Freiberuflich vs. Gewerbeschein

Dieses Thema im Forum "Freelancer Forum" wurde erstellt von NetNic, 20.09.2005.

  1. NetNic

    NetNic Thread Starter MacUser Mitglied

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    Ich hab mal 'ne Frage zum Thema "Freiberufler oder Gewerbeschein":

    Wenn ich das richtig verstanden habe, darf ich als Freiberuflicher Grafidesigner nur "geistig" tätig sein, sprich:
    Konzepte, Layouts etc machen.

    Wenn ich dann aber auch die gesamten Druckabwicklung übernehme, wird's schon wieder schwieriger, oder?

    Ich bin nämlich gerade umgezogen und melde zum Ende des Monats in der alten Stadt meinen Gewerbeschein ab.

    Momentan überlege ich, ob ich in der neuen Stadt dann auch einen neuen Gewerbeschein beantrage, oder ob ich es als Freiberufler versuchen soll.

    Aber ich denke mal, dass es bei mir als Freiberufler nicht geht, da ich mich z.B. unter anderem auch in ein paar kleinen Agenturen um die Rechner kümmere und auch ansonstein einige Arbeiten eindeutig über's "geistige" hinausgehen.

    Nicht das ich dann hinterher Stress mit dem Finanzamt bekomme
     
  2. attrip

    attrip MacUser Mitglied

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    Freiberufler

    Wenn du bereits mit Gewerbeschein gemeldet bist, wirst du wohl, egal wo du nun hinziehst, diesen Status beibehalten, wenn es sich nicht um eine ganz andere Branche handelt. Frag doch einfach beim neuen Finanzamt nach.
    Viel Spaß in der neuen Umgebung
    attrip
     
  3. MacEnroe

    MacEnroe MacUser Mitglied

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    Ich bin freiber. Grafikdesigner und würde auch dazu raten. Vor allem könntest du in die KSK, und da wird bekanntlich die Hälfte der Krankenversicherung vom Staat gezahlt. Dazu zahlst du dann in eine Rente ein, auch hier zahlst du nur die Hälfte.

    Ist die Frage, ob das für dich unbedingt soviel bringt. Mit Familie und paar Kindern auf jeden Fall, allein wenn man an die Krankevers. denkt.

    Die gesamte Druckabwicklung übernehme ich in der Regel auch, aber nicht finanziell. Ich lasse die Druckkosten die Kunden bezahlen. Das Risiko hat somit auch der Kunde, und ich muss nicht dem Geld hinterherrennen.

    Deine anderen Arbeiten in den Agenturen spielen dabei keine Rolle. Solange das nicht dein Hauptjob ist, Rechner zu schrotten ;)

    Und die organisatorischen und handwerklichen Arbeiten, die zum Designer dazugehören, gehören nunmal dazu - schlauer Satz...

    Du kannst dann auch deine Designarbeiten mit 7% Ust abrechnen. Dazu auch noch das "drumrum" solange es nicht mehr wird wie das Entwurfshonorar selbst, aber Reinzeichnung, Bildbearbeitung etc. ist alles kein Problem.

    MacEnroe
     
  4. NetNic

    NetNic Thread Starter MacUser Mitglied

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    Mmmh, danke schonmal für die Antworten.

    Ich hab halt nur schiss, dass das Finanzamt dann irgendwann sagt:
    "Moment, so ganz der Freiberufler sind Sie ja nicht gerade! *zack* Steuernachzahlung!"

    Vor allem da ich auch Webspace als Reseller verkaufe etc.
    Da wird das dann schon schwieriger, das Ganze dem Finanzamt zu verkaufen.

    :(

    Und die werden ja bestimmt auch Fragen, wieso ich jetzt aufeinmal den Gewerbeschein weglasse und auf die Idee komme, Freiberufler zu werden.
     
  5. wegus

    wegus MacUser Mitglied

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    Das hätt ich auch! Die Finanzämter kommen in immer mehr Branchen auf immer mehr merkwürdige Ideen! Da wird dann Gewerbesteuer für 7 Jahre rückgefordert. Auf einmal versteht sich. Steuererklärungen werden nur 5 Jahre Rückwirkend aufgebrochen und somit ist dann die Anrechnung auf die Steuer auch futsch. Besonders übel, wenns einen noch älteren Zeitraum trifft. Da solltest Du Dich sehr sehr genau informieren!!!
     
  6. Al Terego

    Al Terego MacUser Mitglied

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    Ich gebe auch immer einen Posten ”Produktionsabwicklung“ mit an. In meinem Angebot ist nachzulesen, dass es hierbei um Fahrten von und zur Druckerei, Proof und Druckabstimmung und Datenhandling geht. Das FA sieht nur ”Produktionsabwicklung“, wenn überhaupt. Die Druckkosten gehen 1:1 an meinen Kunden, im Angebot schreibe ich stets, dass ich nur Mittler bin. Ich streiche auch keine Provision ein, das habe ich ein einiges Mal gemacht (65,– Euro, hoioioi), seither nicht mehr. Möchte ebenfalls nicht in den Gewerbetopf fallen.
    Ich bin seit knapp 2 Jahren als Freiberuflicher Grafiker tätig, eigene Kunden, Freelance, Teamjobs mit anderen Grafikern auf einem Kunden, und auch in der KSK. Bis jetzt habe ich noch nichts Nach- oder Gegenteiliges gehört. Und auch noch kein Alarmzeichen von meinem Steuerberater, den ich gerade mit diesen Sachen kirre gemacht habe.
    Solange ich Familie habe und die Kids über mich versichert sind, werde ich auch tunlichst in der KSK bleiben, solange man mich nicht rausschmeißt. Welchen Weg ich einschlage, wenn für Freiberufler wie im Gespräch war eine eigene Steuer erfunden wird, ähnlich der USt, das bleibt abzuwarten.
     
  7. sevY

    sevY Gast

    @Al Terego… zahlst Du keine Umsatzsteuer? Würde mich wundern… denn dann bist Du ja unter dem 16er Satz und das stell ich mir mit Familie schwer vor... Ich komm mit 19er ja gerade mal alleine aus…
     
  8. Al Terego

    Al Terego MacUser Mitglied

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    Hä? Wieso soll ich keine Umsatzsteuer zahlen? Hab ich mich irgendwo missverständlich ausgedrückt? Anscheinend. Ich habe bestimmt die Gewerbesteuer mit der Umsatzsteuer verwechselt. Sorry.
    Na klar doch, 16%, nie 7%.
    Was um alles in der Welt ist eine 19er? USt? Wie kommt man denn an sowasß Ist das ansteckend? :D

    Schurz beiseite. Ich habe mal läuten hören, dass Freiberufler irgendwann auch eine Art Gewerbesteuer zahlen sollen. Ist aber anscheinend noch nicht spruchreif. Oder doch?
     
  9. Krill

    Krill Gast

    Es ist fraglich, ob die Gewerbesteuer als solche überhaupt bleibt. Die geht aber direkt an die Kommunen, ist ihre wichtigste Einkommensquelle und in den letzten Jahren weitgehend eingebrochen.
    Wenn sie abgeschafft wird, kommt eine neue kommunale Hebesteuer, und die wird dann wahrscheinlich auch für Freiberufler gelten. (Warum auch nicht?)

    Auch mit der KSK wird sich einiges ändern, wer jetzt noch kann, sollte versuchen reinzugehen. (Und Gewerbler können nicht, weil sie eben keine Künstler sind.)

    Ausgebildete GrafikdesignerInnen galten bislang immer erstmal als Freiberufler und müssen das normalerweise nicht extra nachweisen. (Das hat nichts mit dem Nachweis Deiner künstlerischen Tätigkeit zu tun, die ist nur wichtig für das Recht auf ermässigten Mehrwertsteuersatz.)

    Stress mit dem Finanzamt gibt es in diesen mageren Zeiten aber immer häufiger. Davor schützt nur hingehen und fragen oder, besser noch, sich bei einem dort ansässigen Steuer-/Wirtschaftsberater erkundigen.
     
  10. MacEnroe

    MacEnroe MacUser Mitglied

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    Mach ich in kleinem Rahmen auch, weil es die Abläufe vereinfacht.
    Das sind Mini-Beträge und nur bei Kunden, für die ich WebDesign gemacht hab, was den viel größeren Teil ausmacht.

    Ausschließlich als Reseller zu verdienen ohne sonstige Arbeiten für diese Kunden ist natürlich nichts wenn du in die KSK willst.
     
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