Frage an die alten Setzer und Typochecker unter Euch

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  1. don.raphael

    don.raphael Thread Starter MacUser Mitglied

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    hallo,

    zu bleisatzzeiten war es doch so, dass jeder schriftgrad extra geschnitten war, was zwar viel arbeit war, aber so jedem schriftgrad beste ausmittelung und besten duktus verschaffte, qualität eben.

    nun meine frage:

    zum foto-/lichtsatz war es doch erstmals problemlos möglich, fonts zu skalieren - wars da vorbei mit extra zurichtung und duktusanpassung? gabs da scheussliche ergebnissse und wurde das nicht irgendwann auch mal wieder angepasst?
    und wie ist das heute, im dtp? in manchen tt-koffern sind ja schnitte verschiedener grössen für die bildschirmdarstellung (oder?), aber das was postscript ausspuckt, ist das je nach schriftgröße einfach eine skalierung EINES schnittes, mit der selben ausmittelung, dem selben duktus und den selben buchstabenformen? oder verändern sich diese parameter automatisch mit skalierung, ähnlich wie die manuell einstellbare unterschneidungstabelle in Quark?
    das würde ja bedeuten, dass der gemeine setzer heutzutage völlig über qualitätsmassstäbe in der typografie hinweggeht, die zu bleisatzzeiten gang und gäbe waren...

    schwierige fragen, aber vielleicht weiss jemand (bestimmt doch der jürgen!) bescheid - danke!
     
  2. MacEnroe

    MacEnroe MacUser Mitglied

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    Ja, bei den meisten Schriften ist das so. ABER:
    Es gibt spezielle Schriften, die je nach Größe an-
    gepasst werden können. -->Multiple Master
    Die werden aber kaum noch verwendet.

    Google einfach mal nach diesem Begriff. Z.B.
    http://www.copyshop-tips.de/lexikon.php?user=&Suchwort=Multiple Master Fonts

    Grüße! MacEnroe
     
    Zuletzt bearbeitet: 21.06.2006
  3. don.raphael

    don.raphael Thread Starter MacUser Mitglied

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    ja, die mm´s waren auch meine erste idee dazu, aber anscheinend hat sich das nicht durchgesetzt und wir - wie man so lesen kann - von adobe nicht mehr unterstützt. ausserdem gibts so gut wie keine mm-fonts - die myriad und die thesis sollen ja welche sein.

    aber warum hat sich´s nicht durchgesetzt? ist doch eigentlich alles besser dadurch, ok ist wahrscheinlich teuer, speicher frissts auch.
    ich kapiers nicht, irgendeinen haken muss da ja sein.
     
  4. mario.dingethal

    mario.dingethal unregistriert

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    vielleicht sterben die alten schriftsetzer und typofetischisten aus, und nur noch sehr wenige kümmern sich um typografische details. (bsp. nachspationieren–für viele ein fremdwort, im jahr 2001 waren viele kalender unansehnlich, statt 2001 stand überall 200 1)

    kann man nur versuchen, bei der eigenen arbeit immer die »typofahne hochzuhalten«.

    gruss mario
     
  5. below

    below MacUser Mitglied

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    Naja, im Prinzip ist der Beruf des Schriftsetzers ja tot. Es gibt nur noch wenige Typo-Fetischsten (tolles Wort), aber viel wird heute eben einfach schnell-schnell gemacht.

    Alex
     
  6. jebede

    jebede MacUser Mitglied

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    Man muss schon sagen, dass die meisten heutigen professionellen Postscript-Fonts (auch OpenType) so ordentlich zugerichtet sind, mit individuellen Kerning-Pärchen usw, dass es die Zurichtung von Hand, die der Bleisetzer früher aufgrund der technischen Beschränkung der Bleiklötze noch vornehmen mußte, nicht mehr nötig ist. Jedenfalls nicht mehr bei Leseschrift zwischen 7 - 11 Punkt. Alles darüber hinaus, Headlines etwa oder einzelnen Zeilen kann man ja in guten Layoutprogrammen individuell unterschneiden.
    Insgesamt hat man als Typomane mit den digitalen Mitteln heute wesentlich mehr Möglichkeiten, einen "schönen Satz" herzustellen als früher.
    Das Auge dafür muss man aber immer noch selber haben. ;-)
     
  7. mario.dingethal

    mario.dingethal unregistriert

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    *unterschreib* :)
     
  8. Franken

    Franken MacUser Mitglied

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    der Klang des "Aha" vom Kunden zu hören ist immer wieder schön, wenn er eine Spationierung sieht, die vom Rechner kommt und eine, die von Hand bearbeitet wurde.:D
     
  9. don.raphael

    don.raphael Thread Starter MacUser Mitglied

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    du hast recht, und es ist auch viel einfacher und billiger gerworden.
    leider ist der prozentuale anteil der typografischen feingeister unter den satz-schaffenden dramatisch gesunken - dass man schriftsetzer nicht mehr lernt und höchstens in studiengängen auf höherem niveau ordentliche zurichtung lernt merkt man ganz einfach an der quali vieler produkte - die quereinsteiger gehen meist recht hemdsärmlig mit schrift um und haben KEINERLEI auge dafür. und alles muss schnellschnell gehen, ach, was soll diese diskussion, lasst uns einfach das beste tun und die qualitätsfahne wacker hochhalten!
     
  10. jebede

    jebede MacUser Mitglied

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    Ob das billiger geworden ist, ist noch die Frage.
    Traurig ist, dass mit der Digitalisierung komplette Berufszweige wegsterben. Schriftsetzer sind total weggestorben, innerhalb einer Generation quasi (ich habe als Student noch selbst "Satz bestellt" bei einer Setzerei, die Fahnen kamen dan per Overnightkurier). Als nächstes werden die Lithographen dranglauben müssen – wenn's überhaupt noch welche gibt. Dann landet die Bildbearbeitung auch noch auf Designer's Schribtisch bzw. in seinem Computer. Irgendwie traurig, oder?

    Ja, lasst uns die Qualitätsfahne ganz, ganz hochhalten!!:upten:
    (Ob mal jemand einen "fahnehochhaltsmiley" kreieren kann?)
     
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