Zitat:
Original geschrieben von Itekei Ok, mir erschliesst sich der Zusammenhang zwischen der Demo und dem glücklichen Umstand, dass die meisten von uns Apple User sind, nicht ganz. (...) Apple's think different Slogan für politische Ziele zu instrumentalisieren finde ich bisschen albern. |
1.) Ok, aber was der Zusammenhang zwischen Lieblingsfilmen, Tittenpostern von Maxim oder die EM (Frankreich gewinnt natürlich und Deutschland fährt nach der Vorrunde nach Hause

) mit Apple Usern zu tun haben ist dann auch ungeklärt. Aber deshalb gibt es meiner Meinung nach ja auch die Bar...
2.) Spaßigerweise ist es ja doch wohl eher umgekehrt. Guerilla Marketing vereinnahmt Begriffe aus linken sozialen Bewegungen für Werbung. Hierzu gibt es übrigens derzeit eine interessante Ausstellung in der Forschungsstelle für Zeitgeschhichte in Hamburg (Schulterblatt 36). Gezeigt wird eine Auswahl von Werbeanzeigen aus den Jahren 1967 bis heute, die mit Begriffen, Bildern oder Parolen der Linken und neuen Sozialen Bewegungen operieren.
Auszug aus einem Bericht:
"nur wenige jüngere Leute wissen heute (noch), dass "Power to the People" (Apple-Anzeige 1986) die Parole der Black Panther Party Ende der 60er Jahre in den USA war. Weitere Anzeigen fordern das Frauenwahlrecht und zeigen rote Fahnen, die im Wind flattern; Autos brennen und Molotov-Cocktails werden geworfen, Barrikaden werden errichtet und im Laufschritt geht es gegen die staatliche Ordnungsmacht. Bilder, die den Anschein vermitteln, als wären sie während der Demonstrationen gegen den G8-Gipfel in Genua entstanden, lassen die BetrachterIn einen Hauch von Revolte schnuppern und nächtlich agierende Wandmaler bepinseln klandestin das Haus des Nachbarn mit der nicht unsympathischen Forderung "Legalize the 4 day weekend!"
Die Wiederaneignung von Parolen der Label und Marken aus dem toten Feld der Warenwirtschaft haucht aus diesem Grunde austauschbaren Slogans wieder sperrige Authentizität ein. Ob dies positiv für die Marke ist, ist deren Risiko im Guerilla Marketing und ein Ausdruck wiederum der sozialen Realität der Unternehmensführung.