir aber geschworen habe und letztens wieder schmerzlich erlernen musste: Wenn irgendwie vermeidbar, lege ich niiiiieeee wieder Formulare und Co. in Word an. Ich habe einen solchen Auftrag als Nebeneffekt aus einem anderen Geschäft („ach ja, übrigens, sie machen doch auch Grafik. Formulare auch? Ich hab da eins, können Sie mir das mal optimieren und später drucken lassen? Sind nur 4 Seiten, ich schick Ihnen mal meinen Entwurf!“) angenommen und daran so dämlich lange herumgedoktort, dass ich für die veranschlagten 600 Euro sage und schreibe knapp 20 Stunden an diesem ******-Faltblatt samt Änderungen, Tabellen, Textumbrüchen etc. gesessen habe. Samt Druckabwicklung, zum Glück per pdf aus Word. Uff, das muss mir zwar erst mal einer nachmachen, aber ich machs nie wieder.
    Vor kurzem habe ich einen ähnlichen Auftrag schlichtweg abgelehnt, weil das auf das Gleiche hinauslief. Eine Mitarbeiterzeitung in Word, modular erweiterbar in puncto Textmenge, Basisgerüst liefern, das Unternehmen wollte später selber das Ding weiterpflegen. Ich hab mich kurz erinnert, wie der letzte Job in Word war, dann abgelehnt und einen Alternativvorschlag gemacht, sauber argumentiert, gute Kostenlösung gebracht, inkl. Betrueuung später etc. Wusste von vorneherein, dass das nichts gibt. Aber ich machs nicht mehr. Wenn wirklich einer darauf besteht, Formulare etc in Word statt in einem für mich und die weitere Produktion akzeptablen Programm zu erstellen, dann nehme ich mindestns das doppelte an Gestaltungs- und Layoutkosten. Punkt.

    In meinen Angeboten, denen meine AGBs anhängen, steht grundsätzlich, dass wenn nicht anders vereinbart, die Daten auf Mac-Basis erstellt werden. Ähnlich derChris.

    so far dazu, Gruß, Al
     
  10. MacEnroe

    MacEnroe MacUser Mitglied

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    In den AGBs hab ich dazu nichts drin stehen. Aber:
    So richtig Probleme hatte ich eig. noch nie. Für die Klitschen, die mit PC
    arbeiten, habe ich einen WIN98-Rechner. Corel hab ich jetzt aber seit Jahren
    nicht mehr gebraucht und von der Platte geputzt.

    Die letzten 10 Druckereien, mit denen ich zu tun hatte, in D und in Österreich, arbeiten alle mit Macs. Auch die "kleinen". Und bei den anderen:
    Schriften in Pfade oder PDF, JPGs zum Laden in Word-Docs, irgendwie gehts immer.
    Von Formularen lass ich die Finger. Das können die Kunden meist besser als ich. Jetzt bin ich ja vorgewarnt, was da auf einen zukommt (s.o.)


    Nochwas: Das Problem sind ja eig. die "Gefälligkeiten"! Schließlich lebe ich von meiner Arbeit. Alles was übers rein Private hinausgeht, lasse ich mir - auch von Freunden - bezahlen. Irgendwo muss da eine Grenze sein. Ich habe gern auch mal richtig "frei", leider nur zu selten, und da kommen mir diese "Gefälligkeiten" leider gar nicht sehr gelegen.

    Lieber schraube ich in meiner Karre rum oder jage mit meinen Kindern dem Ball hinterher, als mich in meiner Freizeit wieder an den Schreibtisch zu setzen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.08.2005
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