Ich muss mal meine Meinung / Erfahrungen zu diesem Thema zum besten geben. Vorweg: Ich bin Pauker an einer berufsbildenden Schule und unterrichte u.a. Informatik.
Zu unserer Schule gehört eine Ausbildung zum/r Assistenten/tin Wirtschaftsinformatik. Hier haben wir Anfang siesen Schuljahres eine sog. Laptopklasse eingerichtet. Wir hatte einen Träger in Hannover gefunden, bei dem die Eltern einen Laptop leasen konnten. Dies hat den Vorteil, dass ein Gerät nicht mit einer Zahlung finanziert werden muss und für Hardwareschäden der Leasinggeber aufkommt. Für mich als Lehrer besteht der Vorteil darin, dass die Hardware aller Schüler identisch ist. Ein halbes Jahr vor dem Start des Schuljahres wollten fast alle Eltern diesen Weg gehen.
Innerhalb der Sommerferien hätten die Eltern die Bestellung auf einer Webseite des Leasinggebers auslösen müssen. Das hat keiner geschafft!!!!! Damit war dieser Weg tot.
:-( Sicherlich kann das das nächste Mal auch besser laufen... Folge davon war jedenfalls, dass der September fast vorbei war, als denn auch der letzte Schüler einen Laptop hatte.
Auf die Folgen während des Unterrichts, die die unterschiedliche Hard- und Software mit sich brachte, will ich hier nicht eingehen, das Problem hätte man bei einem iPad ja nicht.
Zu den Arbeitsmaterialien als eBooks: Keiner wäre glücklicher als ich, wenn das verwirklicht würde. Ein schlankes Gerät in der Tasche, keine Bücher mehr zu schleppen - herrlich! Bei uns sind schon wesentliche Teile des Kollegiums mit Hackenferraries ausgestattet, die meisten davon u40 und ein Bodybuilder ist sogar dabei ;-)
Aber: Ich denke nicht, dass die Schulbuchverlage daran ein Interesse haben! Die verdienen viel zu gut daran, dass sie unter dem Vorwand, dass sich hier ein Abschreibesatz und dort ein Umsatzsteuersatz geändert hat, stets neue Auflagen verkaufen können. Das sind oft nur wenige Seiten, die sich ändern, dennoch können die alten Bücher natürlich nicht weiter verwendet werden. Mit eBooks wäre das ein Klacks und hohe Preise für solche Updates kaum durchsetzbar.
Meine hauptsächlichen Bedenken liegen aber in den von mir gemachten Erfahrungen mit dieser Laptopklasse: Sehr viele Schüler bekommen es nicht hin, sich auf den Unterricht zu konzentrieren, wenn sie doch ihre ganzen Spiele und Chatprogramme permanent verfügbar haben. Ich fürchte, dass fast die Hälfte dieser Schüler die Versetzung in das 2. Jahr nicht schaffen werden. Und das Durchschnittsalter dieser Klasse liegt schon bei 17/18 Jahren.
Wir haben jedenfalls beschlossen, das Experiment nicht in ein 2. Jahr gehen zu lassen.
Ob es möglich ist, Programme wie iTalk oder andere pädagogische Netzsoftware auf einem iPad zu installieren, wage ich wegen der fehlenden Multitaskingeigenschaft zu bezweifeln.








