Daten-CD für Kunden erstellen

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  1. Lorea

    Lorea Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo Leute,
    würde mal gerne wissen wie ihr eure Daten immer weitergebt, was Sinn macht und was man besser weglässt. Ich hab jetzt für nen Kunden das komplette CI gemacht, also Logo, VK, BB, Faxblatt. Jetzt möchte er gerne eine CD, auf der alle Daten drauf sind, weil er öfter in Zeitungen inseriert, jetzt neue Werbeschilder macht etc. Das Logo hab ich in Freehand erstellt, es gibt Tiffs die ich daraus gemacht habe und die Dokumente in QXP.
    So, ich würde jetzt hergehen und einen Bilderkoffer mit den Tiffs und FreehandEpsen erstellen und aus den Dokumenten PDFs erstellen. Da aber jede Druckerei mit anderen Distiller-Optionen arbeitet, wäre es sinnvoll, ein PDF zur Ansicht und dann noch PS-Files mit auf die CD zu packen?
    Oder brennt ihr sogar offene Daten? Muss man die sogar vielleicht rausgeben oder gibt es dafür eine Extra-Vergütung? Dann hab ich noch ein Problem mit der verwendeten Schrift: Die hab ich nämlich selbst gekauft, er hat nur das Logo bezahlt und ich seh nicht ein die mitzuschicken damit sie jeder benutzen kann. Bin noch relativ frisch selbstständig, deshalb sind meine Erfahrungen in der Weiterverarbeitung noch relativ gering. Also, wie handhabt ihrs? Was muss ich beachten?

    PS. Falls ich im falschen Forum steh, bitte ändern!!

    Gruß,

    Lorea
     
  2. Electric Monk

    Electric Monk MacUser Mitglied

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    Es ist natürlich schwierig, heutzutage, wo es so viele Grafiker gibt, seine Kunden irgendwie binden zu wollen. Meine Erfahrung ist, dass man am Besten fährt, wenn man seine Kunden persönlich kennt, ihnen aber nichts vorenthält. Klar schicke ich ihnen zuerst mal ein PDF mit 72 DPI. Dann meldet sich irgendwann ein Drucker, der Bilder in einer höheren Auflösung braucht. So hast Du natürlich immernoch Kontrolle. Ich bin außerdem ein Fan von ehrlichen Geschäften. Dass z.B. die Leistung, die man erbringt voll bezahlt wird, dafür gehen aber auch alle Daten, die im Herstellungsprozess entstanden sind in den Besitz des Kunden über. In dem Moment , in dem der Kunde mit Dir zufrieden ist, wird er auch Deine Dienste in Anspruch nehmen, ansonsten ist es vielleicht auch gut sich zu trennen. Denn ein Geschäft ist nur dann gut, wenn jeder Partner einen Vorteil aus der Verbindung hat.
     
  3. Zeitlos Medien

    Zeitlos Medien MacUser Mitglied

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    Hallo,

    ja, ein beliebtes Thema zwischen Kunden und Agentur. Aber da man sich im Regelfall ja die Nutzungsrechte bezahlen lässt, spricht absolut nichts dagegen, dem Kunden die Daten zur vereinbarten Nutzung auch digital zur Verfügung zu stellen.

    Wir geben meinstens offene Daten raus - sprich Vektoren. Allerdings sehr selten und nur auf direkten Wunsch hin Schriften (nur wenn der Kunde dafür gezahlt hat). Lieber in Pfade umwandeln, dann bist technisch als auch rechtlich gut dran.

    Die Möglichkeit, die im Beitrag über mir ausgesprochen wurde, 72-Dpi-PDF's rauszugeben ist auch nicht verkehrt.

    Allerdings läufst du damit gefahr, dass sich eine Druckerei eben mal nicht meldet und ein 72-Dpi Logo druckt das natürlich hinterher entsprechend aussieht. Und Druckereien haben leider! oft die Eigenschaft, alle Schuld von sich zu weisen.

    Und wenn sich ein Kunde dann nicht gut auskennt mit Druckrelevanten Formaten und Auflösungen, kann ganz schnell der Anschein entstehen, dass nicht die Druckerei Schuld an einem vermasselten Job ist, sondern Du.

    Und ehrlich gesagt, wirst Du einen Kunden auch nicht an Dich binden können, nur weil Du die Daten hast. Weil was bringt Dir ein Kunde, der nur bei Dir bleibt weil Du "eine gewisse Macht" hast? Gar nichts. Zudem baut jede andere Agentur gerne ein Logo nach (auch wenn dadurch die Urheberrechte verletzt werden).

    Klar könnte ich jetzt darauf eingehen, dass in fast allen AGB's steht "bei Verletzung des Urheberrechts... Vertragsstrafe i. H. v. 10.000 Euro" Aber wer klagt dies schon erfolgreich ein?

    Ich kann empfehlen, brenn alle relevanten Daten bezogen auf Deinen Auftrag für diverse Anwendungen (Screen, Print) auf die CD (und zwar so, dass Dein Kunde was damit anfangen kann), lass Dir ggf. diesen Arbeitsaufwand bezahlen und übergeb die Daten.
    Wenn der Kunde bisher mit Deiner Arbeit zufrieden war wird er doch sicherlich bei Dir bleiben - auch wenn er jetzt die Daten hat. War er nicht zufrieden, wird er sicherlich nicht recht lange bei Dir bleiben, auch wenn Du ihm die Daten nicht gibst.

    Grüße
    Flo
     
  4. RobnN

    RobnN MacUser Mitglied

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    Bin zwar nur eine kleine Aushilfskraft in ner Marketing-Abteilung, aber ich habe bei in der Firma auch schon Erfahrungen mit diesem Thema gemacht.
    Ein Designer z.B. wollte, obwohl wir ausdrücklich darum gebeten haben, nicht die Originaldateien rausrücken. Von denen haben wir uns dann abgewendet.

    Meiner Erfahrung nach wollen Firmen die Originaldateien wirklich nur für kleine Änderungen haben, wenn es wirklich um was geht, scheut man sich eher nicht, ein wenig Geld auszugeben, damit es wirklich gut wird. Damit kommst du, du Threadersteller du ;), dann wieder ins Spiel...
     
  5. Lorea

    Lorea Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo Flo,

    genauso wollte ich das auch machen: Daten brennen, Aufwand nochmal vergüten lassen. Es ging mir eher um die generelle Handhabung, denn was du jetzt z.B. über die Nutzungsrechte schreibst, ist mir auch neu (wie gesagt, diese ganzen rechtilichen Sachen etc. sind noch relativ neu für mich). Ich weiss, man kann das Nutzungsrecht aufteilen in z.B. deutschlandweit, europa...
    Aber wo z.B. legt man das in dem jeweiligen Auftrag fest? Bei der Rechnung, quasi wie ein Anhang vielleicht? Und ist es Pflicht diese Rechte explitit zu nennen, was passiert wenn man diese Dinge nicht definiert? Meine Aufträge haben sich bis jetzt noch eher im kleineren Rahmen abgespielt, da ist das vielleicht noch nicht so relevant, aber für die Zukunft...
    Und wie definierst du z.B. die Bezahlung dieser? Sagst du, das ist mit Erstellung des Auftrags quasi mit vergütet oder wird das in der Rechnung extra aufgeführt?
    Fragen über Fragen... ;)

    Gruss,
    Lorea
     
  6. Difool

    Difool Frontend Admin

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    Hi Lorea,

    der Weg den Flo empfohlen hat, ist schon ok.
    Das Generelle könntest du auch vorab in deinen AGBs festlegen.
    Dazu einfach mal ein paar AGBs von anderen Freiberuflern und/oder Agenturen lesen.
    Hast du dann welche für dich erstellt (evtl. einen Anwalt "drüber lesen" lassen), kannst du
    den Kunden vor Vertragabschluß (Auftrag) darauf hinweisen, wie es bei dir läuft.

    Die offenen Dateien im Nachhinein raus zu geben > per CD z.B., würde ich dann auch extra
    berechnen.

    Gruß Difool
     
  7. Zeitlos Medien

    Zeitlos Medien MacUser Mitglied

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    Hallo Lorea,

    es ist keine gesetzliche Pflicht, die Nutzungsrechte zu berechnen, allerdings ist es einfach sinnvoll dies zu tun, da Du ja Deinem Kunden nicht wie ein Händler ein Produkt verkaufst, dass mit zahlen der Rechnung in sein Eigentum übergeht.

    Du gestaltest etwas und bist somit der Urheber und wirst es immer bleiben. Du stellst lediglich Deinem Kunden deine Gestaltung zur Nutzung zur Verfügung. Der Kunde kann rechtlich nie der Eigentümer sein, er wird nur der Inhaber der Nutzungsrechte.

    Wenn Du die Nutzungsrechte nicht ausweist, erhält Dein Kunde automatisch das einfache Nutzungsrecht, und das dann kostenlos.

    Aber wieso sollten wir dem Kunden die Nutzung und somit den Erfolg, den er mit unseren Gestaltungen hat, schenken? Ein Schreiner stellt Dir ja auch nicht nur den Materialpreis für einen Schrank in Rechnung.

    Du kannst das Nutzungsrecht wie folgt einteilen:
    Nutzungsart
    Nutzungsgebiet
    Nutzungsdauer
    Nutzungsumfang

    Für die Kalkulation ziehst Du Deinen Aufwand an Stunden, die Du benötigt hast, heran. Wenn Du Bilder von Bildagenturen verwendet hast, darfst Du diese nur mit zur Kalkulation des Nutzungsrechts herzanziehen, wenn Du an den Bildern das "ausschließliche" Nutzungsrecht erworben hast.

    Wenn du jetzt z. B. 5 Stunden zu je 60 Euro an einem Designauftrag gearbeitet hast sieht die Kalkulation in etwa so aus:

    (Man berechnet das Nutzungsrecht in Faktoren)

    5 Std. x 60 Euro = 300 Euro

    Nutzungsart: Auschließlich -> Faktor 0,2 (300 Euro x 0,2 = 60 Euro)
    Nutzungsgebiet: Regional -> Faktor 0,1 (300 Euro x 0,1 = 30 Euro)
    Nutzungsdauer: 5 Monate -> Faktor 0,3 (300 Euro x 0,3 = 90 Euro)
    Nutzungsumfang: Visitenkarten -> Faktor 0,2 (300 Euro x 0,2 = 60 Euro)

    Summe der Nutzungsrechte:
    60 Euro + 30 Euro + 90 Euro + 60 Euro = 240 Euro

    Summe Gesamtvergütung:
    Gestaltung 300,00 Euro
    + Nutzunsgsrechte 240,00 Euro
    = 540,00 Euro

    Also, so KÖNNTE es aussehen, Du musst diese Faktoren und natürlich die
    Arten der Nutzung individuell auf Deine Kundenbedürfnisse anpassen.

    Was man als Faktoren heranzieht, dafür gibt es Vorschläge vom BDG bzw. vom AGD...

    Bei kleineren Gestaltungsaufträge kann man natürlich die Nutzungsrechte vernachlässigen, aber wenn Du mal für ein größeres Unternehmen arbeitest macht es für Dich UND für das Unternehmen viel Sinn, Nutzungsrechte auszuweisen.

    Nutzungsrechte weißt man bereits im Angebot aus, oder man weißt in den eigenen AGB's darauf hin.

    Wenn Du dich wirklich damit befassen willst, empfehle ich Dir das Buch
    "Kommunikationsdesign - Akquisitation und Kalkulation" vom Verlag
    Hermann Schmidt Mainz, ISBN 3-87439-616-9

    Hoffe, ein Stück weitergeholfen zu haben (Mehr als ein "Stück" geht leider nicht, da das Thema doch recht komplex ist).

    Viele Grüße
    Flo
     
  8. Lorea

    Lorea Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo Flo,

    vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Über das Buch habe ich schonmal im AGD-Shop gelesen, das werde ich mir dann wohl mal bestellen. Allerdings gibt es da noch ein anderes, Vergütungstarifvertrag Design SDSt/AGD, auch mit Beispielen der Nutzungsrechteinräumung. Kennst du das auch? Das hört sich auch gut an, oder sind in dem von dir empfohlenen Buch auch Vergütungen drin? Damit möchte ich mich nämlich auch noch etwas intensiver befassen.

    Viele Grüße,
    Lorea
     
  9. Zeitlos Medien

    Zeitlos Medien MacUser Mitglied

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    Hi Lorea,

    das von Dir angesprochene Buch kenne ich leider nicht, aber so wie sich das anhört, dürfte sich der Kauf eines solchen Buches nur rentieren, wenn Du auch Mitglied im AGD bist und nach allen "Regeln" des AGD abrechnest.

    In meinem empfohlenen Buch sind viele Beispielkalkulationen enthalten, von kleinen bis großen Aufträgen.

    Und der Vorteil an dem Buch ist, dass eben die ganze Sache Urheberrecht, Nutzungsrecht und Argumentationen hierfür sehr gut und verständlich erläutert werden.

    Sicher kann das Buch "Vergütungstarifvertrag..." auch gut sein, allerdings würde ich (da die Bücher ja leider nicht umsonst sind *g*) erstmal mit "Kommunikationsdesign..." beginnen... wenn Dir das nicht reicht, kannst Du dir immer noch ergänzend das andere kaufen (und ggf. das alte dann bei Ebay raushauen *g*).

    Viele Grüße
    Flo
     
  10. Lorea

    Lorea Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo Flo,

    ja, so werd ichs machen.

    Gruss,
    Lorea
     
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