Bildbearbeitung PS (40 Jahre alte Dias)

Dieses Thema im Forum "Bildbearbeitung" wurde erstellt von Kermet, 28.07.2005.

  1. Kermet

    Kermet Thread Starter MacUser Mitglied

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    HI
    Ich hab in der SUche nichts gefunden, was mir wirklich weiter hilft...

    Mein Problem:
    Ich habe hier 200 gescante Dias (etwa 40 Jahre alt). Die Liegen mit als *.tiff mit 8bit, knapp 3000dpi vor. Es soll eine Diashow für den Fernseher erstellt werden. Vielleicht dann auch mal ein Print des ein oder anderen Bildes.
    Durch das lange Lagern der Dias sind diese z.T. sehr braunstichig, teilweise haben sie eine etwas "verwaschene" Optik oder sie sind sogar verwaschen Körnig...

    Da ich aber mehr ein "Hobby - Photoshop (CS) - Anwender" bin, hier ein paar Fragen:
    1.) Welches Farbmodel ist dafür denn besser?
    CMKS oder RGB?
    2.) Die Tonwertkorrektur ist mir bekannt und ich habe damit schon gearbeitet. Allerdings bin ich mir nicht 100%ig im Klaren, was es mit "Tiefe setze" und "Mitten setzen" auf sich hat. Ich bekomme damit aber Ergebnisse, die einigermaßen erträglich bis vernünftig sind...
    3.) gibt es eine Möglichkeit, das Verwaschene bzw. das Körnige zu eliminieren?
    4.) Gibt es bei PS ein Tool, mit dem man wieder etwas "brillianz" in die Bilder geben kann, diese vielleicht auch "nachbelichten" kann?

    Danke schonmal
    Kermet

    P.S.: Sorry für die vielen Fragen, aber ich habe PS bisher nur für "künstlerische" Zwecke genutzt, daher mit solchen Nachbearbeitungen keine Erfahrung
     
  2. ThoRic

    ThoRic MacUser Mitglied

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    Hallo,

    Das ist jetzt mit den gescannten Bildern zwar zu spät, aber Nikon Diascanner weisen ein Feature namens ROC (recognition of Colors) auf, in dem Alterungs- und Verblassungskurven verschiedener Materialien hinterlegt sind. Da kommt mitunter ganz erstaunliches bei heraus (ab und an vergreift sich die Automatik auch ganz gewaltig. Aber einen Versuch ist es wert.

    MfG

    ThoRic
     
  3. Kermet

    Kermet Thread Starter MacUser Mitglied

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    @ ThoRic:

    Ich hab mich natürlich informiert, bevor ich 100€ fürs Scanen ausgegeben hab. Hab auch Probescans machen lassen.
    Gescant wurde mit ROC und einem Nikon Diascaner. Ich hab mir auch extre keine *.jpg ausgeben lassen, sonder *.tiff. Bei *.eps werden die Dateien noch größer und es wird viel teuerer. Hat sich meiner Meiiinung nach nicht gelohnt.
    Aber trotz ROC ist die Qualität so... (vielleicht auch wegen? Die Bilder haben halt viel "Steppe", und die ist braun). Aber ohne ROC waren sie nicht zu gebrauchen.
    Und: Ich hab bei jedem Bild das Nikon "Farbprofil" dabei...
    Das Einzige, was ich wegen den Kosten gelassen hab, war der stufenweise Mehrfachscan. Der hat nicht das gebracht bei der Probe, was die Mehrkosten gerechtfertigt hätte.

    Grüße und Danke
    Kermet
     
  4. virtua

    virtua MacUser Mitglied

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    1. RGB. CMYK ist nur für die Druckausgabe.

    2. Versuche mal die Gradationskurven, damit lässt sich mit etwas Übung noch einiges mehr rausholen. Zusammen mit der selektiven Farbkorrektur erziele ich eigentlich immer sehr ansehnliche Ergebnisse.
    Auf die technischen Einzelheiten, was Lichter, Mitten und Tiefen, sowie Tonwertumfang, Clipping usw. angeht, will ich jetzt nicht näher eingehen. Würde zu lange dauern. Ich würde an deiner Stelle mal den Buchladen deines Vertrauens aufsuchen, wenn du dahingehend größeres Interesse hast ;)

    3. Ja. Du kannst z.B., da die Bilder weit größer sein dürften als benötigt, den Gaußschen Weichzeichner einsetzen, bis die Körnung verschwunden ist. Aber nicht zu doll, sonst wird alles Grütze... Dann rechnest du das Bild auf 800x600 oder maximal 1024x768 px runter (mehr kann die Glotze eh nicht darstellen). Wenn du es dann noch mal unscharf maskierst (Achtung, ganz vorsichtig...), solltest du in der Regel ein vernünftiges Ergebnis bekommen.
    Du kannst natürlich auch den Filter "Staub und Kratzer entfernen" verwenden, den finde ich allerdings zu rabiat. Um es richtig professionell anzustellen, muss man mit mehreren Ebenen arbeiten, bei 200 Bildern und Anfängerwissen (nicht böse gemeint ;)) dürfte das allerdings zu heftig werden... Auch hier empfiehlt sich ansonsten wieder der gute alte Buchladen.

    4. Siehe 2. Das reißt schon was. Nimm dafür am besten Einstellungsebenen und speichere die Einstellungen ab, damit kannst du viel Zeit sparen und bleibst Flexibel. Die Stapelverarbeitung von PS ist auch sehr sinnvoll, vorausgesetzt die Bilder können alle (oder viele) nach dem gleichen Schema bearbeitet werden.

    Nuff said :D

    Edit: Huaa, Beitrag Nr. 666... :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.07.2005
  5. Kermet

    Kermet Thread Starter MacUser Mitglied

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    @ the odD one:
    Danke dir erstmal ganz herzlich:
    Das mit dem Buchladen ist klar. Würde ich auch im Normalfall tun (bzw.: Buchladen ist sowieso schon anwisiert!)
    Aber: Es war eine spontane Idee und ich habe nur bis Sonntag Nacht zeit, da was zu reißen. Dann muß alles stehen. Dazu kommt, dass es "Hobby" ist und nicht Beruf, also auch noch andere DInge anstehen. Also bitte nicht böse sein, bin kein "Abgreifer"...

    zu 2.) zu Aufwendig wollte ich es auch garnicht haben. Wir wollen ja kein Buch verfassen. Aber vielleicht kann mir trotzdem mal einer in möglichst knappen Worten versuchen zu Formulieren, was da vor sich geht.
    Ich kenne mich einigermaßen mit Fotographie (Gutes Equipment: Die gute alte Zeiss Optik) sowie dem RGB Farbmodell aus...

    Danke
     
  6. virtua

    virtua MacUser Mitglied

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    Na gut, dann will ich mal die Oberfläche ankratzen:

    Mit den Pipetten, die es sowohl bei den Gradationskurven als auch in der Tonwertkorrektur gibt, setzt du den Schwarz- bzw. Weißpunkt. Beispiel: Du nimmst die Pipette für den Weißpunkt und klickst auf eine Stelle, die z.B. einen 4% Farbauftrag hat. Dann wird dieser Ton als Schwellenwert benutzt und alles, was den identischen oder geringeren Farbauftrag hat, wird auf 0% gesetzt (also weiß). Beim Schwarzpunkt ist es genau umgekehrt, z.B. selektierst du 98% und alles ab diesem Wert wird auf 100% gesetzt (also schwarz).
    Nachteil: Wenn du beide, also den Schwarz- und Weißpunkt, anpasst, erzielst du einen höheren Kontrast, spreitzt damit aber auch den Tonwertumfang und Clipping entsteht. Im Histogramm macht sich das durch einzeln stehende Linien bzw. Lücken zwischen den Tonwerten bemerkbar. Verläufe können aufbrechen, Lichter wegbrechen und Tiefen absaufen. Es kommt dabei also auf die richtige Dosierung an. Zudem erzeugt man so eine absolut gerade Gradationskurve, was nicht unbedingt optimal ist. Besser ist es, eine leicht geschwungene, S-förmige Kurve zu erstellen, dadurch wird der Kontrast natürlicher.

    Das Ausgabeverfahren bestimmt maßgeblich die Verfahrensweise. Beim Zeitungsdruck empfiehlt es sich, den Tonwertumfang um bis zu 10% zu reduzieren (von 5% - 95%). Für hochwertige Druckverfahren und die Bildschirmdarstellung würde ich das nicht machen (bzw. mache ich das nicht...), sondern mache aus der Gradationskurve nur besagtes leichtes 'S', und zwar so, dass ich die Kurve in den Lichtern leicht verringere und in den Tiefen erhöhe. Das reicht. Der Tonwertumfang lässt sich übrigens auch per Hand einstellen, die Pipetten sollen das nur erleichtern bzw. beschleunigen.

    Fazit:
    Pipetten = "quick'n'dirty" und ggf. noch von Hand zu korrigieren, für grobe Printausgabe sinnvoll.
    Handarbeit = besser, da genauer und mit etwas Übung auch nicht Zeitaufwändiger.
     
  7. Kermet

    Kermet Thread Starter MacUser Mitglied

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    @ the odD one

    super vielen Dank, das Oberflächenkratzen reicht mir, da ich eine recht ordentliche Vrostellung von Farbräumen habe. Mußte das in der Uni mal bis zum Excess lernen...

    genau das hilft mir sehr weiter.
    Ich habe teils mit "Pinpette" gearbeitet und teils von Hand nachbearbeitet oder gänzlich von hand gearbeitet. Das, was ich daraus gefolgert hatte, bestätigst Du mir hier
    Hoffentlich ist es nicht vermessen, noch kurz nach dem "Mitten setzen" zu fragen.
    Hier nur eine kurze (hoffe ich) Sache:
    Was ich mache, ist mir jetzt klar. Was ist aber der Unterschied, wenn ich "hellbraunen" Sand bzw saftiges, junges Gras (hellgrün) nehme?
    Ich verstehe es so, dass er dann bei der entsprechenden Farbe dass dann als 50% im Spektrum nimmt und den Rest angleicht. Allerdings "verfälsche" ich damit immer die Farben. Das Bild bekommt einen Stich.

    Danke, und wenns zuviel wird, sags einfach

    Kermet
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.07.2005
  8. virtua

    virtua MacUser Mitglied

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    Nun, das mit den Mitten erklärt sich im Prinzip genau so. Wenn du dich an die Tonwertkorrektur erinnerst, da gibt es unter dem Histogramm ja 3 Schieber. Je einer für die Lichter, Mitten und Tiefen. Der Mittenregler ist quasi die Balance, d.h. ziehst du ihn zu den Lichtern, wird alles heller.

    Das sich die Farbe ändert, wenn du auf bunt klickst ist logisch: Es heißt nicht umsonst Weiß- und Schwarzpunkt ;) . Wenn du mit der Mittelton-Pipette auf saftiges Grün klickst, heißt das, das du diese Farbe als mittleren Grauton definierst. Dadurch verschiebt sich natürlich das gesamte Spektrum. Hast du z.B. Teile im Bild, die Grau sein sollten aber farbstichig sind, ist dieses Vorgehen sinnvoll.
    Die Pipetten dürfen nur auf unbunt angewendet werden, wenn der gesamte Farbeindruck nicht verändert werden darf. Gibt es keine weißen, schwarzen und/oder grauen Pixel im Bild, kannst du das also vergessen. Gut zu vergleichen ist das demnach mit dem Weißabgleich in der Fotografie (ich nehme an du weißt, was für Bilder dabei rauskommen, wenn man eine Rasenfläche als Weißpunkt definiert ;)).

    (Tip am Rand (wenn du es noch nicht weißt): Du hast auch die Möglichkeit, die einzelnen Kanäle zu bearbeiten.)

    Um einen Farbstich zu entfernen nehme in der selektiven Farbkorrektur einfach das Grau und verringere die entsprechende Farbe bzw. erhöhe die Komplementärfarbe. Ist oft weniger Gefrickel, als die Gradation der einzelnen Kanäle untereinander auszugleichen.

    Wenns zu viel wird, hör ich auf zu schreiben :p
     
  9. henzilla

    henzilla MacUser Mitglied

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    Meine Meinung:
    1. Farbbalance:
    Damit ist es sehr gut möglich, Farbstichigkeiten zu kompensieren. Für Lichter, Mitten und Tiefen.
    2. Tonwertkorrektur (bitte von Hand, ohne Pipetten) oder noch besser: Kurven.
    3. Evtl. Farbton Sättigung:
    Damit kannst Du die Brillianz wieder reinschrauben.

    Am besten alles als Einstellungsebenen. Da bleibt alles schön editierbar. Häufig muss man nach der Tonwertkorrektur wieder zurück in die Farbbalance. Das Schöne ist: Du kannst die Einstellungsebenen von einem Bild ins Nächste ziehen, als erste Grundlage....

    Die Körnung würde ich nicht angereifen. Gehört eben dazu! Wenn es unbedingt sein soll, würde ich das vor den Farbkorrekturen machen:
    In den Lab-Modus wechseln - die einzelnen Kanäle betrachten - und dann wo nötig entweder "Störungen entfernen" oder behutsam weichzeichnen. Dann zurück ins RGB.

    Viel Spass
    Henz
     
  10. Kermet

    Kermet Thread Starter MacUser Mitglied

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    Vielen lieben Dank erstmal
    ihr habt mir wunderbar geholfen
    jetzt muß ich das erstmal umsetzen, aber immerhin hab ich jetzt teilweise meine Interpretationen bestätigt, teilweise was Neues erfahren. Ich denke, dass das, was ihr mir hier geantwortet habt, für meine Zwecke und die Zeit, die mir dafür bleibt, erstmal völlig ausreichend ist.
    Sollte mir doch noch etwas querschlagen, dann darf ich ja vielleicht nochmal posten

    Danke
    Kermet
     

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