Ab welchem Projektvolumen/Unternehmensgrösse via Designvertrag den Kunden binden?

Dieses Thema im Forum "Freelancer Forum" wurde erstellt von 2nd, 15.02.2007.

  1. 2nd

    2nd Thread Starter MacUser Mitglied

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    Moin,

    folgender Sachverhalt interessiert mich schon länger: Wir, meine Partnerin und icke, arbeiten steuerrechtlich getrennt als (fachliches) Team auf freiberuflicher Basis projektbezogen für unsere Kunden. Wir ergänzen uns perfekt, sie deckt den klassischen Medienbereich ab, ich die neuen Medien inkl. Text & Konzeption.

    Somit haben wir ein breites Spektrum anzubieten, das auch gerne genutzt wird. Neben den typischen Freelancer-Kleinkunden, die jeder von uns hat, betreuen wir kleine/grössere Mittelständler bis hin zu einem europäischen Konzerableger im deutschsprachigen Ausland, dessen Mutterkonzern weltweit tätig ist. Die Projektbezogenheit bezieht sich seit längerem auf ein stetiges und starkes Grundrauschen, welches uns gut beschäftigt. Die Auftragsbestätigungen laufen entweder über unterschriebene und zurückgefaxte Kostenvoranschläge oder mündl. Absprache.

    Ich frage mich nun, inwieweit es sinnvoll ist, diese Geschäftsverhältnisse professioneller auszugestalten. Konkret denke ich an die gegenseitige Bindung durch einen Design-/Etatvertrag. Einerseits möchte ich uns gerne "absichern", zumindest temporär für ein Jahr oder so, andererseits soll der Kunde sich formell voll und ganz auf uns verlassen können (was er natürlich auch ohne Verträge kann ;) ).

    Was meint Ihr? Was ist üblich, was ist bzgl. der Projekte gross und ab wann muss man richtig formell werden?

    Warum ich frage: Wir haben einen Kunden aufgrund eines Mitarbeiterwechsels in einer leitenden Position verloren (vor längerer Zeit) und darauf habe ich keinen Bock mehr. Zumal es nur darum ging, dass unsere Nasen dem Menschen nicht gepasst haben, er seine eigenen Leute unterbringen wollte und ein Riesenschnacker ist.

    2nd
     
  2. baumschubser

    baumschubser MacUser Mitglied

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    Schwierige Fragestellung, würde mich aber auch interessieren wie andere das hier sehen.

    Stehe gerade selber vor dem Problem das ich mich einerseits gerne bei einem größerem Kunden besser absichern möchte, andererseits aus "diplomatischen Gründen" das Thema nicht ansprechen will. Mündlich ist zwar ausgemacht, das die Zusammenarbeit jeweils für ein Kalenderjahr gilt (kündbar drei Monate im voraus), aber wie das halt so ist mit den mündlichen Absprachen :rolleyes:
     
  3. JürgenggB

    JürgenggB MacUser Mitglied

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    Hallo 2nd,

    eigentlich sollte man bereits bei „Kleinkram” formell
    werden. Einen Design-Vertrag, individuell ausgestattet,
    wird JEDEM unserer Kunden vorgelegt. Egal ob 1.000
    oder 200.000 €.

    Aber zum Etat-Vertrag! Längerfristige Bindung benötigt
    keineswegs einen Vertrag dieser Form. Dies kann auch
    über andere Vertragsformen abgesichert sein. Wenn der
    Kunde Dich raushaben will, dann bekommt er Dich auch
    raus! Ob etat- oder projektbezogen. Umgekehrt klappt es
    allerdings ebenso!

    Du musst Dir im Klaren darüber sein, dass ein Etat-Vetrag
    einen enormen Papierkrieg und Zeitaufwand verurachen
    wird. Ob dies mit zwei Personen und eventuell einigen
    Freien zu aller Zufriedenheit zu händeln ist, bezweifle ich
    ab einer bestimmten Grösse des Etats.

    Zumindest wir würden so etwas nicht mehr machen. Wir
    bedachten nicht, welch ein Rattenschwanz an „unproduk-
    tiver” Arbeit daran hängt. In all den Jahren kam ich
    sieben Mal an einen Etat (sonst hätten wir nicht für diese
    Kunden arbeiten dürfen/können). Die Branchen waren
    ebenso unterschiedlich wie die Etathöhe. Von 12 Millionen
    DM bis runter zu 150.000 €. Von IT-Firmen über eine
    Staatslotterie hin zur Umwelttechnologie. Bei einem Etat
    muss so vieles bedacht werden, was du im Moment
    (so ging es mir) nicht im Kopfe hast. Konzeption/Kosten-
    vorschau für ein Jahr, Analysen, Putzfrauentests und
    Meinungsumfragen organisieren, Messevorbereitungen,
    Statistiken führen etc.

    Dann steht fest: Du hast den Etat!

    Alles steht, die Etatplanung zur Zufriedenheit des
    Kunden! Die Etathöhe ist festgeschrieben! Nach drei
    Monaten kommt der Kunde auf die Idee, doch noch
    eine grosse Messe dazwischen zu schieben. Der
    aktuelle Etatplan muss geändert und notfalls, da nicht
    mehr Geld zur Verfügung steht, zusammengestrichen
    werden. Dann kommt der Kunde auf eine weitere
    glorreiche Idee. Die Werbung muss in vier an Stelle
    acht Sprachen übersetzt werden. Dies bei gleicher
    Etathöhe, Nachschlag gibt es nicht! Du bist am Rotieren!

    Ich würde mir dies wohlüberlegen, es sei denn, Du willst
    schnell wachsen! Denn bei einem grösseren Etat vernach-
    lässigt man gerne (unabsichtlich) seine anderen Kunden.

    Gruss Jürgen
     
  4. 2nd

    2nd Thread Starter MacUser Mitglied

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    Ah, super Jürgen :)

    Genau das wollte ich hören. Damit habe ich eine Richtung bzw. Orientierung wo das Ganze wann hingehen kann.

    Ich bleibe wohl lieber erstmal projektbezogener Erbsenzähler :D

    Danke!

    2nd
     
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